Gedanken, Kommentare, Meinungen zu Aktuellem & Vergangenem oder einfach nur etwas, was wert sein könnte von aller Welt gelesen werden zu können.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Endspurt

Ja, ja...alles geht irgendwann einmal zu Ende, sogar das Studium.
Seit heute gibt es kein Zurück mehr - die Themen für mein Geschichts-Examen sind schwarz auf weiß beim Prüfungsamt:

Von Januar bis April werde ich mich also intensiv mit folgenden Themen beschäftigen:

- Rom und Germanien
- Religiosität im Mittelalter
- Die Reformation
- Innenpolitik des Nationalsozialismus
- DDR - 60er und 70er Jahre

Ich finde, es gibt deutlich uninteressantere Themen! Gut, ist vielleicht Ansichtssache! :-)

Sonntag, 16. November 2008

grau & trist

Das Wetter passt sich nahtlos an das Spiel von gestern an:
0-0 zu Hause gegen Bielefeld.
Gegen BIELEFELD!

Es scheint Jahre her zu sein, als diese VfB-Mannschaft 4-1 gegen Bremen gewann. Natürlich, das Spiel war genauso schlecht wie das gegen Bochum, Belgrad oder in Frankfurt (abgesehen von 20 Minuten). Aber wenn selbst Gomez nur Marathon-Tore schießt, dann werden die geschätzten 27 Flanken, bzw. Flanken-VERSUCHE, die als Abnehmer wahlweise den Torwart, einen Abwehrspieler, Balljungen oder die Eckfahne finden, die gefühlten 35 Fehlpässe im "Aufbauspiel" oder die 18 hohen Bälle nach vorne auch nicht mehr ausgeglichen.

Und so wurden 52 000 Zuschauer (okay, 12 000 aus Fußballvereinen, aber es ging auch gegen Bielefeld) wieder einmal auf eine harte Probe gestellt, die insofern noch härter ist, da man sich dunkel erinnert, wie beinahe die identische Mannschaft (vielleicht ist das der Ansatz) vor zwei Jahren die Ligaspitze erstürmte, erspielte und erkämpfte.

Schade - das triste Wetter wäre mir ja egal!

Mittwoch, 5. November 2008

Ein historischer Tag

Man nennt nicht irgendwelche Ereignisse "historisch".
Man kann auch nicht wissen, ob es auch für die Zukunft ein historischer Augenblick sein wird.
Aber man hofft.
Man hoffte so lange, dass dieser Augenblick eintreffen würde.
Jetzt ist er da, und für die Gegenwart ist er bedeutend - für die Zukunft hoffentlich auch!

Doubt & Hope

Eigentlich wollte ich schon lange in der Bibliothek sitzen, doch ich sitze vor meinem Computer, lese die Berichte der Wahlnacht und die Live-Blogs, schaue mir Videos von Obamas Reden an und habe einen Klos im Hals.
Es ist faszinierend, wie die Worte dieses Mannes einen in seinen Bann ziehen, wie sie Hoffnung in einem aufkommen lassen.

Die jetzige Zeit ist vielleicht eine der spannendsten und entscheidenden der letzten Jahre und Jahrzehnte.
Gestern habe ich mir den Film Let's make MONEY angesehen. Ich bin selten bis jetzt so aufgewühlt und gleichzeitig sprachlos aus einem Kinosaal gegangen.
Der Film stellt anhand einiger Beispiele dar, wie Geld vermehrt wird, wie es "arbeitet", was es anrichtet. Gezeigt werden Menschen in Burkina Faso, die von der Baumwollernte leben, wobei "leben" vielleicht ein etwas falscher Begriff ist - sie überleben, und zwar gerade so. Sie erledigen eine knochenharte Arbeit (auch alte Frauen und Kinder) für einen Hungerlohn. Sie bauen mit die qualitativ hochwertigste Baumwolle an, die jedoch auf dem Markt einen unverschämt niedrigen Preis erzielt. Das Problem ist, dass der Staat einen Kredit von der Weltbank erhält, dessen Gelder dann allerdings zu einem Großteil an ausländische Firmen fließt, die Projekte verwirklichen, die ihrem Umsatz, der wohlhabenden Minderheit, aber nicht dem Wohle der armen Mehrheit dienen. Der Staat hat also vom Geld des Kredits wenig, muss ihn aber trotzdem zurückzahlen - kann dies jedoch kaum leisten, weswegen er Auflagen erhält bestimmte Rohstoffe, wie z.B. Baumwolle günstig auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig wird der entsprechende Industriezweig in den Industrienationen mit Subventionen gefüttert. Hinzu kommt, dass der Baumwollanbau eine Monokultur ist, die einen für andere Pflanzen völlig unbrauchbaren Boden hinterlässt.

Dies ist nur ein Beispiel aus dem Film. Hier noch einige Auszüge:

- "Ich glaube nicht, dass ein Investor verantwortlich ist für die Ethik, für die Verschmutzung, oder das, was eine Firma verursacht, in die er investiert" - Dr. Mark Moblus, Fondsmanager

- „Alle Liberalen dieser Welt sind der Meinung, dass Grenzen offen sein sollten für Güter, für Geld und für Dienstleistungen. Schwieriger wird es bei Menschen. Da muss man sich überlegen, ob man nicht eine Art Eintrittspreis verlangen müsste, so wie man eben in einem Club auch Eintrittspreis verlangt.“
Gerhard Schwarz, Leiter des Wirtschaftsteils der Neuen Zürcher Zeitung

- Ein Großteil der spanischen Costa del sol ist mit Wohnungen und Häusern verbaut (zu Spitzenzeiten 800.000 / Jahr), die leer stehen. Sie dienen allein als Wertobjekt der Renditeerhöhung von Immobilienfirmen. Der Wert dieser Immobilien steigt, wenn sie an einem Golfplatz gebaut sind, von denen einer allein einen Wasserverbrauch hat wie eine Stadt mit 20.000 Einwohnern. Die Instandhaltung zahlt der spanische Staat.

- "Hier fragt auch keiner nach dem Staat - hier ist noch Eigenverantwortung gefragt" - Ein österreichischer Industrieller auf der Fahrt zu einem seiner Werke; nächste Einstellung: Eine Frau siebt Steine aus Straßenstaub, um sie zu verkaufen!

- In den Steueroasen der Welt (als Beispiel im Film wird die kleine Insel Jersey beschrieben), liegen rund 11 Trillionen Dollar - würde man 7 % dieser Summe mit 30 % versteuern, stünden den Staaten zusätzliche Milliarden zur Verfügung.


Man kann nur hoffen, dass dieser Film viele Leute in die Kinos lockt - schwierig in Zeiten von James Bond...
Außerdem sollte man ihn wirklich in Schulen zeigen.
Ich hoffe, dieser Film beschäftigt mich noch lange und viele andere, die ihn gesehen haben oder sehen werden ebenso.
Es drängt sich in einem die Gewissheit auf, dass sich vieles ändern muss.
Doch die Zweifel sind stark, ob dies möglich ist!

Aber die Hoffnung ist ebenfalls stark, aufgrund dieser Meldung von heute Morgen:

-Barrack Hussein Obama wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika-

Dienstag, 4. November 2008

Niederlage auf der Autobahn

Es ist Samstag, 15.30 Uhr.
Kein normaler Zeitpunkt, sondern an vielen Samstagen derjenige, an dem man gebannt erwartet, was die nächsten 90 Minuten Fußball für einen bereit halten.
So sollte es auch letzten Samstag sein - Heimspiel gegen Köln. Doch diesmal war mein Platz nicht zwischen meinen Freunden im Stadion, sondern auf dem Sitz hinten rechts in einem 140 km/h schnellen VW, irgendwo auf der A7.
Es war so schön geplant. Am Mittwoch ging es im ICE nach Hamburg - eine herrlich entspannte Fahrt mit einem spannenden Buch und schöner Musik, die den noch schöneren Sonnenuntergang über der Heidelandschaft Niedersachsens begleitete.
Nach ebenfalls entspannenden Tagen in Hamburg (die 0:2-Niederlage des VfB gegen den HSV lasse ich einfach mal unter den Tisch fallen) mit einem halben Tag in verschiedenen Cafés des Schanzenviertels, einem Besuch in Annes Lieblingsbar (Mutter) und einer fröhlichen Halloween-Wohnheimparty, sollte es am Samstagmorgen um 8.24 Uhr im ICE wieder zurück nach Stuttgart gehen, wo ich beim schon erwähnten Zeitpunkt am erwähnten Ort sein wollte.
Um 8 Uhr wurde ich unsanft aus einem Traum gerissen und der Blick auf die Uhr sagte: No way, dieser Zug fährt ohne dich nach Stuttgart - herzlichen Glückwunsch!
Das Glück im Unglück bescherte mir jedoch noch kurzfristig einen Platz bei einer Mitfahrgelegenheit, ein intensives Gespräch mit einem Gelegenheits-HSV-Stadiongänger und die 1:3-Heimniederlage klassisch im Radio, irgendwo auf der A7.

Kurz zur Situation des VfB:
Man muss sich schon fragen, was mit dieser Mannschaft, bzw. mit diesem Verein los ist! Es gab in dieser Saison ein sehr gutes Spiel gegen Bremen (4:1) und zwei gute Spiele in Gladbach (1:3) und gegen Karlsruhe (3:1). Der Rest war bescheiden bis schlecht. Auffällig ist, wie wenig Überraschendes im Spiel der Mannschaft steckt, wie hilflos manche Aktionen wirken und man fragt sich als Außenstehender: warum?
Warum sagt Armin Veh nach dem Spiel in Sevilla, dass diese Mannschaft nicht der Anspruch des VfB sei?! Warum spielt man dann in diesem Wettbewerb? Hat man nicht mehr den Ehrgeiz auch gegen nominell bessere Teams zu gewinnen? Hat nicht Köln auch in Stuttgart gewonnen, obwohl sie nominell sicher nicht so stark besetzt sind? Was soll das für eine Einstellung eines Trainers von Profisportlern sein? Was soll das immer gleiche Gerede von "Mehrbelastung" durch den internationalen Wettbewerb? Die Schlussfolgerung wäre einfach, sich besser nicht mehr für selbigen zu qualifizieren! Ach nein, dann würde man in der folgenden Saison vielleicht blöderweise wieder hineinrutschen...
Schon seltsam manchmal, der "Profi"-Fußball...

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Auf Reisen III - Madrid & Leon

Da ist es - das gefürchtete trübe, depressiv machende, graue, regnerische Herbstwetter. Und ab Sonntag fällt frühes Aufstehen nochmals schwerer: Ende der Sommerzeit.
Gute Gelegenheit, um sich bei einem Kaffee und einem süßen Stückchen im wohlig warmen Zimmer mit einem Blogeintrag über die letzte der Semesterferien-Reisen abzulenken: Spanien
Anlass war die Hochzeit unserer Freunde Bea und Dany (Bea und Janina waren in England an der selben Schule).
Diese Einladung nahmen wir zum Anlass ein paar Tage länger in Spanien zu bleiben, beginnend mit zwei Tagen Madrid. Leider fiel das Couchsurfen diesmal aus, sodass wir uns noch ein Hostel suchten, was aber kein Problem war.
Was doch überraschend ist, ist die Größe Madrids: Ca. 3,2 Mio Einwohner. Dafür lässt sich aber die Innenstadt recht gut zu Fuß und in zwei Tagen erkunden. Bei strahlendem Wetter schlenderten wir durch gemütliche enge Gassen

oder durch den Parque del Retiro.
Ohne einheimische Hilfe kamen wir aber nicht in Genuss der berühmten Tapas, die man in Madrid und dem Rest Nordspaniens zum Getränk in einer Bar dazu bekommt. Für Vegetarier ist die spanische Landesküche auch nur bedingt zu empfehlen. Schinken und Fleisch sind unverzichtbare Bestandteile eines typischen spanischen Essens. Auch in die berühmte Madrider Kunstwelt tauchten wir ein: Wir entschieden uns für das kleinste der drei berühmten Madrider Museen, aber immerhin die zweitgrößte private Gemäldesammlung der Welt: die Thyssen-Ausstellung. "Die" bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es Madrid sonst nicht, aber dafür viele schöne Gebäude und immer wieder nette Gassen.




Am Freitagabend nahmen uns dann Joe und ihr Freund (auch beide Lehrer an besagter Schule in Reigate) vom Flughafen aus mit ihrem Mietwagen in das ca. drei Stunden entfernte Leon mit. Für uns war es natürlich toll, dass die Beiden auch zur Hochzeit eingeladen waren, da wir uns mit ihnen wirklich nett und ausgiebig unterhalten konnten. In Leon gab es dann natürlich ein großes Hallo, als wir Bea und Dany sowie ein weiteres gut befreundetes Paar der Beiden in der Stadt trafen. Es stellte sich dann heraus, dass wir die vier Nächte in Beas und Danys Wohnung verbringen würden und dass ihre Freunde ebenfalls Englisch sprachen sowie total nett und hilfsbereit waren. Die Feier am nächsten Tag verlief anders als gewohnt, aber nicht weniger feierlich. Eine kurze Zeremonie im Standesamt, bevor das Paar mit ca. zwei Kilo Reis, Blumen und Kanonenschlägen bei strahlender Sonne begrüßt wurde.
Auch die Feier danach etwas ungewohnt, aber toll: Eine Menge Essen (Schinken, Fleisch, Fisch) und Tanz im Restaurant, bevor es um 21 Uhr in die Stadt in eine Bar ging, wo bis in die Morgenstunden weitergefeiert wurde.



Am nächsten Tag war allgemeines Ausruhen angesagt, bevor wir am Montag Leon besser kennenlernen sollten. Eine hübsche Stadt, die für ihre Kathedrale berühmt ist und auf dem Jakobs-Pilgerweg liegt. Bea und Dany zeigten uns alles und so verbrachten wir nochmals einen herrlichen Tag, der mit einer Breakdance-Vorstellung von Danys Kumpels endete.



Am Dienstag ging es mit dem Bus zurück nach Madrid, wo wir uns noch mit Ruben, einem Freund von Dany, den wir an der Hochzeit kennenlernten, trafen und gemütlich Essen gingen. Dabei muss man sagen, dass man in Spanien keine Chance hat, sein Essen selbst zu bezahlen wenn man Freunden ausgeht. Wir wurden grundsätzlich eingeladen - aber auch sonst waren es natürlich tolle, erholsame und ereignisreiche Tage bei guten, hilfsbereiten und liebenswerten Freunden, die wir hoffentlich bald wieder sehen werden - das nächste Mal vielleicht bei uns.

Montag, 20. Oktober 2008

War nicht so gemeint...

Klar - es ist nie so gemeint, wie es gesagt wurde!
Ich will gar nicht lange drumherum reden: Als ich den ersten Satz meines letzten Eintrages gestern Abend um 23 Uhr geschrieben habe, war ich mit meinen Gedanken noch zu einem Großteil bei I Am Kloot und ihren Melodien und mit dem Rest schon im Bett. So fiel mir die Bedeutung dieses ersten Satzes überhaupt nicht auf. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass der Satz von jemandem, mit dem man fast das gesamte (und zudem wunderschöne) Wochenende verbrachte, doch etwas kritisch aufgefasst werden könnte.
Deshalb an dieser Stelle ein ehrliches

Sorry

Sonntag, 19. Oktober 2008

Große Gefühle

Auf große Gefühle habe ich am Donnerstagnachmittag in der Landesbibliothek nicht unbedingt für das Wochenende gehofft. Im Gegenteil - seit Ewigkeiten ist mal wieder eine Auswärtsfahrt geplatzt (nur zu zweit im Auto wollten wir nicht, Busse waren ausgebucht) und just als ich mich doch noch aufraffen konnte mich an meine Texte für die Hausarbeit zu setzen, konnte ich fühlen, wie plötzlich von Minute zu Minute eine Erkältung die Macht über mich ergriff. Die Sehnsucht nach erholsamen Schlaf war groß und ein bisschen war ich froh, dass ich die Nacht von Freitag auf Samstag nicht in einem Bus verbringen würde.
Der Freitagabend war dementsprechend unspektakulär, aber mein Körper hat mir die zehn Stunden Schlaf gedankt.
Doch zurück zu den großen Gefühlen: Das Spiel in Berlin verfolgte ich in einer Kneipe in Tübingen, und wäre eine Aufzeichnung von irgendeinem anderen Spiele des VfB in Berlin aus den letzten Jahren gezeigt worden - es wäre mir wahrscheinlich nicht aufgefallen. Der VfB die optisch überlegene Mannschaft, die Hertha im Bemühen darum, noch vor Cottbus und Bielefeld den ersten Platz in der Kategorie "uninspirierter & biederer Fußball 2008" zu erklimmen. Nur irgendwelche höheren Mächte können dafür verantwortlich sein, dass Berlin mit dieser Spielweise 2-1 gewann. Frust war angesagt.
Der verflog aber spätestens abends im Kino: "Young@Heart" - ein Dokumentationsfilm über einen Senioren-Chor aus den USA, der Pop-und Rocklieder aufführt. Einfach wunderbar ist der selbstironische und warmherzige Humor, den die Protagonisten, die näher portraitiert werden, ausstrahlen. So viele Szenen fielen mir jetzt ein...einfach anschauen und verzaubern lassen von der Lebensfreude, welche die 75- bis 92-Jährigen in diesem Film versprühen.
Noch mehr Glücksgefühle gab es dann heute Abend in der Röhre: "I Am Kloot " aus Manchester kamen, um etwas über 1 1/2 Stunden das Publikum zu begeistern. Es gibt einige Stimmen, die mich begeistern - Kelly Jones von den Stereophonics zum Beispiel, den ich an gleicher Stelle im Juni erlebte - aber John Bramwell hat mich heute total in seinen Bann gezogen, inklusive seeligem Schwelgen in verträumten Melodien und Gänsehaut.
Als er Mitte des Konzerts zwei Songs allein auf der Bühne stand, hätte man am Liebsten noch fünf weitere dieser kleinen Geschichten über "disaster" (running-gag des Abends) hören wollen: markant, mit viel Hall, ausdrucksstark (z.B. "Proof" auf myspace). Dazu zwei Bandkollegen, welche diese Stimme mit ihrem unaufdringlichen Sound bestens unterstützten & ergänzten sowie ein wirklich sympathisches Auftreten. Man merkte, dass die drei sich freuten, als sie - was ich in Stuttgart bis jetzt noch nie erlebte - zum zweiten Mal auf die Bühne kommen musste, da das aufgedrehte Publikum der schon von CD laufenden Musik einfach drei Minuten frenetischen Applaus entgegensetzte.
Thanks a lot & cheers

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Auf Reisen II - Livorno

Schon immer stelle ich mir vor, dass es einfach herrlich sein muss, in ein Auto zu sitzen, und einfach drauflos zu fahren. Den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, sich nicht um die alltäglichen Dinge daheim kümmern, sich von nichts aufhalten zu lassen. Einfach weg, dorthin, wo einen der Zufall hinführt.
So ähnlich war es Anfang September, nur mit dem Unterschied, dass das Ziel feststand: Livorno, Toscana, Italien.
Janina war seit zwei Wochen bei ihrer Tante, ihrem Onkel und deren beiden Kinder, die alle nunmehr seit 10 Jahren in Italien leben. Und irgendwie hatte ich nach der ein oder anderen SMS, wie toll denn das Wetter, das Meer und das Essen sei, doch auch Lust Meer bekommen (sorry - der Wortwitz hat sicher einen der längsten Bärte!). Mir ist dann oben schon beschriebene kleine Sehnsucht wieder in den Sinn gekommen und so stand schnell fest: Nicht mit dem Auto sollten die Alpen überquert werden, sondern mit dem Auto.
Und es hat einfach Spaß gemacht. Toll war schon der langsame Sonnenaufgang auf der Schwäbischen Alb und doch immer wieder beeindruckend sind natürlich auch die Alpen. Vor allem ist es von Stuttgart aus gar nicht einmal so weit, bis man in den Alpen ist. Spaß gemacht hat die Fahrt nach Innsbruck: rechts wie links beeindruckende Berge, geöffnetes Schiebedach, schicke Sonnenbrille (ja, die von meinem myspace-Profil) und natürlich den mp3-Player voller Musik!
Nach dem österreichisch-italienischen Grenzübergang wurde ich das erste Mal von der italienischen Polizei herausgewunken. Ob es an meiner Brille lag? Ob dass ich verdächtigerweise alleine unterwegs war? Nun ja, meine Papiere schienen in Ordnung und auf dem Boden meiner Reisetasche wurde auch nichts gefunden - also weiter über den Brenner. Die Strecke nach Bozen und Verona zog sich dann doch etwas, was auch an der nicht gerade abwechslungsreichen Landschaft liegt. Deutlich abwechslungsreicher war es dann wieder ca. 50-70 km vor Florenz, wo zahlreiche kurze Tunnel und eine schöne kurvige Strecke wirklich Spaß machten.
Als ich dann nach ca. 10-11 Stunden Fahrt in Livorno ankam, wurde ich gleich zum Meer gelotst und von der schon ordentlich braunen Janina empfangen, worauf ich schneller als ich "Buon Giorno" sagen konnte im Wasser war.
Es folgten sechs wunderschöne, entspannende Tage mit Sonne, Meer & gutem Essen - Parmesan, Schinken, 50 Jahre alter Balsamico usw.
Ein Nachmittag sahen wir uns Pisa an, ansonsten waren wir jeden Tag mit den beiden Kids am Meer.
Am Wochenende ergab es sich, dass zufällig der A.S. Livorno in der Serie B gegen Mantova spielte. Zusammen mit Janinas Onkel verfolgte ich ein recht interessantes Spiel und durfte die neuen Bestimmungen in Italiens Stadien kennenlernen, wonach jeder, der eine Karte kauft erst einmal seinen Ausweis vorzeigen muss, sodass der Name auf die Karte gedruckt werden kann. Drinnen werden aber munter die Plastikflaschen, Feuerzeuge und sonstige Gegenstände in Richtung des Linienrichters geworfen.

Ich hätte es durchaus noch länger aushalten können. Das Zeitgefühl kam mit irgendwann abhanden, das Handy war tagelang ausgeschaltet - herrlich!
Doch nach sechs Tagen ging es wieder zurück. Erholt, entspannt und etwas gebräunt.

Freitag, 3. Oktober 2008

Auf Reisen I - Györ

Nun also zu meinen Reisen der letzten Zeit.

Die erste Reise könnte man als Roadtrip bezeichnen. Sechs Jungs im Opel Zafira fahren 1000 km nach Ungarn. Grunde der Reise? Dürfte eigentlich klar sein - mein weiß-roter Fußballclub durfte mal wieder im UI-Cup ran. Morgens um 6 Uhr ging es los in Richtung des ungarischen Städtchens Györ, das ungefähr in der Mitte zwischen Wien und Budapest liegt.


Um 16 Uhr, nach einer doch recht kurzweiligen Fahrt, kamen wir an und konnten uns noch die hübsche Innenstadt anschauen, bevor es zum Spiel ging, das unspektakulär mit 4-1 gewonnen wurde.
Das Highlight der Fahrt war aber dann doch noch der 1-tägige Aufenthalt im Ferienhaus (45 Minuten von Budapest entfernt) von Bernds Eltern. Dort empfing uns schon Bernds Vater und der erfrischende Pool!



Der nächste Tag war einfach nur herrlich: Frühstück auf der Terrasse, Pool, Besichtigung der beeindruckenden Basilika von Esztergom, Pool, Grillen, Pool und eine wieder sehr abwechslungsreichen (aber langen) Heimfahrt, auf der sich sehr interessante Gespräche und Diskussionen über Gott und die Welt ergaben! Solche Fahrten sind das i-Tüpfelchen des Fan-Daseins.

Auf Reisen

An einem mangelte es in diesen bald endenden Semesterferien gewiss nicht: an Reisen. Wieder einmal hatte ich das Glück, einige Teile Europas erkunden zu dürfen, wovon ich im nächsten Eintrag erzählen will.

Was schon eine ganze Ewigkeit zurückliegt ist der Trip mit meiner besten Freundin & kleinen Schwester Katrin nach Wien. Die Tage waren einfach klasse und es tut mir leid, dass ich darüber nicht zeitnah einen eigenen Eintrag geschrieben habe. Wir hatten vor allem das Glück mit Nela eine absolut tolle CouchSurfing-Gastgeberin zu haben, die sich um uns kümmerte und mit uns und Freunden von ihr bis morgens um 5 durch Wien zog. Unter diesen Freunden haben wir Flo kennengelernt, der uns gleich für die letzte Nacht, in der wir nicht bei Nela schlafen konnten, bei sich und seiner ebenfalls wahnsinnig netten Nebenbewohnerin Alex im Studentenwohnheim einquartierte. Der Blick von der Dachterrasse über die Stadt war einfach traumhaft und gern würde ich irgendwann mal wieder vorbeikommen und beim Blick über Stadt und ein paar Dosenbieren die Zeit verplaudern!

Warum mir das mit Wien wieder einfällt? Weil ich heute Katrin zum letzten Mal für ein ganzes Jahr gesehen habe - sie wird am Sonntag um 12.30 Uhr den ersten Flug ihrer Weltreise antreten. Und es war schon ein sehr seltsames, wehmütiges Gefühl, als wir da heute am frühen Abend auf der regennassen Straße standen und uns von ihr verabschiedeten.

Ich werde oft an Dich denken und Dir natürlich schreiben!

Mach's gut!

Dienstag, 16. September 2008

Heimwerker-King

Normalerweise rangiert ein Baumarkt in meiner Beliebtheitsskala direkt zwischen dem Insektarium/Spinnenhaus der Wilhelma und einer Provinzdisco à la Apfelbaum. Heute Morgen habe ich mich jedoch in die Höhle des Löwen gemacht - meine Vorfreude deckte sich nicht unbedingt mit dem enthusiastischen Gejodel aus dem Radio-Werbespot (habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass Radio-Werbung in meiner Beliebtheitsskala direkt zwischen Schnarchen und de Musik aus Provinz-Diskos à la Apfelbaum rangiert?) und der Spruch "Es gibt immer was zu tun" klingt in meinen Ohren nach einer Drohung.

Wenn der geneigte Hobby-Handwerker nun liest, dass es sich bei meiner großen Aufgabe lediglich darum handelte, einen neuen Duschschlauch (ist dieses Wort eigentlich das einzige mit zwei "sch" hintereinander? Und muss ich eigentlich bei jeder Frage das Fülwort "eigentlich" benutzen?) für die WG zu besorgen, wird ihn vielleicht eine mitleidige Belustigung befallen.

Im Prinzip war es auch nicht ganz so schlimm - wobei mich doch auch dieses Mal wieder das Gefühl beschlich, dass die hohen Regale mit den unzähligen Dingen, mit denen ich nichts anzufangen wüsste, mich hämisch auslachen, mit einem fiesen Joker-Grinsen aus Schrauben, Nägeln und Dübeln. Und auch demEindruck, dass die Verkäuer Mann als nachfragenden Kunden nicht ganz ernst zu nehmen scheinen bzw. einen leicht spöttischen Unterton in ihren Antworten mitschwingen.

Na ja, jedenfalls habe ich dann gleich daheim mein Werk vollendet und den neuen Duschschlauch (vielleicht doch besser mit Bindestrich in der Mitte?) mit einer Rohrzange (ja, nichts habe ich ausgelassen) montiert und mir dafür (völlig zu recht) ein herzliches Dankeschön meiner Mitbewohnerin Lora eingeheimst.

Vielleicht überwinde ich noch einmal irgendwann meine Abneigung gegenüber leichten handwerklichen Tätgkeiten, die ich über die Jahre entwickelt habe, was meinen beschränkten Fähigkeiten in diesem Bereich verschuldet ist - denn:

"Es gibt immer was zu tun" -

na dann

Donnerstag, 11. September 2008

Ein überdenkenswerter Satz

"Auf den Begiff gebrachte Dualismen [Beispiel: Klerus & Laien] erfassen und beschreiben nicht differenzierte Sozialverhältnisse, sondern vereinfachen und verkürzen die Vielfalt sozialer Beziehungen und Abhängigkeiten im Interesse der sich sprachlich artikulierenden Handlungsträger."

Klaus Schreiner, Historiker

Donnerstag, 21. August 2008

Vorlesungsfreie Zeit

Da sind es nur noch 10 Tage im August und der letzte Eintrag ist von Ende Juli. Seitdem ist die Vorlesungsfreie Zeit (von Neidern auch "Semesterferien" genannt) in ihrer Hochphase angekommen, was heißt, dass ich wie in jeden Semesterferien (von sich angegriffen fühlenden Studenten auch "Vorlesungsfreie Zeit" genannt) bemüht bin Struktur in den Alltag zu bringen. Das heißt momentan nicht viel länger als bis 8 Uhr zu schlafen, konstant an den Hausarbeiten zu arbeiten (nur noch eine!!!), Dinge, die ich schon lange erledigen will zu erledigen (Handy, Fahrrad, Computer) und natürlich einen Teil der Zeit zu genießen (Fußball, Kino, etc.).

Wie hieß es oft auf der Fahrt nach Köln am letzten Wochenende: "Das Leben könnte schlimmer sein".

Dienstag, 29. Juli 2008

Neue Songs auf -myspace-


Nach stunden- und tagelangem Tüfteln unseres Tastenvirtuosen und Klangkünstlers Jan-Georg kann nun das erste Ergebnis "Mexiko" auf unserer "myspace-Seite" gehört werden. Die zwei weiteren Songs "Gloria" und "Geld" folgen dan in absehbarer Zeit.

Also am besten anhören, kommentieren und weiterempfehlen!

Sonntag, 27. Juli 2008

CSD Stuttgart


Es war farbenfroh. Es war lebendig und fröhlich. Es war toll!

Es regt zum Nachdenken an.

Wenige andere Veranstaltungen rufen unterschiedlichere Reaktionen von Menschen hervor wie der "Cristopher Street Day". Gestern fand die Parade anlässlich der Erinnerung an den Tag 1969, an dem das erst Mal Homosexuelle und Transsexuelle in New York spontan auf die Straße gingen, um gegen Willkür, Repression und staatliche Polizeigewalt zu protestieren, in Stuttgart statt.

"Warum müssen die denn so provokativ rumlaufen?"

Tja, warum? Weil auch heute noch in unserer modernen Gesellschaft Homosexuelle einer ungeheuren Anfeindung und Nichtakzeptanz gegenüberstehen.
Warum? Warum ist das so?
Weil die Homosexuellen eine Minderheit darstellen und eine Minderheit in jeder Gesellschaft um Anerkennung der gleichen Rechte kämpfen muss?
Wahrscheinlich!
Ausländer stellen in unserer Gesellschaft eine Minderheit dar. Muslime, Juden - die Liste ließe sich lange fortsetzen. Im Römischen Reich wurden anfangs die Christen verfolgt, bis sie zur Mehrheit wurden und sie ihrerseits die nächste Minderheit verfolgten. Ein Beispiel, das zeigt: Es wird schwer sein, diese Barrieren und Verhaltensweisen jemals zu ändern. So hat auch die für die Schirmherrschaft vorgesehene Politikerin der CDU (sorry, hatte in Gesprächen aus Versehen SPD gesagt...war mir selbst schon etwas seltsam vorgekommen - na ja, dann bestätigt sich eben doch wieder ein Klischee) bei Bekanntwerden des Mottos "Ich glaube..." ihre Bereitschaft zurückgezogen.

Menschen, die wirklich aktiv sich gegen Intoleranz, Hass und Anfeindungen einsetzen, gleich in welchem Bereich, verdienen jede Unterstützung.

Ist es entscheidend, wen ein Mensch liebt?
Was ist ein schwuler Mann oder eine lesbische Frau?
Weniger wert?
Nicht normal? (Und wenn ja, WARUM NICHT?)

Ich glaube nicht.

WWW


Unter dem Kürzel "www" verbirgt sich seit kurzer Zeit nicht mehr nur das "World-Wide-Web", sondern auch der Spruch "Wir wollen Wulle"!

Seit Februar ist das Wulle-Bier wieder in Stuttgart zu haben - und es entwickelt sich schon jetzt zum Stuttgarter Kultbier - was wirklich auch gefehlt hat!
Wulle war eine alte Stuttgarter Brauerei, die 1971 - schließlich unter dem Dach von Dinkelacker - das Brauen einstellte. Nachdem die Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu vor etwas mehr als einem Jahr wieder in Familienbesitz überging, entschloss man sich, das Wulle-Bier wieder aufleben zu lassen, was sich als kluger Schachzug herausstellte. Denn die Bügelflasche mit dem traditionellen rot-weißen Aufkleber ist seitdem in einigen Bars und Kneipen oder bei Studenten-Partys der Renner.

So ist in Stuttgart in diesem Sommer z.B rund um den Palast der Republik wieder vermehrt das sympathische Ploppen zu hören und der alte Werbespruch der Brauerei zu lesen: Wir wollen Wulle.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Ein neuer Klang

Schon lange wollte ich mir eigentlich einmal eine Djembe zulegen. Diese wunderbaren, afrikanischen Trommeln, mit denen man so toll jegliche Art von Musik begleiten kann - und die, im Gegensatz zu einem ganzen Drum-Set, auch ohne Auto noch transportabel ist!
Seit kurzer Zeit habe ich mir diesen Wunsch erfüllt und meine neue Djembe schmückt nun mit ihren bunten Farben und den tollen Schnitzereien mein Zimmer - und sie klingt unglaublich toll!

Donnerstag, 26. Juni 2008

Bands, Bands, Bands

Mein drittes Festival sollte dieses Jahr anstehen. Nach dem Terremoto 2003 und dem Southside 2006 ging es dieses Jahr wieder nach Neuhausen ob Eck.
Es ist immer so eine zwiespältige Sache. Es gibt Momente während dieser drei Tage, in denen ich mich frage, warum ich mir das antue. Gut, es regnete nicht, dafür war es schon fast wieder etwas zu warm und allgemein schlaucht es manchmal schon ganz schön. Und spätestens wenn man merkt, dass man in der Nähe DER Idioten des gesamten Zeltplatzes sein Übergangsdomizil aufgeschlagen hat, denkt man: Vielleicht ist es dieses Mal das letzte Mal.
Doch dann gibt es zum Glück einige Augenblicke des musikalischen Glücks, die mehr als nur Entschädigung sind. Der erste davon war gleich bei der ersten besuchten Band zu erleben:"Elbow". Wunderbare Melodien, einfallsreiche Songs und eine tolle Stimme des Sängers - Gänsehaut und ein absolutes Wohlfühlgefühl. Danch ging es direkt weiter mit "Calexico", die zwei völlig unterschiedliche Stilrichtungen präsentierten. Einerseits südamerikanisch angehauchte Salsa-Musik, andererseits nicht zu verachtenden Indie-Pop. Danach Razorlight, die okay waren, aber irgendwie nicht restlos überzeugen konnten. Der erste Headliner war Radiohead. Ist einfach nicht so mein Ding, auch wenn die Lightshow wirklich spektakulär war. Außerdem war ich dermaßen müde, dass ich mich bei Nada Surf nach dem fünften Song in mein Zelt verkrochen habe. Schade, ich hatte mich eigentlich auf die Jungs gefreut.
Am Samstag freute ich mich hauptsächlich auf Jason Mraz, bei dessen Auftritt im Zelt man schon die ersten Auswirkungen seines steigenden Bekanntheitsgrades erleben konnte: Die Menge horchte interessiert 55 Minuten zu, applaudierte brav und flippte beim zum diesjährigen SWR3-Sommerhit mutierenden (nebenbei: wunderschön leichten und schwebenden, aber im Radio schrecklich verstümmelten) "I'm Yours" kollektiv aus. Na gut. Davor durfte ich noch ein paar Songs der Band "Bell X1" (Ex-Band von Damien Rice") belauschen, die mich absolut begeisterten! Unbedingt in die aktuelle CD "Flock" reinhören - lohnt sich!
Abends haten die Beatsteaks ihren großen Auftritt, den die Jungs aus Berlin auch wirklich zu nutzen wussten. Gekonnt begeisterten sie die Masse, die bereitwillig hüpfte, klatschte und sonstige Dinge tat. Bis spät in die Nacht tobten sich dann noch die Chemical Brothers an ihren Turntables und bei einer exzessiven Lightshow aus!
Am letzten Sonntag standen die Bands um unsere Aufmerksamkeit dann Schlange: "The Enemy", "The Wombats", "The Subways" und schließlich noch die "Kaiser Chiefs". Abends noch ein weiteres Highlight: "Maximo Park", deren Melodien und Sound einfach auch großartig sind und das Festival für mich persönlich absolut glanzvoll abschlossen - denn die das Festival beschließenden Fou Fighters konnten mich an diesem Abend nicht mehr begeistern. Sei es, weil wir weit weg oder einfach fertig waren oder warum auch immer.
Nach einer ewig vorkommenden Fahrt konten wir, beseelt von so viel Musik, irgendwann um 3 Uhr morgens wieder auf einer Matratze schlafen.

Samstag, 7. Juni 2008

Mehr zu Referate, EM & Sommermusik

Dass ich in meinem 100. Post der Welt (was heißt "Welt" - es ist immer noch ein großes Geheimnis, wie viele und wer eigentlich diesen Blog so alles liest...vielleicht doch ein "counter"?) mitgeteilt habe, dass ich nächst Woche drei Referate halten werde, ist eigentlich etwas schade. Das hätte schon etwas Spektakuläreres sein können!
Na ja, damit die Referatsache abgerundet ist, hier noch die Themen: "PISA 2006" (mit Fokussierung auf die Computerkompetenzen), "Luther und der Bauernkrieg" und "Die Probleme jüdischer Schatzfunde". So viel dazu.

Das große Thema dieser Tage ist - nein, nicht Barack Obama, der Ölpreis oder Bespitzelungsaffären - die EM.

Fahnen wehen, Bildchen werden gesammelt und halbkluge Prognosen und Kommentare abgegeben (immer am besten von Leuten, die mit Fußball ansonsten so viel zu tun haben wie ich mit Rhythmischer Sportgymnastik). Natürlich freue ich mich auf interessante Spiele, Siege der deutschen Mannschaft und gemütliche Fußballabende mit Freunden. Das ist quasi das entspannte Ausgleichprogramm zu meinem "etwas" angespannteren Fußball-Sehverhalten, was den VfB angeht.

Sehr entspannt hingegen kann man zur Zeit zwei neuen Alben zweier von mir sehr geschätzten Musiker lauschen: "Jason Mraz" - "We Sing. We Dance. We Steal Things." und "Death Cab For Cutie" - "Narrow Stairs". Nebenbei muss natürlich erwähnt werden, dass ich aufgrund Flos Anstrengungen in der glücklichen Lage war, das Jason Mraz-Album schon vier Wochen vor der Deutschland-Veröffentlichung (20.6.)€ in Händen halten zu können (ein kleiner positiver Aspekt der Globalisierung).

Es ist ein herrlicher Mix aus verträumten Songs, in der Mraz seine herrliche Stimme zur Entfaltung bringen kann und funkigen Sommersongs. Mit dem ihm schon jahrelang auf Konzerten gespielten "Your Song" scheint ihm nun auch der Durchbruch in Deutschland zu gelingen (wenigstens ist es in die SWR3-Rotation aufgenommen worden - ob dies nun einem Ritterschlag gleichkommt, kann selbstverständlich noch ausdiskutiert werden).

"Narrow Stairs" ist beim ersten Hören nicht ganz so eingängig wie das vorige Album der Band aus Seattle, "Plans". Aber interessant und mit nicht weniger großartiger Melodien, die es lohnen, das Album intensiv zu hören.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Murphy?!?

Ich dachte, dass mir das dieses Semester nicht passieren würde: Im letzten hatte ich nämlich vier Referate in zehn Tagen.

Tja, blöd gelaufen: Nächste Woche sind es drei in vier Tagen!

Herzlichen Glückwunsch!

Freitag, 30. Mai 2008

Im Bann der Worte

Gespannt saß ich im Eingangsbereich des Hauses der Geschichte und wartete auf den Einlass. Auf was ich da so gespannt wartete, war ein Gespräch eines SWR-Journalisten und katholischen Theologen mit Michel Friedman zum Thema "Antisemitismus heute". Der nicht sehr große Raum war voll und man konnte förmlich spüren wie die Leute an Friedmans Lippen hingen.
Zu Recht. Denn was er in den knapp zwei Stunden zu Antisemitismus, Rassismus, Demokratie und der aktuellen gesellschaftlichen Lage sagte, war einfach beeindruckend. Man hätte es eigentlich aufnehmen und gleich zum Drucken geben können. Das, was er sagte und wie er es sagte lies mich wiederum fragen, warum solch ein Mann nicht mehr Einfluss in diesem Land hat. Ich möchte an dieser Stelle nichts von seiner Verurteilung wegen Drogenbesitzes hören. Wer Friedman diese zwei Stunden gehört hat, denkt nicht an sowas.
Er denkt daran, wie faszinierend es ist, welche liberalen, weltoffenen und intelligenten Ansichten Friedman vertritt - wie er aber auch Grenzen klar definiert und sagt: bis hierher und nicht weiter.
Die Beispiele, die er bringt zum Thema Sozialisierung rassistischer Gedanken sind einleuchtend. Sie machen das Problem deutlich. Dass immer noch viel zu oft pauschalisiert wird: DIE Türken, DIE Amerikaner, DIE Deutschen. Er führt aus, dass es eigentlich kaum einen rationalen Grund geben könne, die Türkei nicht in die EU aufzunehmen, sondern dass es die Angst vor dem Islam sei. Er antwortet auf die Frage aus dem Publikum, warum es z.B. im Fernseh-Serien doch inzwischen homosexuelle Paare gibt, aber eigentlich keine Juden, dass es falsch sei deswegen zu glauben, Homosexualität sei in unserer Gesellschaft anerkannt (was ich durchaus aufgrund des ein oder anderen Gesprächs bestätigen kann). Dass wir also nicht glauben sollten, wie lebten in einem moralischen Paradies.
Er sagt noch so viel mehr an diesem Abend. Und ich hätte gern noch viel mehr behalten. Aber es wäre schon gut, wenn ich einige Gedanken behalte und für mich nutze!

Mittwoch, 28. Mai 2008

Jugendhaus Birkach & TMS


Diese klangvollen Namen sind die Locations der ersten beiden Auftritte von mir mit Hawelka. Ende April war der erste im Jugendhaus Birkach anlässlich eines Band-Abends. Wir besaßen die Ehre als erste band des Abends zu spielen und es hat richtig Spaß gemacht. Es war zwar nicht übermäßig viel Publikum da um uns zuzuhören, aber genug um doch einiges an Applaus zu ernten. Ich hatte das Gefühl, dass wir drei uns auch auf der Bühne richtig gut verstehen. Die Abstimmung und das miteinander Spielen funktionierte einwandfrei.
Gestern dann unser zweiter Gig vor der Thomas-Müntzer-Scheuer an der Uni Hohenheim. Ein Fest zur Rettung der Scheune durch den Asta Hohenheim und zu Ehren des 483. Todestags von Thomas Müntzer. Um Viertel nach 8 legten wir auf der sehr ordentlichen Sound erzeugenden Anlage los und es war schon deutlich mehr Publikum anwesend, denen es doch im Großen und Ganzen ganz gut zu gefallen schien!

Es macht jedenfalls wieder richtig Spaß auf der Bühne zu sitzen und vor Publikum zu spielen!
Der nächste Gig kommt schon bald: Am 10.6., wieder vor oder in der TMS.

Sonntag, 25. Mai 2008

Viva con Agua


"Viva con Agua" ist eine Initiative des FC St.Pauli und der Welthungerhilfe, die sich in verschiedenen Projekten für Trinkwasserbrunnen in Ländern wie Nicaragua, Ruanda oder Kuba einsetzen. Entstanden ist die Idee meines Wissens während oder nach einem Trainingslager der Profis des FC St.Pauli auf Kuba (tja, das Image muss gepflegt werden) und wird maßgeblich von von dem ehemaligen Spieler Benny Adrion betrieben. In diesem Jahr gibt es nun die Aktion "Wassermarsch" - einen Marsch von Hamburg zur EM in Österreich und der Schweiz, auf dessen Weg zahlreiche Veranstaltungen zur Finanzierung der Profekte stattfinden und durch viele (mehr oder weniger) Prominente unterstützt werden. Meistens sind dies Fußballspiele der "Viva-con-Agua-Allstars" gegen All-Star-Teams großer Vereine.

In diesem Zusammenhang findet morgen im Robert-Schlienz-Stadion (Amateurstadion des VfB) eben solch ein Benefizspiel der "Viva-con-Agua-Allstars" gegen die "VfB-All-Stars" (u.a. mit Hansi Müller, Guido Buchwald, Buffy Ettmayer usw.) statt, was sicher lohnenswert ist zu besuchen!

Wütend, direkt & träumerisch


Irgendwie hat es eine Weile gedauert, bis ich das Buch von Hermann Hesse endlich gestern fertig gelesen habe. Doch dieses Mal war nicht das Buch Schuld, sondern eher mein nachlässiges Leseverhalten. Jedenfalls nimmt "Der Steppenwolf" auf Anhieb einen der vorderen Plätze meiner persönlichen Buch-Bestenliste ein.
Warum?
Weil es eine unglaubliche Kraft, Energie und Wut ausstrahlt, die mich von Anfang an grefesselt und fasziniert hat. Harry Haller erzählt seine Geschichte - die Geschichte des Steppenwolfs - eine besondere Art von Mensch. Der Steppenwolf kommt immer wieder zu einer dunklen, nachdenklichen, unzufriedenen, ja fast schon depressiven Lebenseinstellung zurück, auch wenn er sich meistens souverän durch die bürgerliche Welt, die er eigentlich verabscheut, bewegt. Doch manchmal bricht es aus ihm heraus, was sich in Seiten voll wütender Anklagen gegen die vor sich hin lebende und nicht ernsthaft denkende Menschheit ausdrückt. Sie verstünden die wahre Schönheit der Musik nicht, hechelten nur der bedeutunglosen, zum Status Quo erklärten Durchnittsmeinung hinterher. Beeindruckend, wie frustriert und bitterböse diese Zeilen auch noch nach 80 Jahren wirken!
Schließlich trifft Harry, als er sich wieder einmal intensiv mit der Absicht des Selbstmordes beschäftigt, auf die ihn faszinierende Hermine, die ihm mit der Zeit die verschiedenen Genüsse des Lebens, die er bis dahin stets verachtet hatte, näherbringt. Der Roman endet in einem rauschartigen Finale im "Magischen Theater".

Faszinierend ist die Sprache Hesses, die oft so wunderbar poetisch und gleichzeitig kraftvoll und hier, wie schon gesagt, wütend und direkt ist.
Jedenfalls hat "Der Steppenwolf" Lust auf mehr von Hermann Hesse gemacht - und das ist doch vielleicht das größte Kompliment, das man einem Roman machen kann.

Freitag, 23. Mai 2008

Es war einmal...

"Weißt du wieviel Sterne stehen?
Und wohin die Flüsse gehen?
Sag warum der Regen fällt,
Wo ist das Ende dieser Welt?

Was war hier vor 1000 Jahren?
Warum können Räder fahren?
Sind Wolken schneller als der Wind?
So viele Fragen hat ein Kind.

Ach Kind komm lass die Fragerei!
Für sowas bist du noch zu klein!
Du bist noch lange nicht soweit,
Das hat noch Zeit...

Was ist Zeit?

Ein Augenblick,
Ein Stundenschlag,
1000 Jahre sind ein Tag."


...der Mensch!
Seit heute darf ich mich stolzer Besitzer der kompletten Serie "Es war einmal...der Mensch" nennen - einer meiner absoluten Lieblings-TV-Serien über die Geschichte der Menschheit, inklusive des oben zu lesenden Textes des Titelsongs von Udo Jürgens!

Ein Tag voller Musik

Das war der gestrige Fronleichnam-Feiertag, der um 10 Uhr mit den Aufnahmen von Hawelka begann. Da es bis jetzt nur Aufnahmen ohne Schlagzeug (abgesehen von zwei oder drei Songs mit drum-machine) gibt, hatten wir uns entschlossen drei Songs mit Schlagzeug aufzunehmen, was die Bewerbungen für Gigs doch erheblich vereinfachen dürfte.
Nach langem Überlegen, Basteln und Verkabelungen konnte losgehen und innerhalb von etwa zwei Stunden hatten wir die drei Schlagzeug-Spuren im Kasten. Es klappte wirklich prima und wenn die Gitarren-, Gesangs- und Keyboard-Spur auch eingespielt sind und alles abgemischt ist, bin ich wirklich sehr gespannt auf das Endprodukt.

Von unserem Probenraum an der Uni Hohenheim ging es für mich dann weiter nach Ludwigsburg, wo von gestern an bis Samstag das "Straßenmusiker-Festival" zu erleben ist. Und dieses lohnt sich auf jeden Fall. Im Blühenden Barock um das Ludwigsburger Schloss treten an den drei Tagen 50 unterschiedlichste Straßenmusiker-Gruppen auf. Es gibt 10 Bühnen, die über das weitläufige Areal verteilt sind, auf denen im Abstand von 20 Minuten immer verschiedene Musiker auftreten. Trotz Eintritt spielen die Musiker natürlich um die Gunst der "Passanten", was sich in klingender Münze in den Hüten und Gitarrenkoffern ausdrückt oder in dem Voting, das jeder Besucher für zwei Gruppen abgeben kann. Besonders angetan hatten es mir "The Mighty Peas" England. Die drei Jungs hatten einfach richtig viel Spaß und den typischen englischen Humor und Charme (man beachte ihre Version der James Blunt-Schnulze "You're beautiful" - hier: "We Hate Puke"). Außerdem konnten noch "Jammin'Johnny and the Disko Fuckers featuring the Onkel Hanke Brassorchester" begeistern, die mit ihrer verrückten Bühnenshow, den feingeistigen Texten und ihrem musikalischen Können die Menge begeistern konnten sowie "Mark Gillespie feat.Thomas Drost" und "The Two Famous Unknowns".

Montag, 19. Mai 2008

07/08

Seit Samstag ist die Saison 07/08 zu Ende. Am Schluss dachte ich: zum Glück! Es war eine seltsame Saison. Nicht dass ich zu hohe Erwartungen hatte - aber einen UEFA-Cup-Platz sollte schon drin sein. Es wurde mit dem 2:2 gegen Bielefeld (obwohl es Bielefeld ja eigentlich gar nicht gibt) der sechste Platz und damit die Qualifikation für den UI-Cup. Irgendwie hatte man die ganze Saison das Gefühl, dass mehr drin gewesesn wäre - aber irgendwie auch nicht. Zu viele Dinge haben nicht gepasst. Von der Qualität der Einzelspieler war der diesjährige Kader sicher besser besetzt, soch das heißt ja oft nichts.
Was bleibt von dieser Saison? An erster Stelle natürlich die Champions-League-Fahrten nach Glasgow, Lyon und Barcelona (nicht aus sportlicher Hinsicht)

- wobei vor allem die Tour nach Glasgow (mit den Stationen Edinburgh und London) mit Elmar und die drei Tage Barcelona (Flug mit Elmar und Lars) herausragen. Dann einige sportlich wirklich klasse Heimspiele (Bayern, Bremen, Frankfurt), aber auch die Enttäuschungen des CL-Ausscheidens in Lyon und im DFB-Pokal gegen Jena.
Was kommt? Zunächst das TV-Highlight EM und Ende Juli eben schon der UI-Cup an welchem der VfB schon dreimal teilnahm (zweimal Sieger) und in dessen Rahmen es auch legendäre Auswärtsfahrten gab! Und am 14. August geht es dann wieder von vorne los - neues Spiel, neues Glück.

Sonntag, 18. Mai 2008

Schade...

...von dem Film hatte ich mir mehr versprochen. Der Trailer zu dem italienischen Film "Mein Bruder ist ein Einzelkind" hatte mein Interesse geweckt und mir Hoffnung auf einen interessanten Film zum Thema 'radikale politische Meinungen' gemacht. Es geht in der Hauptsache um zwei Brüder in einer fünfköpfigen italienischen Familie, die beide eine gegengesetzte extreme politische Meinung entwickeln: Der eine ist Kommunist, der andere Faschist. Moment - oder geht es in der Hauptsache nur um den faschistischen der Beiden, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird? Wird sie überhaupt aus seiner Sicht erzählt? Jedenfalls taucht er ab und an als Sprecher aus dem Off auf.
Was hatte ich erwartet? Eigentlich eine differenzierte Auseinandersetzung mit dieser schwierigen und kritischen Situation! Es ist für mich eine furchtbare Vorstellung, wenn Eltern merken, dass ihr Kind eine faschistische Lebensauffassung vertritt. Für sie einsteht und für sie kämpft. In dieser Konstellation - faschistischer Sohn, der auch noch einen kommunistischen Bruder hat - steckt unglaublich viel Brisanz. Doch wahrscheinlich zu viel. Denn der Film versucht in einer für mich gefühlten Hektik möglichst viele Aspekte und Probleme abzuhandeln. Genau so ist es mir vorgekommen: Eine Abarbeitung von Klischees. Klar, der jüngere Bruder (und spätere Faschist) wird immer von seinem älteren Bruder (schon jetzt Kommunist) verschlagen und gedemütigt. Er darf nicht ddie Schule, die ergerne besucht hätte usw. Bis dahin noch okay, da ich dachte, dass hier der Versuch aufgezeigt werden soll, wie die beiden politisch extremen Einstellungen der Beiden entstanden ist. Doch der Film lässt zu viel Ernsthaftigkeit vermissen. Da wurde für meinen Geschmack zu viel ins Lächerliche gezogen und zu viel Standard-Szenen herausgekramt: Jüngerer Bruder verliebt sich in Freundin des Älteren; faschistischer Bruder wird von der deutlich älteren Frau seines fast schon väterlichen, dörflichen Faschisten-Führers zu einer Affäre verführt (in einer selten plumpen und überhaupt nicht erotisch wirkenden Szene), während dieser im Gefängnis sitzt; später, als (aus mir nicht ganz klar gewordenen Gründen) der jüngere Bruder von seinem faschistischen Glauben zu den Linken überläuft (argh!), erwischt dieser ihn bei einem versuchten Anschlag auf die Dorf-Zentrale der Fachisten, erwischt ihn, verprügelt ihn - und stirbt!
Spätestens bei dieser Szene habe ich abgeschalten. Es ging dann zwischendrin noch um irgendwelche versprochenen neuen Wohnungen für die Familien des Dorfes, was auch der Jüngere in einem Akt von Robin Hood löste, um das Kind seines älteren Bruders und seiner Freundin, der sich nicht um sie kümmerte, sondern nur um seine "Revolution" und nebenbei noch um die Schwester der beiden, die mit irgendeinem Professor zusammen ist usw.
Die Figuren blieben irgendwie blass - ich konnte mich zu keinem Zeitpunkt mit irgendeinem identifizieren - und so war mir auch ihr Schicksal relativ egal. Iregndwie scheint es, als ob die auftretenden Konflikte sehr oberflächlich bleiben und nicht in die Tiefe gehen. Das wird dann zum Schluss, bzw. mit dem dramatischen Schluss noch versucht, der aber irgendwie auch nicht dazupasst.

Wie gesagt, ich hatte wahrscheinlich viel zu hohe Erwartungen an diesen Film. Aber das relativiert meinen Eindruck von ihm auch nicht. Vielleicht bin ich zu kritisch - ich würde jedenfalls gerne weitere Meinungen zu diesem Film hören!

Samstag, 17. Mai 2008

Nordengland

Ja, ich weiß! Seit dem Nordengland-Tripp von Janina und mir ist inzwischen ein Monat vergangen. Shame on me!
Nun ja, ich will eigentlich auch nicht von der ganzen Tour noch einmal berichten, das ist bei "Janinas Blog" ausführlich und bestens nachzulesen (fünf Einträge im April).

Ich möchte einfach über einige Dinge schreiben, die mir noch besonders in Erinnerung sind. Da wäre zunächst einmal die erste, unglaublich tolle Erfahrung mit dem CouchSurfing-Projekt! Ich hatte gehofft, dass es interesant und toll wird, doch die in jener Woche gemachten Erfahrungen haben alles erwartete übertroffen! Die Herzlichkeit und Offenheit, mit denen wir von unseren fünf verschiedenen Gastgebern aufgenommen wurden war einfach grandios! Es war auch einmal interessant innerhalb von sieben Tagen auf so viele unterschiedliche Menschen zu treffen, die man alle vorher nicht kannte und zu sehen, wie gut man miteinander auskam und wie schnell eine Verbindung aufgebaut wurde! Thanks Tom, Tanya, Huw, Ela, Steve, Rob & Dan!
Vielleicht doch noch kurz etwas über die einzelnen Städte:
- Sheffield: was mir im Nachhinein über diese Stadt spontan einfällt: "Nett". Das trifft es wohl am ehesten. Eine nette Innenstadt, aber keine nennenswerten absoluten Highlights. Erhält seinen Charme durch die Tatsache, dass es eine Studentenstadt ist.
- York: Einfach wunderschön! Die kleinen, mittelalterlichen Gässchen, die ringsum laufende Stadtmauer, das imposante Münster, die zahlreichen Pubs - wie aus dem Bilderbuch!
- Leeds: Da trifft ein in England häufig benutzter Ausdruck zu: posh. Die Stadt wirkt irgendwie nur halb fertig & unbelebt, was an den zahlreichen neuen, aber leerstehenden Büro- und Wohnhäusern liegt, und an der ganzen Atmosphäre der Stadt. Wobei es einen coolen Pub gab, in dem die Atmosphäre dann doch ziemlich cool war: ein kleines Schiff.
- Manchester: Sehr urban und lebendig. Viele Studenten, ein alternatives Viertel, viele alte Backsteingebäude, wieder zahlreiche neue Architektur, einen wirklich schönen Kanal und eine interessante Musikszene. Und einen hochinteressanten Fußballclub: "FC United of Manchester". Die Story zu diesem Verein gibt es bei "Wikipedia".
- Liverpool: eine charmante Stadt, wohl auch durch ihre Nähe zum Meer. Wieder sehr viele städtebauliche Veränderungen, die in den nächsten Jahren noch andauern werden. Zwei der interessantesten und beeindruckendsten Kirchen, die ich in letzter Zeit gesehen habe!

Was einfach noch unglaublich toll ist, ist der nordenglische Akzent, bei dem oft das "u", wie z.B. in "Pub" tatsächlich wie ein "u" ausgesprochen wird und der einfach cool klingt!
Dann natürlich die Pub-Kultur. Es ist einfach eine Selbstverständlichkeit, amspäten Nachmittag oder frühen Abend auf ein oder zwei Pint in einen Pub zu sitzen. Es ist ein Ort, wo sich jeder trifft und wo man nicht schräg angeschaut wird, wenn man eine Stunde alleine bei seinem Pint sitzt.

Alles in allem war es eine tolle Erfahrung und eine tolle Tour - und ich hoffe, ich werde diese Region Englands nochmals irgendwann besuchen können!

Sonntag, 11. Mai 2008

NETZ GEGEN NAZIS


"Netz gegen Nazis" ist eine neue Inititative der ZEIT und anderer Mitinitiatoren. Die Seite zeigt, wie aktuell der Rechtsradikalismus in Deutschland ist und wie akut die Gefahr der Zunahme, auch von rechten Tendenzen in der öffentlichen Meinung.
Es ist einfach dringend notwendig diese Tatsache in das öffentliche Bewusstsein zu bringen und auch im Alltag gegen rechtsradikale Anzeichen Position zu beziehen. Deshalb ist diese Aktion wichtig - doch der nächste Schritt muss von der Politik kommen, die immer noch oft der Meinung ist im Präventivbereich oder bei der Hilfe für Aussteiger Gelder einsparen zu können, und von uns als Einzelpersonen.

"http://www.netz-gegen-nazis.com"

Perle

Eine Perle des aktuellen deutschen Films ist "Kirschblüten - Hanami". Dieser intelligente und gefühlvolle Film über die letzte gemeinsame Zeit eines älteren Ehepaars aus der bayerischen Provinz (Hannelore Elsner, Elmar Wepper) und über den Umgang mit dem Tod ist voll mit herrlichen Bildern und wunderbaren Szenen. Ein Gesamtkunstwerk, das man sich unbedingt ansehen sollte!

Freitag, 2. Mai 2008

Verzug

Ja, ich weiß - wo bleiben die Neuigkeiten, die Erlebnisse, die Berichte...? Es ist ja nicht so, dass ich nix erlebe: Städtetour durch Nordengland, vier Tage Wien, die ersten Couchsurfing-Erlebnisse, mein erster Hawelka-Gig, ein Wochenende mit Janina, Walpurgisnacht in Heidelberg ...
Ich komm einfach nicht dazu über all das, was ich derzeit so treibe auch zu schreiben. Aber ich habe es noch vor.
Bestimmt!

Donnerstag, 24. April 2008

Lange...

...hab ich nichts geschrieben, was verschiedene Gründe hatte - das soll wieder etwas anders werden.

Der erste Eintrag nach langer Zeit ist fällig, weil ich mich gerade wie ein Schneekönig freue, dass "Jason Mraz" zum Southside kommt!
Wer verstehen will, warum ich mich so freue, dem lege ich den obigen Link ans Herz und das erste Lied der sich dahinter befindlichen myspace-Seite oder "meinen Eintrag" zum Konzert im letzten Juli! Einfach großartig!!

Samstag, 5. April 2008

Treffend

Besser könnte ich es mit meinen eigenen Worten wahrscheinlich nicht beschreiben:
"DAS" ist es unter anderem, was einen Woche für Woche reisen und mitfiebern lässt!

Donnerstag, 20. März 2008

Auf den ersten Ton

Es war verrückt und ist so bis jetzt kaum vorgekommen - und ich danke den Möglichkeiten unseres Multimedia-2.0-Web-Zeitalters: Ich klickte auf den in Google angezeigten Link, die myspace-Seite öffnete sich und die ersten leisen, träumerischen und sphärischen Gitarrenklänge von "The Grants" hatten mich gepackt. Irgendwo berührten sie etwas, was als Kunst nur die Musik vermag (doch das zu erörtern wäre ein anderes, langes Kapitel).

Wie ich auf diese Band gestoßen bin? Am Freitag wollen Janina, Simpson, Flo und ich zusammen einen Tag in London verbringen. Mittags etwas durch die Stadt streifen, irgendetwas anschauen und abends ausgehen. Was liegt da in London näher als nach einem Konzert zu suchen! Doch bei "dem Angebot" ist man schnell etwas übefordert! Also hab ich einfach mal sämtliche Seiten durchforstet, bis ich auf den Namen "The Grants" stieß - und hey, eine englische "The-Band" könnte tendenziell nicht so schlecht sein. Der Rest ist oben beschrieben.
Das zeigt auf herrliche Weise wie es um die englische und die deutsche Musikszene bestellt ist. Da liegen einfach Welten dazwischen! Ein Grund ist sicher auch der, dass sich zu wenige wirklich für neue Musik interessieren, bzw. sich überhaupt für Musik wirklich interessieren. Ist das vielleicht zu hart? Na ja, ein Blick in die aktuellen Charts reicht aus, um dies zu bestätigen: 1. Schnuffel - Kuschelsong...8. Alex C. - Doktorspiele...10. Ich + Ich - Stark...Zweimal DJ Ötzi in den Top 20 UND Bata Illic & Eike Immel!
Allein, dass das gefülsduselige, nach einer Sekte erinnernde Duo Ich+Ich im Radio rauf und runter gespielt wird, lässt einem den Glauben verlieren. Gut, auch das Tema Radio wäre einen eigenen Beitrag wert.
Wie auch immer - es lohnt nicht sich darüber aufzuregen! Lieber klicke ich auf "www.myspace.com/thegrantsrock" noch einmal auf "play" ...

Mittwoch, 19. März 2008

Die Welle

Ich bin während meiner Schulzeit nicht in den Genuss der Lektüre von "Die Welle"gekommen und war deshalb recht gespannt auf die aktuelle deutsche Verfilmung. Die Geschichte beruht auf einem Experiment eines Lehrers in den USA 1967. Ron Jones setzte dieses Experiment, das den Schülern die Struktur der Jugendorganisationen des Nationalsozialismus direkt vor Augen führen sollte, für einen Tag an. Beeindruckt von den Ergebnissen dehnte er es dann auf fünf Tage aus, bevor er es abbrach.
Die deutsche Verfilmung verlegt die Handlung an ein deutsches Gymnasium, den Lehrer spielt Jürgen Vogel. Die Rolle passt zu ihm. Der Lehrer, den er spielt, wird von den Schülern geduzt, eckt mit seiner Art des öfteren bei den Kollegen an und wohnt mit seiner schwangeren Freundin (ebenfalls Lehrerin auf der selben Schule) auf einem alternativen Hausboot. Ihm wird das Projekt "Autokratie" zugewiesen, das er nach anfänglichem Sträuben (viel lieber hätte er das Projekt zu "Anarchie" geleitet) mit einem ungewöhnlichem Versuch durchziehen will. Mit einigen Reizpunkten, mit denen er die Schüler packen kann, bildet er eine Klassengemeinschaft - Die Welle. Er führt neue Verhaltensweisen ein: Aufstehen beim Sprechen, kurze und knappe Antworten, eine Uniform (weißes Hemd), einen Gruß.
Nach zwei Tagen nimmt das Experiment gefährliche Züge an, die dem Lehrer Reiner Wenger allerdings verborgen bleiben. Die Schüler fühlen sich zunehmend stark in dieser elitären Gemeinschaft, in die schnell nur diejenige hineindürfen, die sich wie sie verhalten und die ein weißes Hemd tragen. Doch warum gerät das Projekt - vor allem außerhalb der Schule - außer Kontrolle? Weil einige der Schüler übermannt und geblendet werden von diesem Zusammengehörigkeitsgefühl, das sie alle viel stärker werden lässt, als dies vorher der Fall war.
Die Film zeigt auf jeden Fall einige Prinzipien totalitärer Organisationen auf. Doch er wandelt auf einem schmalen Grat. Einige Male vermittelt er den Eindruck, als sei das ganze doch ziemlich cool - die Reaktionen im Kino bestätigen das. Dieser Eindruck wird erst am Schluss des Filmes völlig entkräftet, wobei es dazu einem drastisch andereren Ende des Projektes bedarf, als es in Wirklichkeit war.
Jedenfalls ist der Film eine Basis und eine gute Gelegenheit, mit Schülern über die Prinzipien und das Entstehen des Nationalsozialismus und ähnlicher Regime zu sprechen.

Dienstag, 18. März 2008

Tipp für Ostern

Es ist wie verhext: Bin ich hier, finden tolle Konzerte in London statt - bin ich dagegen in London, gibt es in Stuttgart ein musikalisches Highlight!
Am 23.3. (Ostersonntag) spielen die "Editors" im LKA, was sicherlich ein klasse Konzert werden wird. Im gleichen Atemzug ist das aktuelle Album zu empfehlen: "An End Has A Start". Eine markante, eindringende, teilweise unglaublich melancholische Stimme gepaart mit großen, schwebenden Melodie und Songs, bei denen man nicht anders kann als durch die Wohnung zu tanzen!
Tolle Band, tolles Album - sicher auch ein tolles Konzert.

Montag, 17. März 2008

Denkmäler, Guinness und bunte Türen

Es wird langsam mal Zeit, dass ich über meine letzte Städtetour berichte. Warum ich das so lange nicht gemacht habe, weiß ich eigentlich auch nicht!
Im Februar ging es von London aus für zwei Tage nach Dublin (mein Weihnachtsgeschenk von Janina). Über das Ärgernis mit Ryan Air und der vierstündigen Verspätung will ich eigentlich nicht viel schreiben - kann man auf "Janinas Blog" nachlesen. Was gibt es aber über Dublin zu sagen. Es ist auf jeden Fall eine schöne, liebenswerte Stadt. Eine Stadt der Denkmäler und Statuen, der Kirchen und der bunten Türen. Die Heimatstadt des Guinness und der roten Haare. Dublin besitzt mit der Trinity University eine unglaublich tolle Universität, deren Campus schon etwas neidisch werden lässt (jedenfalls wenn man in Stuttgart studiert). Es gibt belebte, moderne Viertel, aber auch rauhe und glanzlose.
Doch man darf keine "Metropole" erwarten. Eineinhalb bis zwei Tage genügen eigentlich um das Zentrum Dublins zu erkunden und kennenzulernen. Alles ist bequem zu Fuß erreichbar. Das Nachtleben bietet natürlich die bekannten Pubs, am Wochenende sicher auch mehr - man muss nur wissen wohin.
Was noch etwas negativ auffiel war der Verkehr, der konstant hoch ist und sich durch die gesamte Stadt schlängelt. Verstärkt durch die Tatsache, dass das wichtigste (und bis auf eine Straßenbahnstrecke) einzige öffentliche Verkehrsmittel der Bus ist.
Alles in allem waren es zwei schöne Tage in einer wirklich schönen Stadt, die man für einen Kurztripp nur empfehlen kann.

Dienstag, 11. März 2008

Neues Team

Am Sonntagabend war es soweit - der neue Tatort aus Stuttgart betrat zum ersten Mal die Wohnzimmer der Nation. Und als doch einigermaßen lokalpatriotisch veranlagt, war ich natürlich live mit dabei!
Was ich vorher wusste? Nach dem etwas eigenbrödlerischen, kauzigen Herrn Bienzle (am schlimmsten ist eigentlich das Klischee-"le" bei seinem Namen) soll nun ein deutlich jüngeres Team ermitteln. Die Schauspieler? Richie Müller, als Gesicht mir aus dem Fernsehen bekannt, und Felix Klare, ein mir bisher unbekannter Theaterschauspieler. Ein bisschen Unbehagen hatte ich: Es hieß, dass der SWR bewusst ein moderneres Bild von Stuttgart zeigen will. Da ist die Gefahr groß, bemüht hip und cool wirken zu wollen.
Die Gefahr scheint aber gebannt. Auf die Handlung will ich nicht näher eingehen, die kann man einfach "hier" nachlesen. Die Schauspieler sind hervorragend ausgewählt. Auf der einen Seite Richie Müller als Kommissar Lannert, der aus Hamburg kommt, wo er als verdeckter Ermittler arbeitete. Wie und was er ermittelte erfährt der Zuschauer noch nicht. Er scheint jedenfalls fürs Grobe zuständig: Wortkarg, unkonventionell, bei einer Verfolgungsjagd durch die Fußgängerzone rasend. Auf der anderen Seite Felix Klare als sehr junger (31) Kommissar Bootz. Ihn sieht man in einer der ersten Szenen als glücklichen zweifachen Familienvater und erlebt ihn als eher korrekten, ehrgeizigen Beamten. Doch diese in den ersten 45 Minuten vermittelte Rollenverteilung wird in der zweiten Hälfte schon klugerweise demontiert. Als Lannert von einer Frau vorgehalten wird, er wisse doch gar nicht, wie es sei ein Kind zu verlieren, schweigt dieser vielsagend. Zudem sieht man in zwei oder drei Einstellungen, dass er oft eine Bibel bei sich trägt und er betet lange alleine vor dem Grab des ermordeten Mädchens. Bootz erweist sich dagegen am Ende als nicht immer so korrekt, z.B. bei der Szene, als die Beiden sich als schwules Paar ausgeben oder er am Ende seine Prinzipien und die Gesetze kurzzeitig außer Acht lässt.
So entsteht der Eindruck, dass über neue Team noch sehr viel erzählt werden kann. Die Charaktere sind dafür jedenfalls im ersten Fall sehr gut angelegt. Hinzu kommen noch einige Möglichkeiten, welche sich die Autoren durch die Einbindung der Staatsanwältin oder der Kriminaltechnikerin offenlassen.
Die beiden Hauptdarsteller verstehen zudem ihr Handwerk. Klare hat dieses typische hochinteressante und ausdrucksstarke Theatergesicht und ist auf simpathische Weise attraktiv. Müller spielt den verschlossenen Hanseaten mit unklarer Vergangenheit sehr überzeugend.
Der Fall war ebenfalls interessant, stellenweise auch beklemmend. Die Stimmung des Films wandelte sich ebenfalls in der zweiten Hälfte, als die ersten Annäherungsfloskeln vorbei waren, und war weit entfernt von der des typischen Vorabendkrimis. Und entgegen meinen Befürchtungen eines überbetonten coolen Stuttgarts glaube ich, dass die Vorzüge dieser Stadt sinnvoll eingesetzt werden.
Man darf also gespannt sein auf die nächsten Fälle des Stuttgarter Ermittler-Teams Lannert & Bootz.

Montag, 10. März 2008

Fliegende Zeit


Wenn ich in letzter Zeit gegenüber jemandem, der kein Student ist, erwähne, dass ich gerade Semesterferien habe und diese von Mitte Februar bis Mitte April dauern, ernte ich meistens erstaunte, ungläubige und manchmal auch etwas missbillige Blicke und Reaktionen.
Ich muss schon zugeben, dass das ein sehr langer Zeitraum ist. Zwei Monate am Stück frei - wer hat das schon (außer Schüler in Italien)? Doch ehe ich mich versehe ist die Hälfte dieser Zeit beinahe schon vergangen. Zehn Tage in England, Band-Proben, Freunde treffen, Lesen, Sport, Nachhilfe, Fußball und drei Tage extreme Rückenschmerzen lassen vier Wochen sehr schnell vergehen.
Die drei Hausarbeiten wollen auch langsam mal geschrieben werden, über Ostern und in der letzten Semesterferienwoche jeweils noch eine Woche nach London...und schon sind zwei Monate um.
Über langeweile oder fehlende Beschäftigung kann ich mich also nicht beklagen. Eher wundere ich mich über die Zeit, die manchmal gnadenlos zu sein scheint. Entweder wünsche ich mir, dass die Zeiger viel schneller ihre Runden drehen könnten oder ich wünsche mir zwei zusätzliche, individuelle Tage in der Woche, in denen ich ungestört meinen Arbeiten nachgehen könnte.
Wie singt Udo Jürgens in seinem Titelsong zu der Zeichentrickserie "Es war einmal...der Mensch" so schön?
"Was ist Zeit - Ein Augenblick, ein Stundenschlag, 1000 Jahre sind ein Tag."

Mittwoch, 5. März 2008

Was ist wichtig?

Letzte Woche ging ich mit dem festen Vorsatz des Shoppings durch die Königstraße. Aber es gab etwas, was ich absolut nicht verstand und mich auch geärgert hatte: Ende Februar hat man fast nirgends mehr eine vernünftige Auswahl an Schals! Und wie sich jetzt bestätigt, steht doch noch nicht der Frühsommer vor der Tür.

Etwas verdriest flüchtete ich mich vor dem Regen in ein Café und vor der etwas schlechten Laune in die ZEIT. Da las ich zum ersten Mal einen ausführlichen Bericht über die Lage in Dafur. Vergesen war der schwarze Schal. Vergessen dieses banale Konsum- und Industrieland-Problem!
Ich musste an den Besuch des "Imperial-War-Museums"in London mit Janina denken. Der Schwerpunkt lag natürlich auf dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, was immer wieder erschütternd und nachdenkenswert ist. Was aber eigentlich völlig den Zweifel an dem Verstand der Menschheit aufkommen lässt, ist der Teil der Ausstellung "Kriege und Konflikte nach 1945". Durchgehend 63 Jahre Krieg, Elend, Sterben. Überall, auf jedem Kontinent. Teilweise schon wieder vergessen oder verdrängt. Lernt die Menschheit wirklich aus ihren Fehlern?
In Deutschland wird ein Eiertanz um die Bildung einer Landesregierung veranstaltet, wobei es wahrscheinlich mehr um persönliche Eitelkeiten und sicher um reine Machtfragen Einzelner geht.
In Darfur löschen Regierungsbomber ganze Dörfer aus. Die Flugzeuge starten vom gleichen Ort, wo nebenan die Hilfshubschrauber der UN stehen!
In ein paar Monaten werden Milliarden von Menschen vor dem Fernsehgerät hocken und nach China zu den Olympischen Spielen schauen. Vielleicht sogar fasziniert ob der Stadien und der Organisation.
Die chinesische Regierung unterstützt währenddessen die Regierung in Darfur mit Geld und Waffen.

Die Ausstellung endete mit einem Zitat von John F. Kennedy:

"Mankind must put an end to war before war puts an end to mankind."

Freitag, 29. Februar 2008

Endlich wieder Hawelka

Endlich! Nach langer Zeit ohne musikalisches Austoben war es wieder soweit. Im Euroforum an der Uni Hohenheim widmete ich mich mit Jan-Georg und Petr als Teil von "Hawelka"wieder dem groovigen Sound dieser faszinierenden "Grenzgänger-Blues-Pop-Songs". Es machte unendlich viel Spaß wieder hinter den Drums zu sitzen und mit den beiden Jungs 2 1/2 Stunden zu spielen!
Und ein weiteres Highlight steht inzwischen fest: Der erste Gig!
Am 25. April im Jugendhaus Birkach. Wäre toll, einige bekannte Gesichter zu sehen!

Mittwoch, 27. Februar 2008

Dunkle Macht

Eigentlich hätte ich gestern in der S-Bahn vom Flughafen nach Hause an die letzten 10 Tage denken sollen. An die Zeit mit Janina in Dublin, London oder Brighton. Oder an das kommende Wochenende, wenn wir uns gleich wieder sehen.
Aber nein - alles, an was ich denke ist dieses nackte Ergebnis, das mich kurz nach der Passkontrolle per SMS erreicht hat: 6:7 n.E.
Verloren und aus dem Pokal ausgeschieden gegen das Kellerkind der Zweiten Liga.
Es sieht so aus, als ob ich mit Pokalniederlagen nie wirklich gut umgehen könnte. Doch diese negative Stimmung, die mich auch noch heute Morgen im Griff hat, überrascht mich immer wieder aufs Neue. Es ist fast schon beängstigend, wie dieses für Milliarden von Menschen unbedeutende und nichtige Ereignis meine Stimmung so beeinflussen kann. Es ist die dunkle Seite der Macht, die einen Fan in unregelmäßigen Abständen ereilen kann.
Es liegt aber auch sicher daran, dass ich nicht dabei war. Ich habe keine 140 Minuten im Stadion gelitten und mir meinem Ärger Luft machen können. Das hätte die Niederlage nicht besser gemacht, aber die Wut wäre im weiten Rund des Daimlerstadions verhallt und ich hätte sie nicht in mich reingefressen.
Keine Angst, ich werde auch den heutigen Tag genießen können -
aber Pokalniederlagen haben ihre eigenen Gesetze!

Montag, 25. Februar 2008

Goodbye Tristesse


Von Tristesse kann in den letzten acht Tagen wirklich keine Rede sein - London, Brighton, Redhill, Merstham. Ich sitze nun an meinem neunten Tag meines bislang längsten England-Aufenthalts das erste Mal alleine in der netten 3-Zimer-Wohnung von Daniel, in diesem typisch britischen Haus.
Und ich muss sagen, dass das Leben in England durchaus zu überzeugen weiß. Nun ja, es besteht nun auch kein gravierender Unterschied zum Leben in Deutschland. Es sind kleine Dinge, die den Unterschied ausmachen.
Zunächst einmal muss man zugeben, dass England einfach DAS Musik-Land schlechthin ist. Da kann sich die deutsche Musikszene einige Scheiben von abschneiden. Was hier an Potenzial vorhanden ist - toll! Da macht sogar eine Massenveranstaltung wie die Verleihung der Brit-Awards Spaß, da hier einfach reihenweise wirklich gute Bands nominiert sind und es kein Vergleich zu den furchtbaren vergleichbaen Veranstaltungen in Deutschland ist. Da können z.B. auch mal die sturzbetrunkenen Arctic Monkeys auf die Bühne schwanken (gekleidet wie englischer Landadel) und nur ein nuschelndes "Fuck you all" von sich geben, sowie lauthals in eine Tröte pusten. Großartig.
Man könnte sowieso sein ganzes Geld für Konzerte ausgeben. Schaue ich ja schon immer etwas neidisch auf Städte wie München, Köln, Hamburg und Berlin (die vier typischen Tourstädte der meiste Bands), so ist das immer noch kein Vergleich zu London!
Muss man in deutschen CD-Abteilungen erst dreimal durch die Reihen laufen, bis man eine verkümmerte Indie-Reihe findet, so muss man in England aufpassen nicht jedes Mal mit einem Stapel von interessanten CDs aus dem Laden zu marschieren.

Ein großes Problem ist dafür der Fußball. In dem Umfang, wie ich in Deutschland zum Fußball gehe, wäre es hier einfach nicht möglich! Da kosten Tickets für Zweitligavereine (Coca-Cola-Championship - furchtbar!!!) wie Crystal Palace, Queens Park Rangers oder Millwall mindestens 20 Pfund! Da muss ich bei einem Budget von knapp 90 Pfund für zehn Tage einfach mal passen. Die einzige Möglichkeit wäre sich einen gemütlichen Viert- oder Fünftligisten zu suchen.

Interessant ist auch, dass die Steuerbehörde, die für einen (in dem Fall für Janina) zuständig ist, in Edinburgh sitzt. Also nichts von persönlicher Sachbearbeitung. Ewig dauernde Warteschleifen und Telefongespräche sind da natürlich vorprogrammiert.

Alles in allem habe ich mich doch sehr schnell an das Leben hier gewöhnt und freue mich schon auf ie Woche über Ostern, wenn Flo, Simpson und Vali auch hier sein werden, und auf die Wochen-Tour durch Nordengland im April!

Cheers!

Sonntag, 10. Februar 2008

Willkommen Tristesse

Zwei Spiele der Rückrunde sind absolviert. Und die schlimmsten Befürchtungen sind noch übertroffen worden! Beim Sonntagsausflug letzte Woche nach Gelsenkirchen gab es eine völlig verdiente 1:4-Niederlage, gestern eine noch bittere 1:3-Niederlage gegen Berlin.
10. Platz. Tristes, graues Niemandsland der Tabelle. Tabellennachbarn sind Wolfsburg und Bochum. Und keinen Grund zur Hoffnung auf Besserung!

Scheiße.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Lieber Thomas Brussig,

es war meine erste Lesung, und wie das narurgemäß beim Ersten Mal ist - ich war gespannt, was kommen würde. Natürlich war ich auch unerfahren. Ich kenne die üblichen Abläufe bei Lesungen nicht, ebensowenig die durchschnittliche Dauer. Allerdings kann ich von mir behaupten zu wissen, wie man gut vorliest. Und diese Meinung deckte sich nicht unbedingt mit Ihrer Weise des Vorlesens. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung, also mein zeitlicher und finanzieller Aufwand genau diesem Akt des Vorlesens gewidmet war. Natürlich wollte ich auch einen Einblick in Ihr neues Buch gewinnen, wobei es von vornherein klar war, dass es im Prinzip wie Ihr erstes Buch in diesem Stil ist.
Doch bis auf eine Stelle, in der Sie das Gelesene schrien (weil Sie wahrscheinlich als Ende der wörtlichen Rede "'...',schrie Herr Fertig" schrieben), war es eine relativ monotone und unmotivierte Vorstellung! Gut, es handelte sich auch um einen Monolog, doch ich bilde mir ein, dass man auch einen Monolog interessant und abwechslungsreich vorlesen könne! Das was Sie vorlasen, wusste durchaus zu gefallen - aber das ist bei einer Lesung eben doch nicht alles!
Dann war nach ca. 45 Minuten das Vorlesen auch schon vorbei und Sie fragten wie ein unmotivierter Referent, ob es denn noch Fragen gebe, denn ansonsten wäre die ganze Sache an diesem Punkt erledigt. Es gab auch noch Fragen, die von Ihnen mit vielen Worten, aber wenig Inhalt pflichtbewusst beantwortet wurden. Nach der schätzungsweise 12. Frage hatte ich den Eindruck, dass man jetzt doch besser keine mehr stellen sollte. Verständlich - Sie müssen schließlich sich nach solch einem anstrengenden Abend für Ihre kommenden Aufgaben im Hotel erholen. Oder noch etwas Vorlesen üben.

Mit freundlichen Grüßen,

Ein Hobby-Vorleser

Mittwoch, 30. Januar 2008

Alte Freunde

Anfangs fühlte ich mich etwas unwohler als beim Bloc Party-Konzert, auf dem ich schon allein war, was wahrscheinlich mit dem Publikum zu tun hatte, das um mich herum stand. Zwei Pärchen, die aussahen, als kämen sie gerade vom Nobelitaliener, sehr viel junges Publikum (die zwei neben mir schauten die ganze Zeit auf die Uhr, bis der Typ - auch noch Kickers-Fan(!!) - meinte, jetzt wäre kurz vor 11, worauf beide verschwanden). Dann gesellten sich für 10 Minuten noch zwei Besoffene in die Runde, was kurzzeitig zu Iritationen führte, da die Platzrechte um mich herum eigentlich schon verteilt schienen.
Die Vorband "Dag för Dag" konnte dieses dezente Unwohlsein nicht wirklich vertreiben, was einfach an der etwas merkwürdigen Gestalt der Frontfrau lag (groß, hager, schreckliche Prinz-Eisenherz-Frisur). Trotzdem konnten sie mit ein, zwei Songs überzeugen (beeindruckend: der erste Drummer, der Geige spielte!).
Doch als um Viertel nach 10 endlich die "Shout Out Louds" die Bühne betraten, fühlte ich mich wie bei alten Freunden. Und das, obwohl ich von ihnen bisher nur ein paar Songs von myspace und von MotorFM kannte. Sie schafften es, mit ihren wunderbaren Melodien, ihrem herrlichen Sound, grandiosen Indie-Pop-Songs und einem durch und durch charismatischen Sänger mir für 80 Minuten ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern!
Grandios, schön, mitreißend!

Dienstag, 29. Januar 2008

Mauern abreißen


Was den Sonntag als Drittes so interessant machte, war der Fernsehfilm "Das Wunder von Berlin" im ZDF. Vorneweg muss ich sagen, dass ich mich nicht erinnern kann, wann mich ein Fernsehfilm so bewgt, gefesselt und begeistert hat!
Die einzige Kritikpunkt kommt gleich am Anfang, bevor der Film eigentlich losgeht: Der Titel! Sehr unglücklich gewählt, da dieser mehr nach einer SAT.1 "Movie-Premiere" oder was weiß ich klingt. Außerdem hatten wir schon mehrere Wunder: "Das Wunder von Bern", "Das Wunder von Lengede" usw.
Doch davon haben sich hoffentlich nicht viele abschrecken lassen!
Die Handlung: 1988, Marco Kaiser kommt aus seiner Sicht absolut spiesigen Familie. Der Vater (Heino Ferch) hat einen hohen Posten im MfS (Ministerium für Staatssicherheit), die Mutter (Veronica Ferres) war Krankenschwester, der Opa (väterlicherseits) Soldat an der Ostfront. Marco entscheidet sich für ein Punkerleben um gegen dieses Elternhaus zu rebellieren. Auf einem Konzert lernt er Anja (Karoline Herfurth) kennen - und werden bei einer Razzia verhaftet. Sein Vater kann sich solch ein Verhalten des Sohnes in seiner Position nicht erlauben und der Konflikt zwischen Vater und Sohn verschärft sich das erste Mal: Der Vater bietet im Gefängnis an, dass er freigelassen wird, wenn er die drei Jahre Militärdienst absolviert. Marco willigt schließlich unter der Bedingung, dass Anja ebenfalls freigelassen wird, ein.
Während der Militärzeit zieht Anja in das Zimmer von Marco. Jürgen Kaiser (der Familienvater) erhält eine Akte über die "Schwiegertochter", die einige Ungereimtheiten aufweisen.
Die folgende Handlung will ich nicht weiter erzählen - sie ist gespickt mit Konflikten, Problemdarstellungen und klugen Anspielungen (Als der Opa den Fackelzug anlässlich des 40. Jahrestages der DDR im Fernsehen verfolgt, singt er das alte SA-Marsch-Lied mit und meint: "Wie '33, nur dass wir damals durch das Tor liefen!"). Opa Walter (Walter Gwisdek) blickt aber nicht mit einer Verklärung zurück - nein, er ist es, der gewisse Parallelen in der Ausnutzung der Macht erkennt.
Es wird vor allem eines aufgezeigt: Angst. Jeder hat Ängste. Ängste vor der Vergangenheit (hochinteressant - der zweite Vater-Sohn-Konflikt zwischen Jürgen und dem Opa: Jürgen seinem Vater: Wegen dir bin ich doch das geworden, was ich bin!"), Ängste vor der Zukunft! Was wird aus diesem Staat DDR? Dass der überzeugte STASI-Offizier Jürgen Kaiser davor Angst hat, ist nicht sonderlich verwunderlich. Doch bei der Grenzöffnung und angesichts der Begeisterung, mit der die Menschen in die BRD strömen, überfällt auch Hanna Kaiser, die sich für das "Neue Forum" (Bürgerbewegung) aktiv engagiert die Verunsicherung: "Haben wir DAS gewollt"?
Dieser Film zeigt diese Ängste auf. Und was das Wichtige ist: ohne Wertung.
Und er zeigt, dass die vorurteilsfreie Verarbeitung der Geschichte der DDR und der Wiedervereinigung längst noch nicht abgeschlossen ist, ja, eigentlich noch nicht einmal richtig begonnen hat. Denn die muss ohne die Arroganz der der ehemaligen BRD-Bewohner geschehen. Ohne das Zeigen mit dem Finger auf die ehemaligen DDR-Bewohner! Das wurde zum großen Teil 18 Jahre lang verpasst.

Die Auseinandersetzung mit der DDR ist auch aufgrund der zunehmenden Versuche, den Kapitalismus zu hinterfragen, wichtig!

Ein Film, der ein Ansatz sein könnte, diese Auseinandersetzung auf ein neues Niveau zu heben!

Wer sich für dieses Thema weiter interessiert, dem seien noch zwei Bücher wärmstens empfohlen: Christoph Hain - Horns Ende und Thomas Rosenlöcher - Die verkauften Pflastersteine. Dresdener Tagebücher

Wer die Wahl hat...


...hat wohl immer öfter die Qual. Nämlich die Qual der Koalitionsfindung! Was bei der letzten Bundestagswahl schon ein nervtötender Prozess war, wird in Hessen nach der Landtagswahl am Sonntag nicht besser.
Dass Roland Koch schwere Verluste einstecken musste, konnte man im Vorfeld nur hoffen. Ehrlich gesagt wunderte mich, dass er es beim Thema "Gewalt von Ausländern" (oder war es doch "Gewalt von Jugendlichen"??) so weit auf die Spitze trieb. Hat er den Anstand vieler Menschen in Hessen unterschätzt, für die Koch anscheinend unwählbar geworden war? Ich denke ohne dieses Thema wären die Verluste nicht in diesem Maße ausgefallen.
Was nun in den nächsten Tage, Wochen und vielleicht Monaten zu beobachten sein wird, ist das Ergebnis der politischen Parteien-Entwicklung der letzten Jahre. Kurz zusammengefasst: Alle Parteien zur Mitte - teilweiser Auftrieb der Rechten - Gründung der LINKEN - konstante Möglichkeit von fünf Fraktionen
Die beiden großen "Volksparteien" und die FDP mussten schon nach der Etablierung der Grünen die ein oder andere Wählerstimme einbüßen. Mit der LINKEN wird der Kuchen natürlich noch kleiner. Unproblematisch wird es mit der Regierungsbildung nur werden, wenn (wie in Niedersachsen) eine der beiden großen Parteien deutlich vor der anderen liegt.
Unabhängig welche das ist - man sollte es sich fast wünschen. Oder hoffen, dass endlich die Grabenkämpfe zwischen den Parteien aufhören, die so ein bisschen an Kindergarten-Gehabe erinnern: "Neben den setze ich mich aber nicht, nur neben den. Ach, und neben die auch nicht!"
Man muss nicht zum glühenden Anhänger der LINKEN werden. Aber es muss doch möglich sein, eine Partei, die keine anti-demokratischen Grundsätze wie die NPD besitzt, in die politische Diskussion und in den Alltag miteinzubeziehen. Wenn das weiterhin nicht geschieht, wird sich das verstärkt auf den fürchterlichen Ausdruck und Zustand der "Politikverdrossenheit" auswirken.
Ein bekannter Fußballtrainer hat einmal in etwa gesagt: "Qualität kommt von Qual."
Man kann es den Hessen nur wünschen!

Budenzauber

Das war einmal kein typischer fauler Sonntag, an dem man amliebsten nur im bequemen Jogging-Anzug durch die Wohnung schlurft und aus dem Fenster den übriggebliebenen Herbst-Blättern beim Tanz durch das Januar-Grau zuschaut!
Nein, gleich drei Dinge machten diesen Sonntag hochinteressant.

Mein Großcousin Johannes spielt in der D-Kugend des 1.FC Kaiserslautern und hatte mit seiner Mannschaft ein Turnier in Schwaigern (ca. 35 km von Ludwigsburg entfernt). Das nutzten meine Patentante, mein Patenonkel und mein Vater ihn einmal in Aktion zu sehen und moralisch zu unterstützen. Nebenbei habe ich auch mal wieder meinen Cousin gesehen, was leider viel zu selten vorkommt! Und Hut ab - die ca. 11 Jahre alten Kicker haben schon ganz schön was drauf! Leider hat es nicht ganz fürs Finale gereicht, aber es war wirklich beeindruckend, wie abgezockt diese Jungs teilweise schon spielen. Und das ein oder andere Tor von Johannes konnten wir auch noch bejubeln.
Nur noch eine Bemerkung: Manche Eltern der Jungs aus den Dorfmannschaften sollten dringend mit weniger Ernst und Verbissenheit an das Ganze herangehen!

Samstag, 26. Januar 2008

Gedankengänge

Nach dem (wieder einmal) äußerst spannenden, entscheidenden Hauptrundenspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der EM in Norwegen (31:29 gegen Schweden), habe ich aus gut unterrichteten Kreisen gehört, dass die Mannschaft nach dem Spiel in einem Fast-Food-Restaurant eingekehrt sind, um mal ein paar ordentliche Burger zu essen. Dies sei inzwischen nach jedem Einzug in ein Halbfinale zur Tradition geworden.
Und?
Tja, zunächst frage ich mich doch langsam, ob dieses Gejammer der ach so überbelasteten Profi-Fußballer nicht etwas unglaubwürdig wird! Gut, es sind andere Bewegungsabläufe, andere Belastungen usw. Trotzdem hört man von den Handballern nie ein Ton des Jammerns - man spielt einfach!
Dann habe ich mich gefragt, was für eine mittlere Staatskrise es auslösen würde, wenn die Bevölkerung herausfände, dass die Fußball-Nationalmannschaft am Abend ihres Halbfinaleinzugs, und zwei Tage vor diesem Halbfinale, bei der EM im Juni abends noch ordentlich ein paar Big Macs verdrücken würde. Ich tippe auf eine tagelange Diskussion (unter der fachlich kompetenten Leitung der Bild) mit Zwischenrufen des Bundestagspräsidenten Lammert oder dem inzwischen beim DSF-Doppelpass fest integrierten Eike Immel (der sich nach zwei Sendungen gerne wieder in irgendeinen Dschungel dieser Welt wünschen würde) und einer zu diesem Thema ausgestrahlten Sendung von "Hart aber Fair"!
Nebenbei - diese Aktion werden viele Nachtschwärmer als dankbare Gewissensberuhigung anführen, wenn sie (wie ich heute) morgens um vier an der Imbissbude stehen und ne ordentliche Pommes rot-weis zu sich nehmen: "Hey, was die Handballer nach einem anstrengenden Abend machen, kann für mich nicht schlecht sein". (Nebenbei ist mir heute beim Aufstehen der Gedanke gekommen, dass ich mich nicht mehr über die Stuttgarter Verhältnisse beim nächtlichen Heimkommen nach dem letzten Nachtbus beschweren sollte - ab halb 5 fahren regelmäßig wieder die U-Bahnen!)
Und drittens denke ich mir: Verdammt - warum ist fast jedes Handballspiel ein Krimi - und jedes zweite Fußballspiel eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung?
So, das waren also meine Gedanken nach dem Aufstehen. Jetzt höre ich die lauten Rufe der Linguistik-Aufsätze und der am Mittwoch mit dem Pokalspiel beginnenden Bundesliga-Rückrunde!
P.S.: Heute 18 Uhr - Handball-EM-Halbfinale - GER:DEN!!

Freitag, 25. Januar 2008

Marathon

Nein, keine Angst, nicht die berühmten 42,7 km sind gemeint, sondern meine fünf Referate in drei Wochen. Da ich ja aus diversen Gründen im November und Dezember nicht so viel Zeit für Referate hatte, fanden sich eben nun im Januar plötzlich fünf Referatstermin in meinem Kalender!
Darunter so spannende Themen wie "Die Edelsteinmetaphorik im Mittelalter" in Mediavistik oder eins über den Aufsatz "so oder so und so weiter - Die Schwierigkeiten der Wortklassifizierung" in Linguistik! Außerdem die Leitung einer Sitzung des interdisziplinären (Germanistik & Geschichte) Seminars zur Politik und Literatur der DDR, wobei ich mich mit dem wirklich interessanten Dramatiker Heiner Müller und seinem ebenfalls interessantes Stück "Germania Tod in Berlin" beschäftigte. Am Montag dann noch eine kurze Präsentation in Pädagogik und am Mittwoch zum Abschluss noch ein Referat in Fachdidaktik Deutsch zum Thema "Hypertexte".
Trotzdem muss ich sagen, dass mir mein Studium schon lange nicht mehr so viel Spaß gemacht hat (abgesehen von den Gedanken an die Schreibaufgabe für die Semesterferien in Mediavistik!!). Vielleicht liegt das daran, dass ich gerade eine gesunde Mischung aus Studium und Freizeit finde. So stehen neben den beiden Referaten nämlich noch ein Konzert und eine Lesung an. Es wird also wieder eine abwechslungsreiche Woche!

Drachenläufer


Zwei der im vorletzten Eintarg angekündigten Filme habe ich nun also gesehen und die Zwischenbilanz fällt durchweg positiv aus.
Der in den Feuilletons zahlreich besprochene Film "Der Drachenläufer" ist eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Verrat und den Versuch der Wiedergutmachung.
Der Film beginnt in der Gegenwart mit einem Anruf für Ali, der in den USA gerade seinen ersten Roman veröffentlicht hat. Ein alter Freund seines Vaters bittet ihn darum, nach Afghanistan zu kommen um etwas gutzumachen.

Rückblende

Die zwei Jungen Ali und Hassan sind zwei unzertrennliche Freunde im Kabul der 70er-Jahre. Nicht nur beim jährlichen Drachentunier bilden sie ein festes Team. Dieser scheinbare Bund fürs Leben erfährt eine jähe Zäsur, als Hassan aufgrund seiner Herkunft (Shiite) von älteren Jungs vergewaltigt wird und Ali aus einem Versteck heraus zusieht und nicht eingreift. Sein Gewissen ist von da an so belastet, dass er schließlich versucht Hassan, dessen Vater als Hausangestellter bei Alis Vater (Baba) arbeitet, einem Diebstahl zu bezichtigen, den dieser nicht begangen hat. Aufgrund der Demütigung beschließt Hassans Vater zusammen mit seinem Sohn das Anwesen zu verlassen. Es folgt eine dramatische Flucht Babas mit seinem Sohn vor den einrückenden Sowjets in die USA, worauf die Geschichte, was aus den beiden dort wird, bis zu dem Anruf aus der ersten Szene erzählt.

Ali erfährt von dem Schicksal seines früheren Freundes und geht der Bitte nach, Hassans Sohn aus dem von den Taliban beherrschten Kabul zu retten, wobei er mehrere schockierende Erfahrungen machen muss.

Der Film gibt einen eindrucksvollen Eindruck des Landes Afghanistan und vor allem der Stadt Kabul, wie wir sie heute nicht mehr kennen. Eine bunte, fröhliche und lebendige Stadt. Er zeigt in späteren Szenen die menschenverachtende Brutalität der Taliban auf. Er stellt ohne Wertung die afghanische Gemeinschaft in den USA dar. Und er wartet mit unglaublich guten Schauspielern auf, insbesondere den beiden afghanischen Kindern, die Ali und Hassan spielen, aber auch Homayon Ershadi, der Baba, den Vater Alis verkörpert.

Absolut sehenswert!