Gedanken, Kommentare, Meinungen zu Aktuellem & Vergangenem oder einfach nur etwas, was wert sein könnte von aller Welt gelesen werden zu können.

Samstag, 22. Dezember 2007

Nahendes Ende?

Als erstes möchte ich auf einen Artikel von der Homepage des Fan-Magazins 11Freunde verweisen: http://www.11freunde.de/bundesligen/107267

Dieser Artikel bringt einiges auf den Punkt, was mich seit einiger Zeit zum Thema Fußball beschäftigt. Und nicht nur mich. Auf unserer Fanclub-Weihnachtsfeier oder auf dem Rückflug nach Barcelona, entwickelten sich interessante Gespräche über die bisher erreichte und zukünftige Entwicklung im Fußball allgemein und in Deutschland speziell. Die Aussichten sind nach Meinung aller nicht sehr vielversprechend und nach jetzigem Stand wird dem Sport, wie wir ihn lieben gelernt haben, nicht mehr viel Zeit gegeben!
Zu viel hat sich in den letzten Jahren verändert. Das Schlimme ist: Schleichend verändert! Es fing alles ganz harmlos an. Hier ein paar höhere Werbebanden, dort ein weiteres Stadion, dessen Namensrechte von einem Sponsor gekauft wurde usw. Wir haben es nicht wahrgenommen, oder wollten es vielleicht auch nicht wahrnehmen. Doch langsam geht einem ein Licht auf. Es fing an vielleicht vor zwei oder drei Jahren an, als mir auffiel, dass die Musik (die dazu noch meistens schlecht ist) immer lauter wird. Aber das war nur der Anfang hin zu "Fußball als Event". Wieviele Zuschauer gehen heute in der Bundesliga in die jeweiligen "Arenen", um "auch mal zum Fußball zu gehen"?
Ich will nicht alles wiederholen, was in dem Artikel steht. In einem Punkt stimme ich mit diesem nicht ganz überein: Die Rolle der Ultras. Auch wenn man über diesen Gedanken des Artikels sicher nachdenken muss, so sehe ich die (friedliche) Ultra-Bewegung doch eher als Bewahrer des Fußballs, die sich eben nicht jede Kommerzialisierung bieten lassen...oder doch?
Wann ist bei mir das Ende der Fahnenstange erreicht? Definitiv, wenn es an den Vereinsnamen geht. Und Utopie ist das wohl nicht mehr, wenn es nach dem ach so gelobten DFB-Präsidenten Zwanziger geht. http://www.sportgericht.de/sportrecht-newstext-8887-.html
Und was wäre, wenn ein Investor sich anschicken würde, den Verein zu übernehmen? Wären wir so mutig und konsequent wie etliche Fans von Manchester United, die am Tag der Übernahme des Clubs durch einen US-Investor einen neuen Verein gründeten, den FC United of Manchester? Der Verein spielt vor drei bis viertausend Fans und ist mittlerweile von der zehnten bis in die achte Liga aufgestiegen. Die Sportschau brachte am heutigen Sonntag einen eindrucksvollen Bericht dazu. Vor allem waren die Aussagen der befragten Fans eindeutig. Die Preise seien zu hoch (60-70€/Spiel) und der Fußball wäre einfach nicht mehr "echt" gewesen. Leicht ist es trotzdem keinem gefallen - viele Erinnerungen hängen am "alten" Verein.

Was kann man gegen diese Entwicklung tun? Lässt sie sich aufhalten? Ich denke nicht. Sie wird weitergehen, bis vielleicht etwas spektakuläres seitens der Fans passiert. So etwas wie in Manchester.
Die wahren Fans sind jedenfalls nur noch geduldet, was die Hoeneß-Rede bewies - und ich bin sicher, dass das nur die Spitze des Eisberges ist. Im Grunde werden die meisten Manager der Clubs so denken: "Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid?"

Dieser Eindruck verstärkt sich bei mir immer mehr.

Leider!

Sonntag, 16. Dezember 2007

Barcelona

Der Fußball dieser Champions-League-Saison wird es also nicht schaffen, sich in mein Gedächtnis einzubrennen, um in ruhigen Minuten des Alltags plötzlich als Tagtraum aus der Vergangenheit aufzutauchen. Dafür aber zwei Reisen, die ich aus diesem Anlass erlebt habe. Die erste war die Tour zusammen mit Elmar nach London, Edinburgh und Glasgow. Die zweite führte mich dieses Mal nach Barcelona (die Busfahrt nach Lyon ist unter dem Stichwort „Auswärtsfahrt“ abgehakt).
Dieses Mal unternahmen Elmar, Lars und ich die Tour, und wir erlebten drei wunderschöne, erlebnisreiche Tage in dieser interessanten Stadt.
Es hat einfach alles gepasst. Ein sehr entspanntes Sightseeing, bedingt durch das Bewusstsein, dass wir drei ganze Tage Zeit haben werden. Nach unserer Ankunft am Dienstag Vormittag, dem Beziehen unseres Hostels und der ersten Begutachtung des sich in der Nähe befindlichen Camp Nou

, machten wir uns auf, die Altstadt zu erkunden. Was mir als erstes auffiel, waren die zahlreichen kleinen, schmalen Gassen, die sich von der Rambla weg in die Altstadt schlängelten.

Wir besuchten die alte und wunderschöne Kathedrale Barcelonas

,gingen stilvoll ein spanisches Menü essen (nach halbstündigem Brüten über die spanische und englische Speisekarte) und trafen uns dann mit den anderen (Nussi, Pete und Timo), die eine spätere Flugverbindung wählten, um einen klasse Abend in diversen Kneipen und Bars zu verbringen. Dabei schwankte der Bierpreis von zwischen einem Euro und 5,70 €. Na gut, irgendwann muss man mal auf Touristen-Nepp hereinfallen. Der Abend endete mit einem längeren Fußmarsch zurück zum Hostel (ja, nicht nur in Stuttgart ist nach halb eins Schicht im U-Bahn-Schacht!).
Am nächsten Tag bestiegen Elmar, Lars und ich den Berg (auch das erinnerte entfernt an Stuttgart – die Kessellage
;
nur ist unser Fernsehturm einfach viel schöner!), auf dem die Festung Barcelona steht und gingen weiter, am Olympiastadion und dem Nationalmuseum vorbei,

wieder in die Stadt. Ich sagte ja bereits, dass mich die Gassen der Altstadt absolut angetan haben. So machte ich mich nachmittags nochmals zu einem Spaziergang durch diese auf.

Auf dem Weg durch die Gassen, in denen Licht und Schatten toll ineinander übergingen, fühlte ich mich richtig wohl. Mit dem Gedanken, Mitten im Dezember einfach mal nach Barcelona fliegen zu können und durch diese Stadt zu schlendern, ohne jegliche Gedanken an daheim, an die Uni und was alles demnächst zu tun ist. Nein, einfach gehen, schauen, staunen und richtig diese Zeit genießen. Dieses Gefühl, die zu Verügung stehende Zeit gerade intensiv zu genießen, hat mich dann auch in einem wunderschönen, sonnendurchfluteten und mit Mandarinenbäumen gespickten Innenhof einer Hochschule veranlasst, mich gegenüber einer Gitarrenspielerin auf eine Bank zu sitzen und ihr zuzuhören, wie sie unter anderem Songs von Damien Rice spielte und sang. Auch dass ich sie ansprach, wird mit dieser inneren Zufriedenheit des Augenblicks zu tun haben. Es stellte sich heraus, dass sie Irin ist und seit drei Wochen wegen ihrer Freundin in Barcelona ist. Wir unterhielten uns über Musik, Bands und Konzerte und zwischendurch spielte sie noch ein paar Songs. Ich denke, ich habe das gemacht, um einfach die Chance wahrzunehmen, die sich mir und meiner Generation durch die ungeheure Mobilität bietet. In andere Länder zu reisen, Städte zu erkunden und dann noch neue Leute kennenzulernen. Diese Chance sollte man einfach nutzen. Deshalb fand ich auch diesen Tripp so toll: Es gibt nichts schöneres, als für einige Zeit dem Alltag zu entfliehen, und dabei auch noch eine neue Stadt zu entdecken.
Das Spiel abends lasse ich außen vor, es genügt, wenn man das Ergebnis weiß (okay, nebenbei: wir durften immerhin einmal in Camp Nou eine Führung bejubeln – das kann auch nicht jeder von sich behaupten!). Das Stadion: beeindruckend groß!

Die Stimmung darin: beeindruckend schlecht! Alles in allem: muss nicht noch einmal sein (vor allem wenn man an den obersten rand dieser Schüssel verfrachtet wird – mit Blick über die Stadt). Danach wieder in die Stadt auf das ein oder andere Bierchen.
Am Donnerstag mussten die anderen drei schon wieder früh zurückfliegen, wohingegen uns noch ein schöner Tag bleib, den wir zu einem gemütlichen Spaziergang durch die Stadt mit Ziel Strand nutzten, vorbei am Triumphbogen und Justizpalast.

Auch die Zeit am Strand konnte ich richtig genießen und die Gedanken abschalten. Nur in T-Shirt, Pulli und barfuß machten wir es uns im Sand bequem, tranken gemütlich ein Bierchen, dösten vor uns hin und liefen am Wasser entlang – herrlich!

Dann waren sie auch schon zu Ende – drei wunderschöne Tage in Barcelona!


P.S.: Danke an Elmar & Lars für die tolle Zeit!

P.P.S.: Danke natürlich auch an die zweite Crew – Nussi, Pede & Timo!

Europapokal


So, das war sie also: Die Champions League 07/08. Fünf Niederlagen und ein Sieg. Mehr als dürftig – richtig enttäuschend. Wird mir deshalb vielleicht dieses Mal nicht der Fußball in Erinnerung bleiben? So war es nämlich 03/04, als der VfB das Achtelfinale erreichte. Berauschende Fußballnächte in Glasgow (das erste CL-Spiel überhaupt, knapp 1-2 verloren) oder gegen ManU (2-1 – wohl eine der herrlichsten Fußballabende in Stuttgart).
Und diesmal? Wieder 1-2 (und wieder nach Führung) bei den Rangers verloren, 0-2 gegen eine völlig überlegene Elf aus Barcelona, deren Fußball von einem anderen Stern zu kommen schien, 0-3 gegen Lyon, das entscheidende 2-4 in Lyon, der einzige mühsame Sieg gegen Glasgow (3-2) und das letzte Spiel in Barcelona (1-3).
Der VfB ist sehr weit von seiner Form der vergangenen Saison entfernt. An was das liegt, kann ich nicht sagen. Das Beispiel der Spielzeit 03/04 belegt, dass es auch mit Europapokal-“Belastung“ geht. Wobei, können denn CL-Spiele eine Belastung sein? Wird die zusätzliche Anstrengung nicht vielleicht durch Euphorie und Adrenalin wettgemacht? Wohl nicht. Wer das letzte Spiel der Vorrunde am Samstag in Bielefeld gesehen hat, muss sich ernsthaft fragen, was mit dem Team los ist. Oder muss man hier schon einhaken? Ist die Mannschaft nicht mehr „ein Team“, wie in der letzten Saison, als man so ein Spiel mit Wille, Konzentration und erzwungenes Glück noch gewann? Hier jetzt alle möglichen Faktoren aufzuzählen, wäre müsig und ist auch nicht der richtige Ort. Es bleibt zu hoffen, dass das Feuer und die Begeisterung in der Rückrunde vielleicht wieder ein Team entstehen lassen!

Samstag, 8. Dezember 2007

Liebe GEZ,

seit Januar 2006 zahle ich für ein äußerst mäßiges Fernseh- und Radioprogramm 17,53 € im Monat! Seitdem kam viermal (!) ein Schreiben an meine Mutter (!!), mit der Frage, ob ich (!!!) alle Geräte angegeben hätte!

Was macht Ihr eigentlich da in euren Büros 365 Tage im Jahr? Wahlweise Leute aus der Kartei suchen, denen man sinnlos auf die Nerven geht?

Mein Fernseher lügt - nicht ich!

Freitag, 7. Dezember 2007

15


Morgen fährt sie also das letzte Mal, die Linie 15. Vom Norden bis zum Fernsehturm - einmal quer durch Stuttgart. Schön war es, wie die letzte der alten Straßenbahn-Baureihe zum Fernsehturm hochächzte, vorbei an schönen alten Gebäuden und urigen Gärten. Bereit steht die moderne U15.

Schade.

Schee wars!

Montag, 3. Dezember 2007

Alte Wunde...

...neu aufgerissen!
Mein Verarbeitungsprozess ob meines abhanden gekommenen ibooks war ganz gut vorangeschritten (wobei die verlorene itunes-library doch am meisten schmezt!), als letzte Woche ein Brief der Landesbibliothek hereinflatterte: In meinem Rucksack befanden sich naemlich noch zwei deren Buecher, fuer die sie jetzt, da es sie leider nicht mehr zu kaufen gibt und kopiert werden muessen, 141 € wollen!!! Damit schraubt sich der materielle Verlust auf satte 1000 Steine, was ja auch irgendwie ne nette Summe ist!
Jedenfalls werde ich da mal nachfragen, warum die Kopien mit je 10 Cent berechnet werden! Das kostet eine Kopie dort fuer Benutzer, aber die Bibliothek an sich wird das sicher nicht so viel kosten!
Abwarten.

Stoebern, lesen, eintauchen


Nur noch wenige Tage (bis zum 9.12.) dauern sie an, aber trotzdem will ich noch auf sie hinweisen. Sie sind ein jahrelanger Fixpunkt fuer mich am Uebergang von Herbst in den Winter: die Stuttgarter Buchwochen im Haus der Wirtschaft. Das ist ein Nachmittag voller neu zu entdeckenden Buechern, die man selbst lesen will oder die man vielleicht zu Weihnachten gerne verschenken moechte. Auch interessant: Die seit einigen Jahren stattindende Ausstellung der ausgezeichneten und zur Wahl gestandenen Bildbaende!
Wichtiger Tipp: Viel Zeit mitbringen und Papier und Stift!

Wallis Bird

Wallis Birdhabe ich nun schon xum dritten Mal live erlebt und ich war ueberrascht, wie kurzweilig es trotzdem wieder war.
Das erste Mal war beim Ausscheidungswettbewerb von Beck's On Stage 2006 in der Rofa, das zweite Mal auf dem Southside im gleichen Jahr und eben letzten Mittwoch in der Roehre.
Wallis Bird ist eine irische Saengerin, 24 Jahre alt, mit einer unheimlich tollen Stimme. Einer Stimme, die ruhigen Songs eine melancholische Klarheit verleiht, die an Eva Cassidy erinnert und bei druckvollen Uptempo-Nummern an Janis Joplin. Dabei spielt sie immer eine mitreisende Akkustik-Gitarre und wird praezise begleitet von zwei deutschen Bruedern an den Drums und am Bass.
Das ganze ist eine unheimlich entspannte, legere Vorstellung, die der Band richtig Spass zu machen scheint, auch wenn die Roehre leider nicht mal zur Haelfte gefuellt war. Dazu kommt eine wie entfesselt zwischen den Songs dreinquasselnde Wallis Bird, die vielleicht dadurch ihre Nervositaet ueberspielen will, was sie aber eigentlich ueberhaupt nicht noetig haette, denn schon beim ersten Ton des naechsten Tons ist sie wieder praesent und zieht die Leute mit ihrer abwechslungsreichen Stimme voellig in ihren Bann!

Freitag, 23. November 2007

Ehrliche Filme

Für meine Verhältnisse war ich doch recht lange nicht mehr im Kino. So gute zwei Monate vielleicht? Dafür jetzt in einer Woche zweimal - in zwei richtig guten und zu empfehlenden Filmen:

1) Von Löwen und Lämmern
Der Film beschäftigt sich mit der Frage nach der Verantwortung der Politiker gegenüber Soldaten, die sie mit ihren Beschlüssen in einen Krieg (hier speziell Afghanistan) schicken.
Der Film erzählt drei Handlungsstränge: Eine Reporterin (Meryl Streep) erhält ein Exklusiv-Interview mit einem Senator (Tom Cruise), der eine neue Offensive in Afghanistan verkünden will und versucht sie dafür zu gewinnen, wobei ihr immer mehr Zweifel an dem Sinn dieser Operation kommen.
Gleichzeitig versucht ein Politik-Professor (Robert Redford) einen Studenten für eine Arbeit zu überzeugen, die zwei Komilitonen abgebrochen haben, um zur Army zu gehen. Dabei entsteht eine Diskussion um den Sinn sich in die Politik einzumischen, um etwas bewirken zu wollen.
Drittens wird geschildert, wie genau diese zwei Studenten nun bei dieser neuen Offensive in den Bergen Afghanistans eingesetzt werden.
Interessante Ansichten zum Thema Krieg, Verantwortung, Politik und die Rolle des Einzelnen.

2) Free Rainer
Eigentlich will ich nicht sehr viel erzählen (ich wusste vorher auch fast nichts über den Film), sondern hauptsächlich jedem ans Herz legen, sich diesen wirklich tollen Film anzuschauen.
Es gibt einige Gründe dafür:
- Eine wahnsinnige erste Szene von Moritz Bleibtreu! (mehr verrate ich hier nicht)
- Moritz Bleibtreu!
- Elsa Sophie Gambard!! (neben Bleibtreu Hauptdarstellerin)
- Der Soundtrack
- Die Story: Ein ständig zugekokster TV-Produzent eines Privatsenders wird mit einer in seiner "Nachrichten"-Sendungen ausgestrahlten Geschichte konfrontiert. Die Enkelin eines zu unrecht des Doping verdächtigten Schwimmtrainers will sich an ihm rächen. Danach besinnt er sich und erkennt, dass die Bevölkerung durch die schlechte Qualität des TV-Programms dumm gehalten wird und erkennt eine mögliche Schwachstelle des TV-Sytems: Die Quoten-Ermittlung. Was folgt erinnert nicht zu Unrecht an Gesellschaftskritik à la "Die fetten Jahre sind vorbei", was kein Wunder ist, denn beide Filme sind vom selben Regieseur.
Wie gesagt: Sehr empfehlenswert!

Samstag, 17. November 2007

Ein Wahnsinn!

So könnte man das vor einer Stunde zu Ende gegangene Konzert von Bloc Party zusammenfassen!
Viel möchte ich gar nicht dazu schreiben; das Meiste steht schon auf Annes Blog .
Was noch hinzuzufügen bleibt: Noch nie habe ich eine Band erlebt, die das Publikum so zum ausflippen brachte - fast schon eine ekstatische Masse! Und man merkte, dass ihnen der Gig Spaß macht.
Alle, die nicht dabei waren, haben definitiv etwas verpasst!

Mittwoch, 14. November 2007

Erlesene Lyrik


Beim zappen am Anfang dieser Woche blieb ich mal wieder beim WDR hängen. Dort lief eine Wiederholung der Lese-Sendung von und mit Jürgen von der Lippe, der sich einen prominenten Gast einlud, um ein Stück Literatur vorzustellen. Dies sollte vorzugsweise amüsant sein. Ich habe ca. 3 Sendungen gesehen, und fand sie wirklich ganz interessant.
Am Montag stellte von der Lippe den Gedichtband "Reim und Zeit" von Robert Gernhardt vor. Ich fand diese Gedichte so herrlic, dass ich mir das Reclam-Bändchen am nächsten Tag gleich bei Amazon bestellte. Jetzt ist es also da, und ich möchte Euch einen Auszug nicht vorenthalten


Bekenntnis

Ich leide an Versagensangst,
besonders, wenn ich dichte.
Die Angst, die machte mir bereits
manch schönen Reim zuschanden.


Dreißigwortegedicht

Siebzehn Worte schreibe ich
auf dies leere Blatt,
acht hab' ich bereits vertan,
jetzt schon sechzehn und
es hat alles längst mehr keinen Sinn,
ich schreibe lieber dreißig hin:
Dreißig


Kunst und Natur

Da sitzt der berühmte Mann.
Er schaut der unbekannten Frau nach.
Der berühmte Mann muß seufzen,
als die unbekannte Frau lachte.

Die macht ja alles zunichte,
was er je geschrieben:
Sein Werk mag man ja schätzen, aber
ihr Lachen muß man lieben.

Dienstag, 13. November 2007

Ewiges Thema

Wie es mit dem Umgang mit dem Nationalsozialismus in Deutschland, genauer gesagt: in der Öffentlichkeit, bestellt ist, konnte man wunderbar in den letzten zwei Wochen beobachten.
In Stuttgart gab es Diskussionen , ob der jährliche Landespresseball (im Prinzip eine Wohltätigkeitsveranstaltung) wie gewöhnlich mit Tanz stattfinden darf, da er dieses Jahr auf den 9. November fiel.

In der Zeitschrift "Vanity Fair" wurde vor kurzem ein Interview , das Michel Friedmann mit dem Nationalsozialisten (Nazi klingt irgendwie zu "niedlich") Horst Mahler geführt hatte, veröffentlicht. Das Interview trieft nur so von rechtsradikalen und nationalsozialistischen Gedanken und Ansichten und eine Diskussion, wie es sich Friedmann vielleicht vorgestellt hatte, war dabei nicht möglich.

Dann habe ich noch eine Parodie auf die Serie "Stromberg" gesehen (von "Switch"): In der Parodie heißt die Serie "Obersalzberg", Stromberg ist Hitler, und die ganze Serie wird nun darauf umgemünzt.


P.S.: Da es meine Zeit sprengen würde, detailliert zu allem meine Meinung zu schreiben, hier die Kurzversion:
- Landespresseball: Man kann es wirklich übertreiben!
- Friedmann/Mahler-Interview: Sehr grenzwertig! Bin mir da selbst noch nicht ganz sicher. Einerseits werden die abstrusen Gedanken einer breiten Öffentlichkeit dargeboten und damit ihre Absurdität dargestellt, andererseits weiß man, dass diese Ideen abstrus sind - muss man ihnen dann noch diese mediale Aufmerksamkeit geben? Zu diskutiren wäre noch, dass eben Friedmann dieses Interview führte.
- Stromberg/Hitler-Parodie: Ich hab sehr gelacht!

P.P.S.: Mich würde interessieren, was englische Schüler oder andere Engländer dazu sagen! (Hallo Janina!)

Sonntag, 11. November 2007

Etwas seltsam!


Da schreibe ich am Donnerstag noch etwas von Enttäuschung & versemmelter Champions League, um zwei Tage später wie im Wahn drei Tore in der seit langem besten Halbzeit, und noch gegen die Bayern, zu bejubeln!
In einem manchmal seltsamen Sport, hat der VfB die wohl seltsamste Mannschaft!
Aber deshalb auch die einzig wahre!

Abends gab es noch eine schöne Kneipentour durch Feuerbach! Kleiner Tipp: Feuerbach ist nicht gerade der Idealort für Kneipentouren! War trotzdem ein schöner Abend!

Samstag, 10. November 2007

Es schneit!



Ja, tatsächlich! Am 10. November um 10 nach 8 fallen die ersten wenigen Schneeflocken! Und in sechs Wochen ist Weihnachten!

Freitag, 9. November 2007

Examen

Nein, soweit ist es bei mir noch nicht. Ich will an dieser Stelle nur noch einmal Flo und Brini zum ersten Staatsexamen gratulieren!
Raus aus der Uni, rein in die Schule! Viel Spaß dabei!

Donnerstag, 8. November 2007

Enttäuscht!

Jetzt sitze ich hier daheim, angekommen nach nochmals knapp 10 Stunden Busfahrt. Die melancholische Stimme von Tori Amos erklingt in der Wohnung - und ja, ich bin schon ziemlich enttäuscht!
Man lernt als Fan mit Niederlagen zu leben. Wäre schlimm, wenn nicht. Aber es gibt diese zwei oder drei Niederlagen in einer Saison, die wehtun. Nicht, weil das Ergebnis besonders katastrophal gewesen wäre, auch nicht, weil die Mannschaft besonders schlecht gewesen wäre! Sondern dann, wenn man, wie gestern, aus einem Wettbewerb ausscheidet. Nach einem Spiel, in dem mehr drin gewesen wäre, wenn die Mannschaft nicht wieder in den entscheidenden Momenten katastrophale Fehler begangen hätte.

Shit happens!

Sonntag, 4. November 2007

Endlich!

Der erste Auswärtssieg der Saison!

So muss ein Auwärtsspiel sein! Mit dem Entlastunszug nach Nürnberg, gemütlich ein paar Bierchen trinken, um dann während dem umkämpften Spiel bei nass-kaltem Wetter alles aus seiner Stimme herauszuholen! Eventuelle Nebeneffekte vergisst man da schon einmal (siehe Beitrag "Es läuft...").
Dabei war auch die Stimmung endlich mal wieder so, wie sie sein sollte. Unermüdlich 90 Minuten lang singen! Einen kleinen Auszug davon gibt's hier .

Die Folge eines solchen Spiels und einer 3-stündigen Heimfahrt ohne Verpflegung? Heim & ab ins Bett!

P.S.: So ähnlich könnte es doch auch am Mittwoch in Lyon werden...

Es läuft...



Na ja, bei meiner Hausarbeit läuft es mäßig (was allerdings nicht heißen soll, dass ich sie nicht bis zur neuen Deadline Mitte des Monats fertig bekomme!).

Was dafür um so besser läuft ist meine Nase. Schlimmer ist jedoch dieses fürchterliche Kratzen im Hals, besonders morgens nach dem Aufwachen.
Na ja, so lange die Herbst-Erkältung so ausfällt, bin ich nochmal gut davongekommen!

*hust*

Montag, 29. Oktober 2007

Himmelhochjauchzend...



...und zu Tode betrübt.

Diesen Spruch hätte ich noch am Samstagvormittag ausgewählt, um die derzeitige Situation und die letzten Wochen mit dem VfB zu beschreiben. Himmelhochjauchzend? Klar, keine Frage - die Bilder der Meisterschaft sind immer noch präsent und werden ewig in meinem Gedächtnis bleiben.
Zu Tode betrübt? Das könnte die letzten Wochen beschreiben. Auswärts noch keinen einzigen Punkt geholt, was bei den ganzen Entfernungen, die man in dieser Zeit zurücklegte (Berlin, Glasgow, Bremen, Hamburg) doch zu einem gewissen Frust führen konnte. Dazu eine völlig leblose Mannschaft in Hamburg und beim Champions-League-Heimspiel gegen Lyon, bei dem dann noch obendrein sämtliche Chancen auf ein Weiterkommen hergeschenkt wurden.
Das zehrt an den Nerven. Nicht nur an meinen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie groß die Anspannung und der Druck für die Anfang 20-Jährigen, wie Khedira, Tasci, Gomez oder Hilbert sein muss. Man hat eine überagende Saison gespielt, ist Meister geworden, und Nationalspieler, und hat gerade mal ein Jahr vorher vielleicht noch in der zweiten oder dritten Liga gekickt. Das steckt man nicht mal so locker weg. Warum gleiten wohl so viele Rock- und Popstars in die Drogenwelt ab? Weil sie den Erfolg wahrscheinlich nicht verarbeiten können. Hey, was es für einen Kick gibt, regelmäßig vor Tausenden von Leuten zu stehen, die extra kommen, um einen singen zu hören oder spielen zu sehen, das kann ich nur erahnen. Der Unterschied zwischen Profifußballern und erfolgreichen Musikern ist aber beträchtlich: Der Fußballer hat den (vor allem bei einem in der vorigen Saison erfolgreichen Club) Erfolgsdruck jede Woche, wenn nicht sogar alle drei Tage. Okay, eine Band spielt ein halbes Jahr auch alle zwei Tage ein Konzert. Aber der Unterschied ist die öffentliche und mediale Reaktion auf Misserfolg. Wenn ein Konzert nicht gut war - eine schlechte Kritik in der Lokalpresse, shit happens. Die Reaktion auf ein schlechtes Fußballspiel sind dagegen viel gewaltiger!
Und ich will von Niemandem das Stammtisch-Argument hören: "Die verdienen aber so viel Geld". Jeder würde es nehmen - dass es so viel ist, ist größtenteils nicht die Schuld der Spieler - und 99% der Spieler gehen auf den Platz um zu gewinnen.

So wie die Spieler des VfB am Samstag. Da hat es wieder geklappt! Ein dreckiges, erkämpftes 1-0 gegen Leverkusen. Die nächsten Wochen könnten interessant werden!

Sonntag, 21. Oktober 2007

Was ist Musik?

Der argentinische Dirigent Daniel Barenboim:

"Es geht im Grunde um die Frage: Was ist Musik? Ist Musik etwas, das uns hilft, die Welt zu vergessen, oder ist Musik etwas, wodurch wir die Welt verstehen können? Ich meine, es ist beides. Wenn Sie nach einem schrecklichen Tag im Büro samt Telefonat mit Ihrem Steuerberater endlich zu Hause sitzen, ein Glas Whisky trinken und schöne Musik hören, ein Stück, das Sie lieben, und Sie vergessen alles innerhalb von Sekunden: Das ist die Magie des Klanges. Und es ist auch gut so - warum nicht? Aber ich denke, Musik hat auch noch eine andere Seite, wenn man so will eine viel größere Dimension: Die Welt kann lernen von der Musik. Ich meine, die Herren Beethoven und Bach oder heute jemand wie Boulez sind nicht nur Experten in Kontrapunkt, Rhythmus und schönen Tönen. Nein, sie haben eine wichtige inhaltliche Aussage. Deshalb hören Millionen von Menschen ihnen seit Jahrhunderten zu. Das hat mit einem tief menschlichen Inhalt zu tun. Und den muss man sich ganz genau anschauen."

[...]

"[Der Inhalt einer Beethoven-Symphonie] besteht aus Klang. Ein Geräusch, ein physisches Phänomen. Was man gestern in einem Saal gespielt hat, ist heute weg. Es besteht nur weiter in unseren Köpfen, in unseren Gehirnen. Noch mal gefragt: Was ist Musik? Die Beziehung zwischen Klang und Stille. Der Klang ist das Leben, die Stille der Tod. Genau in dieser Wechselwirkung bekommt Musik eine metaphysische Dimension. Musik gibt einem die Möglichkeit, in bestimmter Weise übermenschlich zu sin. Mit dem Klang und dem Übergang in die Stille kann ich sozusagen den Tod überleben."

DIE ZEIT, Nr.43, 18. Oktober 2007, S.17

Freitag, 19. Oktober 2007

Ein Abend

Langgestreckt sitze ich auf einem bequemen Sofa im Wohnzimmer. Die leise, melancholische Stimme von Bruce Springsteen vermischt sich mit dem sonoren, die Welt befriedenden Schnurren der schwarz-weißen Katze, die es sich auf meinen Beinen gemütlich gemacht hat und in ihren Tagträumen versinkt. Das Glas Rotwein auf dem kleinen weißen Tisch neben mir, ist schon wieder fast leer. Hanna ist derweil eingeschlafen. Sie sieht süß aus, wie sie einfach so daliegt und sich von nichts aus der Ruhe bringen lässt. Draußen ist es inzwischen dunkel. Der Herbst hat den Kampf gewonnen und schickt die Kälte und den Regen, seine zwei schlecht gelaunten Gefährten, um sein Revier zu behaupten. Die Zeitung spricht von Machtspielen, die an eine längst vergangene Zeit erinnern und von kalten Zahlen, die es in der jetzigen Höhe zu bewahren gälte. Sie spricht von guten, mächtigen Menschen, die die Welt verändern möchten und dass das doch irgendwie an vergangene Tage erinnere.
Die Musik verstummt. Die Zeitung mit ihr. Das Schnurren bleibt. Ich träume mit.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Studium 1.8


So, das war sie also: die erste Woche im neuen, schon achten, Semester.

Sie ließ sich eigentlich ganz gut an, denn am Montag war ich ja noch in England bei Janina, am Dienstag kam ich zurück und es gab Einiges an organisatorischem Kram zu erledigen. Daran kann man schon erkennen, dass ich montags und dienstags keine Uni habe. Freitags natürlich auch nicht, aber das habe ich mir seit den Lateinkursen geschworen! Ich werde mich auch nicht für meine zwei Tage-Woche entschuldigen. Die zwei Tage sind dafür voll, dazu alle weiteren Verpflichtungen wie Vorbereitungen der Seminare (einige könnten es dieses Semester sogar wert sein!), Nachhilfe, Fußball Band, Haushalt etc.
Wer sonst daran etwas auszusetzen hat: Klappe, ich habs große Latinum!

Bilanz der ersten Woche: alles in allem durchwachsen.

Das, worüber ich mich am meisten aufrege, ist die inzwischen in allen Germanistik-Hauptseminaren eingeführte Sitte, in der ersten Sitzung eine Eingangsklausur zu schreiben!
Das läuft dann entweder so ab: "Jetzt mal alle hinsetzen, immer ein Platz Abstand, alles vom Tisch - bis auf Papier und Stift!" (Linguistik)
Oder es läuft so ab wie in Mediavistik:
Der ca. 250 Seiten starke Reader ist 20 (!!) Tage später, als im Vorlesungsverzeichnis angegeben, erhältlich. Bei der Abholung (nachdem ich schon zweimal umsonst dort war) durfte ich 45 Minuten lang warten (denke, sie hat mich vergessen), bis ich den Reader mit den Worten "Die zehn Euro für den Reader bekommen sie wieder, wenn sie die Eingangsklausur bestanden haben" bekomme.
Für diese sollten dann drei Originaltexte (mittelhochdeutsch) bearbeitet werden. Die Fragen waren dann, anders als ich das erwartete, zu kleinsten inhaltlichen Details dieser Texte.
Jeder kann sich darüber seine eigene Meinung bilden! Doch für mich ist das kein Verhalten gegenüber Studenten im Hauptstudium! Wenn man seitens der Universität erwartet, dass man sein Studium "ernsthaft" angeht, dann ewarte ich, dass ich im Gegenzug auch ernst genommen werde! Viel mehr verlange ich gar nicht. Leider hat man sich mit schlechten Gebäudebedingungen, überfüllten Veranstaltungen, insgesamt einfach miserablen Rahmenbedingungen abgefunden! Auch scheint man sich mit den unzureichenden Lehrbedingungen, dem praxisfernen Aufbau des Lehramtsstudiums & Studiengebühren abgefunden zu haben! Aber spätestens bei solch einem Vorgehen im Vorfeld eines Hauptseminars platzt mir der Kragen! Nicht nur, dass ich denke, ich habe durch das Absolvieren des Grundstudiums mit anschließender Zwischenprüfung eigentlich eine Legitimierung für den Besuch eines Hauptseminars und muss diese nicht noch durch eine Klausur wie zu Schulzeiten erwerben! Nein, ich kann verlangen, dass ein Hauptseminar an einer Universität gebührend sorgsam vorbereitet wird! Erst Recht, wenn ich aktuell für dieses Semester 611 Euro bezahlt habe!

Punkt

Freitag, 12. Oktober 2007

Kino, Kino, Kino

So, auch in Sachen Kino gibt es einiges nachzuholen:

- Hallam Foe
Es geht um Hallam (Jamie Bell, bekannt aus "Billzy Elliot"), einen ca. 18-jaehrigen Jungen, der mit seinem Vater, seiner Schwester (die allerdings am Anfang des Films auszieht) und seiner Stiefmutter in einem riesigen Anwesen in Schottland lebt. Hallam ist etwas eigenartig: sein Hobby ist, andere zu beobachten, bei allem, was sie tun. Und er verrennt sich immer mehr in den Gedanken, seine Stiefmutter habe seine Mutter vor knapp zwei Jahren umgebracht, um seinen Vater fuer sich zu haben.
Er droht ihr, mit seinen Indizien zur Polizei zu gehen, doch seine Stiefmutter hat von seiner Leidenschaft erfahren und droht ihm ihrerseits, damit an die Oeffentlichkeit zu gehen.
Hallam reisst von daheim aus, nach Edinburgh. Dort findet er durch Zufall einen Job als Kuechenhilfe. Das interessante dabei: Die Personalchefin des Hotels sieht seiner Mutter in jungen Jahren zum Verwechseln aehnlich. Seine Leidenschaft, anderen Menschen hinterherzuschnueffeln bricht wieder hervor...

Der Film ist, hauptsaechlich wegen der Hauptfigur Hallam, auf eine aungenehme Art verrueckt und etwas abgefahren. Mit einem treibenden Soundtrack einiger junger britischer Bands, ergibt das einen hoechst sehenswerten Film!


- Saint Jaques...Pilgern auf Franzoesisch
Drei voellig verschiedene Geschwister, jedes mit seinen eigenen Problemen, muessen, um an das Erbe ihrer verstorbenen Mutter zu kommen, zusammen einen Teil des Jakobwegs nach Santiago de Compostella pilgern. In der gleichen Gruppe sind auch noch andere Pilger, was eine hoechst explosive Mischung ergibt und teilweise recht amuesant ist. Anfaenglich befuerchtete ich, dass der Film im Klamauk versinkt, doch nach den ersten 20 Minuten gewinnt der Film an Niveau und die einzelnen Probleme und Schicksale der Pilger werden naeher beleuchtet.
Kein Muss, aber eine gute Abendunterhaltung, wenn man mal keine allzu schwere Filmkost vorziehen will.


- Ratatouille
Seit dem Reinfall mit Shrek 3 (ja, auch ich bin dieses Jahr dem Wahn der Fortsetzungen verfallen - leider), waere ich nicht ohne weiteres in diesen Animationsfilm von Pixar. Doch einige begeisternde Berichte (hallo Lora) und die doch nicht so schlechten Kritiken (ja, ich lasse mich des oefteren gerne von Kritiken leiten), haben mich veranlasst, in diesen Film zu gehen - zum Glueck!
Eine erfrischende, mit Liebe zum Detail animierte Geschichte, die wirklich Spass macht und nie langatmig ist.
Die Ratte Remy kommt nach einer unverhofften Flucht, getrennt von ihrer Familie, in das grosse Paris. Hier sollte sich ihre Begeisterung fuer die Haute Cuisine und den frueheren Sternekoch Gusteau auszahlen. Denn sie trifft in der Kueche des Restaurants von Gusteau auf den Kuechnjungen Linguini, mit dem die Meisterkochratte Remy schliesslich einen Deal eingeht, um ihm aus der Patsche zu helfen. Es folgen amuesante, einfallsreiche Szenen, die den Film absolut sehenswert machen!

P.S.: Allein der Vorfilm ist das Eintittsgeld wert! Zum Kugeln!!

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Erste Eindruecke



So, seit Montag Abend bin ich also mal wieder in England. Die ersten Eindruecke will ich einfach mal sammeln:


- Ich komm mit meinem Englisch doch ganz gut durch

- Die meisten Leute sind schon ziemlich nett (ich meine jetzt im alltaeglichen Leben, sprich Supermarkt, auf der Strasse usw.)

- Die Privatschulen bieten schon einen Service, der seines Gleichen sucht...Bei ca. 10.000 £/Jahr aber auch zu erwarten!

- Schuluniformen sind vielleicht gar nicht so schlecht.

- Ein Lehrer, der beim Anstehen zum Lunch auf einmal von Deutschland, insbesondere von der Schwaebischen Alb zu schwaermen anfing!

- Man kann auch in England einigermassen guenstig einkaufen, bzw. essen...man muss nur bisschen suchen!

- Rugby-verrueckt!

- BBC Radio 1 ist ein klasse Radiosender - man hoert, wo der Rock und coole Musik beheimatet ist!

- Meine These: Der Eintritt in die Museen in London ist deshalb frei, damit die Touristen bei Regen versorgt sind! (so wie wir am Dienstag - Modern Tan & London Museum)

Ich bin auf die naechsten Tage gespannt!

Dienstag, 2. Oktober 2007

Kultur-Update

Da hat sich so einiges angesammelt:

BÜCHER:
- Umberto Eco: Baudolino
An dieses Buch habe ich mich vor einigen Jahren schon einmal gewagt - mit mäßigem Erfolg. Das Lesezeichen steckte noch bei S.170. Den Ausschlag, dass ich mich nun nochmals daran machte, es zu lesen, gab mein Seminar über Friedrich Barbarossa (somit war es wenigstens für etwas gut).
Rahmenhandlung: Konstantinopel im Jahre 1204. Die Stadt wird gerade von den Truppen des dritten Kreuzzuges geplündert und vernichtet. In diesem Chaos rettet Baudolino (zu diesem Zeitpunkt über 60 Jahre alt) einem byzantinischen Geschichtsschreiber (Niketas) das Leben. Als sie bei ein paar Genuesern unterkommen und auf das Ende der Gewalt warten, erzählt Baudolino Niketas seine Lebensgeschichte.
Diese besteht daraus, dass Baudolino als Junge zufällig auf Kaiser Barbarossa, der sich im Nebel in Norditalien verlief, trifft und ihn zurück zu dessen Lager bringt. Daraufhin adoptiert Friedrich ihn und Baudolino erlebt zahlreiche Abenteuer. Im Verlauf seines Studiums in Paris lernt er einige Freunde kennen und sie verfallen dem Plan, das Reich des Johannes, ein sagenumwobenes Land ganz im Osten, zu finden. Einige Zeit später, gelingt es ihnen, Friedrich Barbarossa zur Suche nach diesem Reich zu überreden, freilich nicht ohne ihm den unendlichen Ruhm, den dieser mächrigste Herrscher Johannes ihm, Barbarossa, verleihen würde.

Man muss sagen, das Buch zieht sich. Und ohne geschichtliches Hintergrundwissen, sagen einem die vielen Details, die Eco in diesen Roman einarbeitete, nichts, was eben damals zu meinem Aufgeben führte. Wem das nichts ausmacht und z.B. auch mal drei Seiten Diskussion über die Existenz der Leere übersteht, sowie fantastische Geschichten über seltsame Gegenden und Wesen, der könnte an diesem Buch Gefallen finden.

- Joe Gobel: Freaks
Joe Goebel (27) gehört zu einem DER aufstrebenden Autoren in den USA. Gefeiert wird er für seinen unkonventionellen Stil - zu Recht!
Freaks ist ein Roman über eine Band, deren Mitglieder man schon als Freaks bezeichnen kann. Eine 80-jährige Rocker-Oma, die es überall(auch im Bett) nochmal krachen lässt, deren 8-jähriges Tageskind, das überhaupt nicht süß sein will und jeden hasst, der dies trotzdem tut, ein Schwarzer, der die meiste Zeit in philosophischen Selbstgesprächen versunken ist, eine 19-jährige im Rollstuhl, die von allen Männern angemacht wird und ein irakischer Ex-Soldat, der den US-Soldaten finden möchte, den er im Krieg angeschossen hatte, um sich bei ihm zu entschuldigen!
Heraus kommt ein schnelles, wütendes und zum Nachdenken anregendes Buch über fünf Frekas, mit denen man sich schnell identifizieren kann.
Das stilistisch Interessante ist, dass Goebel immer abwechseln aus der Perspektive der fünf und auch aus der Sicht außenstehender Beteiligter schreibt. Großartig!

Goldener Oktober

Also schon wieder Oktober. Weihnachten steht praktisch schon vor der Tür und an die Zahl 2008 sollte man sich langsam schon einmal gewöhnen!

Der letzte Eintag war ja nicht gerade von einem Hochgefühl bestimmt. Das hat sich zum Glück etwas gebessert. Ich hab meinen Hintern endlich hochbekommen und sitze nun also seit einer Woche wieder über den Büchern zu "Romantik", "Expressionismus" und "Urbanisierung".
Was meine Stimmung etwas aufgehellt hat? Als erstes die Aussicht auf 10 tolle Tage vom 6.-16. Oktober! Beginnend mit der Hochzeit von Lars und Tabea am Samstag in Hamburg und zwei Tagen Aufenthalt. Aber ganz besondere Vorfreude kommt natürlich auf, wenn ich daran denke, heute in einer Woche in England bei Janina zu sein. Dann werde ich endlich ihre Wohnung sehen, ihren Stammpub besuchen und die gemeinsame Zeit genießen!

Der VfB will nicht so richtig für ein Hochgefühl sorgen! Daheim noch unbesiegt, setzte es am Samstag die vierte(!!) Auswärtsniderlage hintereinander! Aufgrund meines Ansporns bezüglich der Hausarbeit, habe ich ausnahmsweise die Fahrt nach Rostock nicht mitgemacht und das Spiel mit meinem Dad zusammen angeschaut. Heute geht es gegen Barcelona und ein Sieg (wenn man daran überhaupt denken darf) wäre eine noch größere Sensation als damals gegen Manchester!

So, es gibt noch einige Kultur-Rückblicke, die aber im nächsten Eintrag Eingang finden werden!

Sonntag, 23. September 2007

Fernweh

So, da ist die Woche auch schon wieder rum. Und mit ihr eine tolle Tour durch Großbritannien. Klar, der Anlass war Fußball und das Spiel des VfB in Glasgow ging auf beschissene Weise in die Hose. Doch bleibt das in Erinnerung? Nein, es war ärgerlich und sorgte für einigen Gesprächsstoff, doch die Tour von Elmar und mir hat das schnell vergessen gemacht.

Es war auf der Busfahrt von Glasgow nach London. Nach einem tollen Gespräch mit Elmar über Gott und die Welt, zog ich mich in die Welt meines MP3-Players zurück und schaute verträumt in die grüne Landschaft Nordenglands, die von den weniger grünen Vorstädten und schließlich von der sehr britischen Innenstadt Manchesters abgelöst wurde.
Und da packte mich dieses Gefühl: ein Gefühl aus Melancholie, Sehnsucht und Fernweh. Die Ursachen dieses Gefühls?
Diese Unbeschwertheit einer solchen Reise - Du lebst von einem Tag in den nächsten, von einer Stunde in die nächste. Du machst das, auf was Du Lust hast.
Die kleinen Begegnungen auf einer solchen Reise - Kurze, nette, freundliche & lange, intensive, gedankenbeeinflussende Gespräche.
Die Erfahrungen einer solchen Reise - Eigenarten anderer Menschen, anderer Länder, die Vor- und Nachteile dieser Eigenarten.

Und dann die unweigerlichen Folgegedanken dieses grandiosen Gefühls von Unbeschwertheit, Begegnung und Erfahrung: Das gibt einem so viel mehr, als das, was einem ein paar Tage später wieder erwarten wird. Diese vier Tage haben mir so viel mehr gegeben, als die unzähligen Stunden, die ich nun wieder investieren werde, um meine zwei Hausarbeiten zu schreiben, die nur einem einzigen Zweck dienen: Dem Erwerb eines Scheins! Mir fällt sonst kein vernünftiger Zweck ein! Oder ist es ein lohneswerter Zweck, dass ich mich mit dem Konflikt Friedrich Barbarossas mit der Stadt Mailand 1158 befasse? Dass ich nun darüber 15 Seiten schreibe, was in 250 Büchern aus jeglichem Blickwinkel betrachtet und analysiert wurde? Dafür soll ich nun einen Teil meiner Lebenszeit vergeuden, in der ich ansonsten solch tolle Erfahrungen machen kann?
Nein, das geht nicht in meinen Kopf! Das mag naiv sein, keine Frage! Und vielleicht bin ich solchen Situationen, in denen ich am liebsten in ein Auto, in einen Zug oder ein Flugzeug steigen würde und weg möchte, ein Träumer.

"Hey, dir geht's doch gut! Jammer nicht herum, sondern schreib halt das Ding. Jeder andere muss auch Dinge tun, die ihm nicht passen. Wenn nun Jeder so denken würde wie Du!"

Ja?! Dann?! Was wäre dann? Klar, dann ginge nichts mehr voran. Wo kämen wir denn da hin?

Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es der Welt gut zu Gesicht stehen würde, wenn viele ihrer Bewohner sich mehr Gedanken machen würden. Wenn mehr Menschen etwas naiver sein würden. Wenn sich öfter Menschen zusammentun würden und sagen würden: "Das passt uns nicht, das könnte man so besser machen." Ich meine damit nicht, alles in Frage zustellen. Das ist Quatsch. Und ich meine damit auch nicht die große Weltrevolution! Ich meine kleine, winzige Momente des Aufstehens, die einem selbst ein besseres Gefühl geben.

Ich meine damit, dass in vielen Dingen eine differenzierte Sichtweise angebracht wäre, als einfach plump einen Scheiß herauszuhauen! Ich meine damit, dass man versuchen sollte, andere Menschen zu verstehen und sich mit ihrem Standpunkt und ihrem Handeln auseinanderzusetzen. Das klappt nicht immer, das kann nicht immer klappen. Manchmal geht einem der Hut hoch, keine Frage. Und natürlich sollte man für seine Meinung auch einstehen können, wenn es angebracht ist.

Viele Gedanken, die meist noch wirr sind. Sie sind die Folge dieses Fernwehs. Dieses unbestimmten Gefühls aus dem Bus nach London, das sich so hartnäckig hält. Vielleicht ist es auch einfach das hilflose Gefühl, nicht zu wissen, was man dagegen tun kann. Bzw. was man dafür tun kann, dieses Gefühl zu befriedigen.

Es sind noch so viele Gedanken und ich weiß auch nicht, ob dies der richtige Ort ist, all diese Gedanken zu äußern. Ich mache das wahrscheinlich einfach, um nicht allein zu sein mit diesen Gedanken, da ich weiß, dass das hier Leute lesen, die damit etwas anfangen können und sicher auch ab und an einige naive Gedanken haben.

"Die Welt ist leider nicht naiv, die Welt ist leider primitiv."
(Marius Müller-Westernhagen - Freiheit)

Montag, 17. September 2007

Einfach weg...


Okay, dass mein iBook seit Donnerstag den Besitzer gewechselt hat und einfach weg ist, ist ja nichts Neues.
Da kommt doch meine Morgen anstehende Reise als Ablenkung wie gerufen.
Einfach weg...nach Glasgow!
Ja, das erste Spiel des VfB in der diesjährigen Champions League steht an, und damit die erste von (vorerst) drei Reisen durch Europa.

Reisegruppe: Elmar und ich.
Reiseroute:
Dienstag: Stuttgart-Friedrichshafen (Zug), Friedrichshafen-London (Flugzeug), London-Edinburgh (Bus)
Mittwoch: Edinburgh-Glasgow (Bus)
Donnerstag: Glasgow-London (Bus)
Freitag: London-Baden Airpark (Flugzeug)

Die Vorfreude ist trotz des Ärgernisses von letzter Woche einfach riesig. Wie kann es auch anders sein. Internationale Auswärtsspiele sind einfach das i-Tüpfelchen im Leben eines Fans! Und dann noch Champions League...
Wenn 2000 Fans solch eine Strecke zurücklegen, wenn man früh in solch ein tolles Stadion kommt, das sich immer mehr füllt, in dem die Anspannung immer mehr steigt, wenn diese kitschige CL-Hymne erklingt, wenn dieses Stadion beim Einlaufen der Mannschaften zum ersten Mal brodelt...man kann das kaum in Worte fassen und Viele werden es einfach nicht verstehen!
Dann bin ich "einfach weg". Für die nächsten 105 Minuten eingetaucht in die Emotionalität dieses Spiels, dieses Augenblicks.
Natürlich ist es auch diese Gewissheit, dass ICH hier bin. So viele werden sich das Spiel im TV ansehen, aber ICH bin hier -

Ibrox Park, Govan West Corner, Rangers vs. VfB Stuttgart, Wednesday 19th September, 7.45pm

Samstag, 15. September 2007

iBook



Keine Ahnung, wer sich nun mit meinem heißgeliebten iBook vergnügt, ich bin es jedenfalls seit Donnerstag nicht mehr! Da geht man nichtsahnend und voller Arbeitsmotivation in die LaBi und dann...schwupps...iBook weg, Christian verzweifelt!
So eine Scheiße!

Mittwoch, 12. September 2007

seit heute...

Strohwitwer (entsprechend dem englischen Grasswidower, Grasswidow: "Graswitwe"), ist ein "Witwer auf Zeit", also ein zeitweilig von der Frau verlassener Ehegatte bzw. Lebenspartner. Typischerweise tritt so eine Situation bei Reisen ein, die nicht gemeinsam unternommen werden.
Die Bezeichnung gilt allerdings ausschließlich als gerechtfertigt, wenn zu erwarten ist, dass der Lebenspartner wieder in den gemeinsamen Alltag zurückkehren wird. Es besteht keine Konvention darüber, wie lange man alleinstehend leben muss, um zutreffend als Strohwitwer/Strohwitwe bezeichnet werden zu können. So ist eine Trennung von lediglich einigen Minuten ebenso denkbar wie ein Zeitraum von mehreren Jahren.
Stroh steht hier für Bett, wie in der Klage Marthes im Faust: Und lässt mich auf dem Stroh allein!
Strohwitwen gibt es vermutlich ebenso häufig, die männliche Form tritt jedoch öfter auf, da sie das Klischee des im Haushalt unbeholfenen Mannes bedient.
aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Strohwitwer

Donnerstag, 6. September 2007

Indie & Mainstream

Ich versuche mich mal an einem intermedialen Gedankenaustausch mit Anne und ihrem Blog. Auf diesem steht ein Beitrag (der Kaiser und sein Hofnarr) zu einem Kaiser Chief-Konzert mit der Befürchtung,dass ihr vielgeliebter Indie zusehends dem Maistream verfalle.
Die Diskussion ist äußerst interessant. Er führt zu der Frage, was "Indie" eigentlich ist? Ist ein Konzert vor 2000 Leuten einfach nicht mehr "Indie"? Ist das nur das kleine, intime Konzert vor 200 Insidern im Club, der hauptsächlich von Mund-zu-Mund-Propaganda lebt? Ist der Indie-Sender "MotorFM" gar kein "Indie", einfach 'weil' es ein Radio-Sender ist? Muss eine echte Indie-Band nach dem Prinzip "Hoffentlich-kaufen-nicht-zu-Viele-unsere-Platten", bzw. "Besser-wir-machen-erst-gar-keine-Platten" Musik machen? Kann es in einem durch und durch kommerzialisierten Betrieb, wie es der Musik-Markt offensichtlich ist, überhaupt eine Richtung wie den Indie geben? Schließt sich Erfolg und Indie nicht von vorneherein aus?

So, jetzt die Antworten bitte.

Ein weiterer Aspekt zu diesem Thema ist hier nachzulesen.

Sonntag, 2. September 2007

Europareisen

Das sind sie also. Die drei Städte, die innerhalb drei Monate bereist werden wollen: Glasgow, Lyon, Barcelona! Nach Glasgow geht es schon am Dienstag in zwei Wochen! Die Tour steht, muss nur noch teilweise gebucht werden. Die ganze Woche klingen die Namen der Clubs nach, sieht man die Stadien vor dem geistigen Auge!
Und dann verliert die Mannschaft am Sonntag Abend das Derby in Karlsruhe mit 0-1! 4 Punkte nach 4 Spielen, das sieht nicht rosig aus. Der Fußball ist hart: Nichts ist weniger wert als der vergangene Erfolg. Es zählt nur das Hier und Jetzt. Man kann nur hoffen, dass man nicht in Panik verfällt!
Morgen wird die Fahrt komplett gebucht.

Dienstag, 28. August 2007

Mehr Fußball


"Was!?", mögen manche nun denken, "mehr Fußball?! Ich dachte wenigstens in seinem Blog werde ich damit weitestgehend verschont!"
Bis jetzt hat der Fußball hier doch ein eher stiefmütterliche Dasein gefristet. In der spannenden Endphase der letzten Saison gab es den ein oder anderen Eintrag um die Euphorie zu dokumentieren, die damals (ja, man muss schon "damals" sagen) herrschte. Es könnte nun bei Lesern, die aus irgendeinem Grund auf diese Seite stoßen, der Eindruck entstehen, dass ich nur in Erfolgstagen dem Fußball fröhne, was, wie diejenigen, die mich kennen, nur zu gut wissen, nicht ganz der Fall ist. Deswegen, und aufgrund eines Hinweises von Elmar, dass ja doch sehr wenig Fußballeinträge auf meinem Blog seien (was meine Hoffnung nährt, dass doch mehr Leute hier mitlesen, als ich gedacht habe), habe ich mich nun entschlossen, mehr über Fußball zu schreiben.
Ich fange mit dem letzten Spiel an. Heimspiel gegen den MSV Dusiburg. Ja, da müsst ihr jetzt durch. Ich halte mich jedoch kurz:
1-0, erster Sieg der Saison, Tor: Mario Gomez, Spiel: grottig

So sieht der Alltag eines Fußballfans aus!

Freitag, 24. August 2007

Bulgarische Gäste

Heute Abend ging der Besuch Loras Eltern aus Bulgarien zu Ende. Drei angenehme Wochen, in denen unsere WG etwas voller war als sonst. Manches Zusammensitzen mit einer Menge Spaß, Schnaps und viele leckerem, bulgarischem Essen. Ich hoffe man sieht sich irgendwann noch einmal. Ich würde mich freuen!

Mittwoch, 22. August 2007

Neue Band


Gestern Abend, zwei Jungs, eine Gitarre, ein Keyboard, Bier - klasse Musik mit HAWELKA im Studentenzimmer - Ich war mit einem shake-egg dabei und hatte einen Riesenspaß.
Nächste Woche im Probenraum werde ich mal wieder hinter einem Set sitzen und zu richtig schöner Blues-Rock-Pop-Musik spielen. Die Vorfreude ist eigentlich nicht zu beschreiben!

Dienstag, 21. August 2007

Falsche Prioritäten

Zehn Inder werden von 50 Deutschen durch eine Kleinstadt gejagt.
Was meint der ehemalige Bundestagspräsident Thierse unter anderem dazu?
Dass durch Rechtsradikalismus auch der Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr sei.

Lieber Herr Thierse, durch solche Aussagen ist das Recht auf Menschenwürde in Deutschland in Gefahr!

Freitag, 17. August 2007

Zusammen ist man weniger allein

Der Film mit Audrey Tautou läuft seit gestern in den Kinos und ist die französische Verfilmung des gleichnamigen Romans. Soviel zu den Fakten. Neben den ständigen, nicht eben qualtitativ wertvollen, Fortsetzungsfilmen diesen Sommer mal wieder ein richtig schöner Film, auch wenn ihm zum richtig guten Film ein paar Ecken und Kanten, vor allem was das Ende des Filmes, bzw. das Ende der Entwicklungen der einzelnen Charaktere angeht. Aber diese Kritik muss man eher an die Autorin des zugrunde liegenden Romans richten.
Es geht um eine 2er-Männer-WG in Paris, bestehend aus einem attraktiven (O-Ton meiner Freundin) Koch und einem Postkartenverkäufer, der sich mit der Reinigungskraft aus einer Nachbarwohnung anfreundet, sich um diese schließlich kümmert (findet sie, etwas magersüchtig, im Winter frierend in ihrer nicht beheizten Wohnung) und sie fortan mit in der WG wohnt. Eine weitere Hauptperson ist die Oma des Kochs (ich kann mir Filmnamen furchtbar schlecht merken), um die er sich kümmert und die schließlich auch noch Teil der WG wird.
Alles in allem ein schöner und warmherziger Film mit einigen bemerkenswerken Szenen, z.B. wenn die "Putz-Crew", bei der Audrey Tautou arbeitet, fröhlich und ausgelassen ein Betriebsweihnachtsfest feiert und in der nächsten Szene es in einer Kirche im Weihnachtsgottesdienst nicht dem Anlass entsprechend fröhlich, sondern eher wie bei einer Beerdigung zugeht.

Wie gessagt: schön, warmherzig, amüsant, zu empfehlen.

Dienstag, 14. August 2007

Jason Mraz


Endlich hat es geklappt. Seit mindestens zwei Jahren schwärme ich, von Flo angesteckt, von diesem Sänger aus Kalifornien mit dieser facettenreichen, tollen Stimme und diesen wunderbaren Songs, die einen durch den Tag tragen können. Nun konnte ich ihn also live erleben, letzten Dienstag in München, Café Attomic.
Das Konzert war klasse. Zwei Stunden Jason Mraz, solo mit Gitarre, zwei Meter vor der Nase. Es ist wirklich erstaunlich, er scheint keine Setlist zu haben, sondern sich spontan zu überlegen, auf was er gerade Lust hat. In dieser Form kommt seine Stimme natürlich noch mehr zu tragen, als mit Band. Dagegen ist es aber auch nicht leicht den Spannungsbogen zwei Stunden aufrecht zu erhalten. Das ist ihm nicht ganz gelungen. Nach ca. 40 Minuten fing er an zwischen den Songs mindestens drei Minuten die Gitarre zu stimmen, dazu ins Mikro zu summen und die nächsten 15 Minuten nur langsame Stücke zu spielen, womit ihm das Publikum etwas entglitt. Die Frage 'warum' ist hier allerdings entscheidend und es gibt meiner Meinung zwei Möglichkeiten:
1. Er wusste einfach nicht, was er spielen sollte, überlegte etwas zu lange und entschied sich, meiner Meinung nach, für die falschen Songs. Irgendwann fiel es ihm auf und er riss das Ruder herum.

2. Es lag am Publikum. Das bestand aus einem erschreckend großen Teil junger Konzertbesucher. Das ist ja an sich kein Problem. Ich war auch mal jung ( ich fühle mich auch jetzt noch jung, aber das gehört nicht hierher ). Aber ich hatte schon vor dem Konzert eine böse Vorahnung: als nämlich einige Jason Mraz' Namen skandierten. Ich will nicht Teil eines Publikums sein, das den Namen des Sängers oder der Band skandiert! Warum? Ganz einfach, ich bin wegen der Musik auf einem Konzert, nicht wegen dem Sänger! Wie der heißt, wie der aussieht, ist für mich zweitrangig.
Das Problem war zudem, dass Mraz den, wieder meiner Meinung nach, Fehler beging, zwischen zwei Songs zu fragen, was das Publikum denn hören wolle. Daraufhin wurde nach jedem Song munter Songtitel dazwischen geblökt. Das könnte wiederum Mraz auf den Sack gegangen sein und daraufhin das Geplänkel mit dem Stimmen der Gitarre und dem Summen.

Vielleicht ist es die dunkle Seite der myspace-Generation. So toll diese Plattform zum aufspüren neuer Musik und deren Verbreitung ist, ich habe das Gefühl, dass es ein bisschen zum Hype um Personen beiträgt und dass manchmal nicht die Musik im Vordergrund steht.

Vielleicht ist Jason Mraz aber auch einfach der Typ, der dieses Phänomen an sich zieht. Seine lockere Art, seine Witze während dem Konzert, sein gutes Aussehen. Ich finde ihn auch sympathisch, keine Frage und die Spaße fand ich auch lustig. Es macht ihn, neben der genialen Musik, einfach aus. Dann muss er eben mit diesem kleinen, hysterischen Teil des Publikums leben.

Auch wenn ich es jetzt etwas zerredet habe:

Hey Jason, great gig!

Samstag, 28. Juli 2007

Grandios


Die Tickets lagen schon recht lange an dem Platz in meinem Zimmer, an dem immer die Tickets für kommende Veranstaltungen liegen, um durch gelegentliche Blicke die Vorfreude darauf zu steigern. Die beiden CDs habe ich bewusst nicht mehr so oft angehört. Warum? Nun ja, die Gefahr bei Singer-Songwritern (ich finde eigentlich das Wort "Liedermacher" ziemlich cool) ist, dass sich die live gespielten Songs nicht viel von den Songs, die man daheim hört, unterscheiden.

Eine Woche vorher:
Ich blättere den neuen SPIEGEL durch, und was finde ich? Einen Artikel über Damien Rice! In diesem kann ich dann lesen, dass er ein übellauniger Zeitgenosse sei, keine Interviews mehr gebe, sich selbst als Saftsack bezeichne und jemand über ihn geschrieben hätte, er sei der Dosenöffner der Herzen. Soviel dazu.
Über die Musik wurde auch geschrieben: Bei dem besuchten Konzert in Paris habe Damien Rice einiger seiner Songs in einem Hardrock-Chaos zerstört, wohl als Antipunkt zu seinen sonst eher sanften Tönen. Aha. Ich war ja sehr gespannt!

Letzte Woche Dienstag:
Gespannt stehen wir zu viert im Hegelsaal der Liederhalle. Tolles Ambiente! Um zehn nach acht kommt Damien Rice mit Band auf die Bühne und beginnt ohne Umschweife mit dem ersten Song. Ich bin beeindruckt! Die Stimme ist einfach wunderbar: klar und ausdrucksstark, so gut hatte ich sie live nicht erwartet.
Er sagt wenig. Eigentlich sagt er eine halbe Stunde gar nichts. Aber das stört überhaupt nicht. Es passt zu dieser wunderbaren melancholisch warmen Atmosphäre, die in der Halle entstanden ist. Und dann tatsächlich: Der erste Song, der im "Hardrock" versinkt. So ein Blödsinn! Was versteht dieser Journalist unter Hardrock?
Die Songs wandeln sich auf erstaunliche Weise. Sanft und ruhig fängt Rice auf der Halbakustik-Gitarre oder am Piano an, die Band mit E-Gitarre, Bass, Schlagzeug und Cello steigen ein. Und dann kommt der Wendepunkt: Die Band baut eine wahre Klangwand auf. Es rockt, keine Frage. Aber es passt! Dann, apruptes Ende und Einsatz einer einzelnen funkigen Gitarre und erneuter Aufbau des Songs!
Ich kann es schwer beschreiben, aber es war phantastisch. Wie aus einem ruhigen Song ein groovender, von Funk und Rock durchsetzter Klangteppich entsteht.
Dann sagt erdoch noch was: Aber nicht griesgrämig, sondern einfach nett. Man merkt, dass er sich auf seine Musik konzentrieren will. Da stört ihn nichts und das ist das Glück des Zuhörers.
Ich hatte selten bei einem Konzert so viele Glücksmomente!

Noch etwas zu Konzertkritiken:
Wenn man meint, hauptsächlich etwas über den Eindruck, den ein Musiker hinterlässt, oder irgendwelche Beschreibungen der vermeintlichen Gefühle dieses Musikers zu schreiben, dann kann man es gleich sein lassen!
Die Kritik zwei Tage später in der Stuttgarter Zeitung war ein schlechter Witz und ging eben nicht auf die Musik und die kraftvolle Wirkung der Songs ein, die man mit treffenderen Worten, als ich das versucht habe, hätte beschreiben können!

"So beklagt Damien Rice etwa sein verletztes Herzlein im Titel 'Rootless Tree' mit einem mehrmals markig wiederholten 'Fuck you'."
Das ist peinlich.
Oder tarurig. Denn der Verfasser hatte offensichtlich nicht das gleiche wunderbare Konzert eines grandiosen Damien Rice erlebt!

Montag, 9. Juli 2007

Viel Blues

Das Sommerkinoprogramm ist mal wieder etwas dürftig. Zahlreiche Dritt- oder Viertverwertungen irgendwelcher Superhelden oder solchen, die es auch mit Mitte 50 noch gerne sein wollen. Dazu dann noch äußerst einfallsreiche Filmtitel wie "...4.0". Na da hat sich aber mal Jemand was einfallen lassen...

Zum Glück gibt es auch noch Ausnahmen. Und eine davon ist mal nicht im Programmkino zu finden: "Black Snake Moan"
Wer das Plakat oder den Trailer schon einmal gesehen hat, mag nun denken: Alles klar, sieht nach B-Movie aus! (jedenfalls das Plakat!)
Es ist ein, zugegebenermaßen, etwas abgefahrener Film. Eine junge weiße Frau (Christina Ricci) ist aufgrund früher Misshandlungen sexsüchtig. (Ich vermute, dass die Hälfte der Zuschauer allein wegen dieser Information den Saal gefüllt hatten)
Als ihr Freund (Justin Timberlake), der ihr als erster im Leben etwas Halt gibt, zur Armee muss, vergisst sie nach zwei Stunden ihr Liebesversprechen und hüpft durch die Betten der Kleinstadt. Nach einem heftigen Abend mit vielen Drogen, wird´sie zusammengeschlagen und bleibt auf einer Landstraße liegen. Dort findet sie ein Mitte 50-jähriger Schwarzer (Samuel L. Jackson), dessen Frau vor kurzem mit seinem eigenen Bruder zusammen ist und seitdem auch in einer Krise steckt. Er holt sie in sein Haus und versucht sie von nun an mit dem wahren Glauben und echter Blues-Musik zu heilen!
Viele skurile Situationen und einen klasse Blues-Soundtrack hält dieser kurzweilige Film bereit. Dazu ein tolles Schauspieler-Duo in den Hauptrollen, das sich prima ergänzt und sicher Chancen auf den ein oder anderen Preis hat!
Wenn man etwas schräge, aber durchaus auch ernste Filme mag - nichts wie rein!

P.S.: An Alle, die meinen, nur weil sie bequem sitzen und einen Film schauen, müssten sie ständig Kommentare von sich geben: Bleibt daheim und schaut weiter DVDs! Grauenvoll!

Freitag, 29. Juni 2007

Von rosa Säugetieren in langjährigen Zyklen


So langsam komme ich an einen Punkt des Studiums, an dem es sich nicht mehr vermeiden lässt, dessen Ende und finalen Abschluss, sprich die Zulassungsarbeit und das Staatsexamen, zu planen. Der ein oder andere wird bei diesem Gedanken vermutlich erleichtert aufatmen (Die Eltern sind da meistens vorne mit dabei), man selbst wird etwas unsicher. Man hat sich nach 17 Jahren schulischer und hochschulischer Ausbildung doch etwas an diese Art Leben gewöhnt.
Aber da hat man es ja als zukünftiger Lehrer zum Glück leicht. Ich muss mir keine Gedanken über die Art meines späteren Berufs machen, muss mir nicht überlegen, in welches Haifischbecken man als Geisteswissenschaftler denn am besten springt, um nicht gleich von den Fleischfressern des Kapitalismus (sprich die, die parallel zu einem selbst BWL, Wirtschaftswissenschaften oder ähnliches studieren und um die man meistens jetzt schon einen Bogen macht - oder die um mich, das lässt sich schwer rausfinden) in Stücke gerissen zu werden.
Man lehnt sich also zurück und stimmt schon einmal in die Klagelieder der späteren Kollegen mit ein.
Und dann das: Zum Schuljahr 2007/2008 werden in Baden-Württemberg 5200 Junglehrer keine Stelle bekommen! http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1453248
Am meisten sind zwar die Grund-und Hauptschullehrer betroffen - das nimmt der Meldung aber keineswegs ihre Bedrohlichkeit.
Plötzlich kommt Bewegung in die Planung des Studiums: Kann ich vielleicht nicht doch schon ein Jahr früher das Referendariat beginnen? War es das mit dem geplanten lockeren Sommersemester nächstes Jahr, in dem man nochmals ein bisschen durch die Gegend ziehen wollte? Oder wäre man dann eh nur ein Jahr früher arbeitslos?

Ich habe noch die Berichte aus den 80ern der Lehrer bei meinem Praxissemester im Ohr, als die Quote der Neueinstellungen ganz im Keller war. Ist das wieder die Zukunft? Schicksal Schweinezyklus?

Abwarten. Daran lässt sich leider nix ändern.

Die Welt ist nicht genug


Überall sieht man sie. An U-Bahn-Haltestellen, auf Parkbänken, in der ganzen Stadt. Seit ca. einer Woche hat sie sich permanent verbreitet. Die WELT KOMPAKT!
Es ist eine elideige Diskussion, die ich mit verschiedenen (oder immer den gleichen?) Leuten schon einige Male geführt habe:
Ist es sinnvoll eine Tageszeitung in einem handlicheren Format herauszubringen?
Die einen sagen: Klar, wieso nicht? Ich habe dieses unpraktische Riesenformat satt! So eine Zeitung könne man ja nicht in der Bahn lesen - nähme zu viel Platz in Anspruch.
Die anderen (und ich) sagen: Wenn ich das Format verkleinere, muss auch der Inhalt gekürzt werden oder ich mach die Zeitung rund 100 Seiten stark. Also leidet höchstwahrscheinlich die journalistische Genauigkeit, der Umfang eines Berichts, sprich die Qualität. Zum Thema unpraktisch: Zeitungen kann man falten. Außerdem kann man sich am Frühstückstisch hinter einer "Kompaktzeitung" nicht mehr so gut verschanzen, um seine Ruhe zu haben. Würden böse Leute behaupten!
Gut, manchmal kommt noch das Argument: "Das Format einer Tageszeitung muss einfach so sein, das war schon immer so!" Auch nicht ganz von der Hand zu weisen!

Witzigerweise gehören der ersten Partei oft Leute an, die eh keine Tageszeitung lesen!
Nun sind sie also da, die ersten Tageszeitungen in der Kompaktversion. Das schlimme ist jetzt, dass ausgerechnet der Springer-Verlag nun eine penetrante Werbe-Offensive gestartet hat. Gut, könnte man sagen, wenn die WELT kürzer wird, ist das nicht das Schlechteste. Da könnte man mit der BILD gleich weitermachen!
Das Schlimme ist aber, dass diese bis vor kurzem in der Versenkung verschwundene Zeitung sich gerade wie eine Plage verbreitet. Man kann nur hoffen, dass es sich um ein kurzes Intermezzo handelt. Denn es muss doch nicht von allem eine Sparversion geben. Wenigstens beim Journalismus kann es doch ausführlich bleiben!
Sonst muss man noch die Welt vor sich selbst retten!

Dienstag, 19. Juni 2007

Schreiben

Nachdem alle Teilnehmer des Luther-Seminars eine Seite über eine Fragestellung bezüglich des Textes, den kaum einer auf vorletzte Stunde gelesen hatte, schreiben durften, hat sich unser Prof also heute über unsere Schreibkünste ausgelassen. Nein, nicht die Sätze seien zu lang - uns würde einfach die Übung fehlen! Wir sollten schreiben, schreiben, schreiben! Wenn es geht regelmäßig! Auch ruhig mal eine Rezension! Und wenn es geht öffentlich, sodass wir Reaktionen bekommen!

Gut, wird erledigt!

(auch wenn es nur mein kleiner, unscheinbarer, im weiten World Wide Web verlorener Blog ist!)

Donnerstag, 14. Juni 2007

Jakob der Lügner


Ja, auch hier gibt es tatsächlich ein Buch zum Film!

Ich habe während meines Studiums festgestellt, dass mich die Neue Geschichte und hier speziell der Erste und Zweite Weltkrieg am meisten interessieren. Vielleicht ist es ein Drang, wenigstens annähernd nachvollziehen zu können, was in diesen Jahrzehnten in Europa und auf der Welt geschehen ist, wie es geschehen ist und warum es geschehen ist. Am wichtigsten, und auch am schwierigsten, ist vielleicht die letzte Frage und die damit verbundene Aufgabe der nachfolgenden Generationen (ja, auch immer noch wir!), dass so etwas nie wieder geschehen wird!

Ein interessantes Buch zu der Frage "wie" ist Jurek Beckers Roman "Jakob der Lügner". Das Buch wurde von dem in der DDR lebenden Becker 1969 geschrieben und zweimal verfilmt. (schon 1974 als DEFA-Film für den Oscar nominiert, 1999 mit Robin Williams und Armin Mueller-Stahl)
Die Geschichte von Jakob Heym wird von einem bis zum Schluss unbekannten Ich-Erzähler geschildert. Es spielt in einem Ghetto für Juden während des Zweiten Weltkrieges, in welcher Stadt, ist ebenfalls nicht bekannt. Durch Einzelheiten kann man erschließen, dass es im heutigen Polen liegen könnte.
Jakob wird durch einen Zufall zu einem Lügner. Er kommt an eine Nachricht über den Vormarsch der Roten Armee und durch eine blöde Situation passiert es, dass die Leute im Ghetto glauben, er hätte verbotenerweiße ein Radio versteckt. Daraus wird ein Selbstläufer, Jakob hat während der Geschichte verschiedene Gründe, den Schwindel nicht auffliegen zu lassen.

Durch immer wieder eingeschobene kleine Episoden über Menschen, die in irgendeiner Verbindung zu Jakob stehen, erhält man einen Einblick in das Leben in diesem Ghetto und wie die eingesperrten Juden damit umgehen. Es ist ein Wechselspiel von Resignation und Hoffnung, Wut und Trauer, Witz und Schwermut.
Eine der eindrucksvollsten Passagen befindet sich gleich zu Beginn: Der Erzähler beschreibt, wie toll es für ihn ist einen Baum zu sehen. Nichts weiter bräuchte er um für einen Augenblick glücklich zu sein. Weiter sagt er, dass er es nicht verstehe, warum die Deutschen Pflanzen und Bäume verbieten. Die anderen Verbote - Ausgangssperre nach 20 Uhr, das Verbot des Tragens von Schmuck - das könne er durchaus nachvollziehen...

Ein eindrucksvolles Buch, das ich jedem nur empfehlen kann!

Freitag, 8. Juni 2007

Kultur-Nachschlag


Mit einem Nachschlag ist eigentlich immer so, dass man ihn anfangs eigentlich unbedingt will. Doch am Ende bleibt oft etwas übrig.
Na ja, hat eigentlich mit dem Eintag nicht wirklich etwas zu tun. Ich wollte eben eine lockere Hinführung zum eigentlichen Thema, was, wie ich feststellen muss, ziemlich misslungen ist.

Also dann ohne weiter Umschweife zum Thema, das wir, als die vermeintliche geistige Elite (oder sind Lehramtsstudenten davon generell ausgeschlossen?) doch so sehr lieben: KULTUR

Da hab ich dem geneigten, kleinen, ausgewählten Kreis an Lesern doch einiges vorenthalten! Den Grund brauche ich nicht mehr zu wiederholen. Obwohl...

Deutscher Meister 2007: VfB Stuttgart

Gut, wäre das auch noch mal in Erinnerung gerufen. Manche vergessen das vielleicht allzu schnell wieder!

Okay, was habe ich kulturell konsumiert in den letzten zwei, drei Monaten?

- Konzert: POLARKREIS 18
Was soll ich sagen? Wahnsinns Konzert. War eine spontane Idee bei der Abendplanung am Morgen. Ein Konzert im Schocken - immer einen Versuch wert. Okay, der Gang zu "myspace" - klingt interessant, also hin.
Was den schwäbischen Studenten erstmal freut: nur 5 € Eintritt. Aber selbst da gibt es Leute, die meckernd wieder abdrehen. Unglaublich!
Sechs Bandmitglieder, viele Instrumente, die meisten elektronisch. Und was sie die nächste Stunde an Klangwänden, Grooves, Beats, Spielfreude & Melodien uns um dieOhren gehauen haben, war einfach klasse. Ich dachte, so ein Konzert gäbe es vielleicht in London, oder vielleicht noch in Hamburg. (hallo Anne)
Das ging nach vorne, war ungewohnt, Stile vermischten sich, wurden wieder zu etwas Neuem, war laut, auch mal leise, das Schocken vibrierte, die Leute tanzten! Und das wundersamste: die Band kommt aus Deutschland, genauer aus Dresden.

Für mich ist fast jeder Sommer mit einer Band verbunden.
2003 Placebo, 2004 Libertines, 2005 Jason Mraz, 2006 The Kooks/ Death Cab For Cutie,
2007 Polarkreis 18 (und meine persönliche Entdeckung von Dave Matthews)

Unbedingt hin und überraschen lassen!


- Konzert: THE RAKES (Vorprogram: THE BISHOPS)
Ehrlich gesagt, war ich nicht so begeistert wie von Polarkreis 18. Was auch mit der ganz anderen Erwartungshaltung zu tun haben kann, mit der ich in dieses Konzert reinging. Band aus England, heiß, neu etc.
Es war schon gut. Aber das erste Mal musste ich während eines Konzerts nach hinten flüchten, da es mir viel zu laut war. Ansonsten gingen die Jungs gut ab und gönnten sich keine ruhigen Song. Alles in allem hörenswert, aber vielleicht sind es langsam doch genug "heißer Bands" aus England? Ich weiß es nicht!
Noch was zu den Bishops: Die drei Jungs sahen in ihren Schuluniformen schon etwas niedlich aus. Ein bisschen wie eine Schülerband, die aus zwei Angus Young-Double bestehen. Musik war okay, etwas eintönig; Text für mich teilweise absolut unverständlich.

Buch: Theodor Storm - DER SCHIMMELREITER
Aus Interesse gelesen. Und aus Anlass unseres Nordseeurlaubs. Eine schöne Novelle, bei der man(auch bei 30 Grad) die Brandung des Sturms und der Flut hören kann. Wäre sicher einmal eine Alternative für den Unterricht zum Thema Novelle. Sehr gespenstig mit einigen merkwürdigen Rätseln und Sagen aus dem Land der Nordfriesen.
Ein Reiter kommt während eines Sturms zu einem Gasthof, in dem ihm von einem alten Schulmeister die Geschichte von Hauke Haien erzählt wird. Dieser wird im 18. Jahrhundert Deichgraf, muss sich mit den voreingenommenen und sturen Bewohnern des Dorfs auseinandersetzen und wird, laut Legende, aufgrund eines dramatischen Ereignisses zum "Schimmelreiter".
Schöne Sprache und Beschreibung der früheren Tage von Nordfriesland!

Buch: HARDER, BETTER, FASTER - Der englische Fußball
Eine Buchreihe, in der Auslandskorrespondenten der Süddeutschen über den Fußball in "ihrem" jeweiligen Land schreiben. Es gibt eine Ausgabe über Italien, eine über Spanien und eben diese über England. Wer sich für Fußball, speziell eben den englischen interessiert, bekommt hier eine detaillierte, interessante und (wichtig) interessierte Beschreibung und Bestandsaufnahme des "Mutterlands" des Fußballs. Ursprung, Herkunft, Verbreitung, Popularisierung, Kommerzialisierung.
Rauheit, Schonheit, Begeisterung, Gewalt, Faszination, Popkultur, Medien, Spieler, Fans.
All das wird unterhaltsam, aber eben auch informativ vermittelt. Was noch wichtig ist: Mit deutlich zu vernehmender Kritik an der seit den 90er Jahren bestehenden Entwicklung hin zum reinen Event! Und Erklärungen mancher Eigenarten des englischen Fußballs und der englischen Gesellschaft! Beides ist nämlich oft einfach nicht voneinander zu trennen.
Perfekte Vorbereitung für ein mögliches Champions League-Auswärtsspiel in Manchester, London oder Liverpool!

Dienstag, 5. Juni 2007

Heutige Beobachtungen

1. Ein Typ, der sich, auf einem Fahrrad fahrend, die Zäne putzte!

2. Ein Kleinkind in einem Kinderwagen, das in der U-Bahn einen sehr wichtig aussehenden Geschäftsmann ständig (wohl in der Greifphase) mit den Händen berührte - so stelle ich mir den Blick des Teufels aus Angst vor Weihwasser vor!

3. L'Auberge Espagnole ist einfach ein toller Film!

Montag, 4. Juni 2007

Die Zeit, die Zeit

Tja, wo bleibt sie? Wo geht sie hin?
Sie rast jedenfalls an mir vorbei. Schon lange ist mir das nicht mehr so deutlich geworden, wie im Moment. Ehe ich mich versah, sind seit dem denkwürdige Meisterschafts-Wochenende auch schon wieder mehr als zwei Wochen vergangen. Die Bilder sind natürlich immer noch im Kopf und zu gern würde ich mich noch einmal an diesen wahnsinnigen Tag, diese freudetrunkenen Stunden und diese unvergessene Nacht zurückbeamen.
Berlin? Auch schon wieder eine Woche her. Lohnt auch nicht, darüber noch viele Gedanken zu verschwenden. Davon abgesehen, dass es ein schöner Ausflug mit meinem Vater war.
Es hat mich doch selbst verwundert, wie enttäuscht ich doch war. Vorher war ich nicht einmal überaus nervös. Nicht zu vergleichen mit dem Finale vor 10 Jahren, als ich schlotternd und bibbernd dem Spiel entgegengefieberte.
Wobei ich schon einmal festgestellt habe, dass ein Ausscheiden in einem Pokalwettbewerb eine Form der Enttäuschung nach sich zieht, die man von einem Bundesligaspiel nicht kennt. Da spielt es auch keine Rolle in welcher Runde man ausscheidet. Man weiß ganz einfach: Das war's! Aus. Vorbei. Nach einer Liga-Niederlage ist die nächste Chance nur eine Woche entfernt.

Aber zurück zur Zeit. Das Semester ist schon wieder zur Hälfte vorbei. Oder mehr als die Hälfte? Weniger? Ich weiß es nicht. Dieses Sommersemester 2007 wird wohl als das Semester in meine Studienlaufbahn eingehen, in dem ich vom Kopf her am weitesten von der Uni weg bin. Was heißt das? Ich lasse ohne jeglichen Skrupel Hauptseminar-Sitzungen ausfallen. (früher hatte ich da doch einen, wenn auch kleinen, Anflug schlechten Gewissens)
Es gibt einfach andere Dinge, die viel mehr Spaß machen. Okay, ich gebe zu, der Mailand Konflikt Friedrich Barbarossas 1159-1162 ist doch auch ganz interessant. Aber doch ertappte ich mich ein paar Mal dabei, dass ich mir Gedanken darüber machte, wie es wäre, wenn der VfB in der Champions League gegen Mailand spielen würde.

Das Thema Uni ist fast schon wieder einen extra Eintrag wert. Womit ich an dieser Stelle hoch und heilig gelobe, doch etwas häufiger zu bloggen.
Aber im Anschluss nun noch ein paar Bilder, an denen sich ganz gut meine Gefühlslage am Meister-Samstag während und nach dem Spiel ablesen lässt.




Sonntag, 20. Mai 2007

Ziel aller (Fußball-)Träume


Alles lieft wie jedes Jahr:
Das Spiel endet, der Schlusspfiff geht in einem kollektiven Schrei unter, die Spieler fallen übereinander her, die Schale wird überreicht. So hat man das die letzten Jahre immer im Fernsehen am Sonntag Morgen gesehen, wenn man sich von der Fahrt zum unwichtig gewordenen letzten Auswärtsspiel am Tag zuvor erholt hatte.
Doch dieses Mal gab es einen entscheidenden Unterschied. Ich war mittendrin. Es war meine Mannschaft, die nach 34 Spielen diese Schale überreicht bekam. Die Spieler, die man die ganze Saison über angefeuert hatte, kletterten nun auf den Zaun, tollten auf dem Rasen und schrien mit uns um die Wette. Das Stadion in rot-weißer Glückseligkeit.
Doch bei mir war auch ein anderes Gefühl vorhanden: Fassungslosigkeit. Nach dem Schlusspfiff liefen einfach so die Tränen. Beschreiben, was ich in diesem Augenblick gefühlt habe, kann ich nicht. Es würde wahrscheinlich Niemand, der diese Saison nicht in Wolfsburg, Hannover und Bremen war, verstehen. Das soll nicht arrogant klingen! Aber man macht so viel mit, durchrlebt mit dieser Mannschaft so viele emotionale Momente, dass das in solch einem Moment einfach herausbricht.

Die Szenen, die sich an diesem Abend und dieser Nacht abspielten, gingen mir heute, am Tag danach, noch einige Male durch den Kopf. Wie ich alle fünf Minuten wieder Jemandem in den Armen lag. Immer wieder die Aussagen: "Das gibt es doch nicht" oder "Ich kann das noch gar nicht fassen". Sekt- und Bierduschen, Leute außer Rand und Band.

Deutscher Meister 2007

Wahnsinn!

Freitag, 20. April 2007

Im Frühling



Ja, dieser Frühling 2007 hat es wahrlich in sich! Nicht nur, was die sommerlichen Temperaturen angeht. Auch bei mir hat sich einiges getan.
Endlich habe ich meinem Nickname-Geber alle Ehre erwiesen und nach einer ewigen Anlaufphase das Große Latinum geschafft! Wer das Drama um die ersten beiden nicht bestandenen Prüfungen erlebt hat, kann sich ja vorstellen, was es für eine Überwindung für mich war, im Spätsommer letzten Jahres noch einmal zu sagen: Ok, ich versuch das Große Latinum zu schaffen.
Und jetzt hat es tatsächlich geklappt und ich bin ein großes Stück näher dran, zukünftigen Schülern etwas von der Faszination der spannenden, interessanten und wichtigen Geschichte näher zu bringen.
Für mich heißt es nun, endlich keine Vokabeln mehr büffeln zu müssen und nicht jeden Tag Ciceros Reden und philosophische Texte übersetzen zu müssen!

Und dann gibt es ja noch meinen Verein. Den VfB. Am Mittwoch war in Wolfsburg beim Halbfinale. Nach dem 1-0 hatte ich feuchte Augen. Nach dem Spiel eine rauhe Stimme. Und am nächsten Tag eine Hochstimmung, dass mir selbst der wenige Schlaf von zwei Stunden nichts ausmachte.
Endlich wieder ein Finale. Endlich wieder die berechtigte Hoffnung auf einen Titel! Ich kann mich noch gut an das letzte Pokalfinale vor zehn Jahren erinnern: Nervenanspannung und Freude pur. Es ist einfach unbeschreiblich, dass der eigene Verein, mit dem man nicht zu wenig Enttäuschungen erlebt hat, nun endlich wieder einmal kurz vor einem Triumoh steht.

Und Morgen das Spiel gegen die Bayern...

Mittwoch, 21. März 2007

Frühling


So, da ist er nun offiziell. Der Frühling. Die alte Socke.
Das blöde ist, dass er nur offiziell da ist. Er richtet sich scheinbar nicht gern nach dem Kalender.
Ehrlich gesagt, hat er uns dieses Jahr einmal ordentlich hinters Licht geführt. Und das, obwohl jetzt die Tage wieder länger werden - nein, sie haben jetzt leider nicht für die nächsten sechs Monate 25 Stunden!
Er war doch eigentlich schon richtig da. Die Bäume blühen, die Pollen fliegen und die Hormone erst...überall aufplusternde Tauben...herrlich!
Und da dachte sich der Frühling: "Freut euch mal nicht zu früh - ich muss noch mal kurz weg." Und wir laufen jetzt wie die letzten Trottel durch Schneegestöber.
Ich könnte ja jetzt böswillig sagen, dass das alles mit dem Klima zusammenhängt. Klingt gut und ich läge voll im Trend, da eigentlich gerade alles irgendwie mit dem Klima zu tun hat. Wohl auch meine gemeine Erkältung. An der sind dann ja irgendwie die Amerikaner und Chinesen schuld! Vielleicht zu pauschal. Aber auch damit läge ich voll im Trend.

Sonntag, 18. März 2007

Heidelberg II - Die Stadt

Über die Schönheit von Heidelberg ist sicher schon sehr viel geschrieben worden. Also werde ich mich kurz fassen:
Heidelberg ist eine wirklich schöne Stadt.
Das muss reichen.
Und sonst?
Was sehr schnell auffällt und um was man nicht herumkommt, ist der Dialekt. Er verfolgte mich durch die halbe Stadt. In der anderen Hälfte wurde man mit der zweithäufigsten Sprache konfrontiert: Englisch.
Aber zurück zum Schrecken jedes nicht im Rhein-Neckar-Gebiet Geborenen: Das Kurpfälzisch.
Ich kann ehrlich gesagt nicht einmal richtig beschreiben, wie es klingt. Nach Provinz? Vielleicht. Aber das heißt ja nichts. Es gibt viele Provinzen in Deutschalnd, in denen ausgeprägt Dialekt gesprochen wird. Aber dieses Kurpfälzisch klingt einfach nicht sympathisch. Es klingt behäbig. Irgendwie auch etwas link. Es ist wohl dieser Sing-Sang, der diesen Eindruck verursacht.
Ich möchte nicht wissen, was in anderen Teilen Deutschlands über das so wunderbare Schwäbisch gesagt wird. Wohl auch nicht immer das Beste.
Aber kurpfälzisch? Da tröstet auch nicht eine der schönsten Städte Deutschlands darüber hinweg.

Heidelberg I - HEY STEVE!


Ich bin schon wieder zwei Wochen in Stuttgart. Die Zeit rast. Es ist tatsächlich schon wieder zwei Wochen her, dass ich für vier Wochen in Heidelberg war. Da muss man fast schon wieder überlegen, was man alles erlebt hat. Da muss man bei Gelegenheit wirklich mal darüber nachdenken. (Dieser Satz ist eine kleine Huldigung für das Buch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener)
Ich lasse den großen Teil mit dem Lateinlernen aus. Das würde die Wenigen, die diesen Blog noch besuchen auch noch vergraulen.
Vier Wochen Heidelberg: Das, was mir als Erstes - außer dem Latein, aber das, hatte ich ja gesagt, wird übersprungen und ab jetzt als selbstverständlich vorusgesetzt - war "HEY STEVE". Was hatte es damit auf sich, werdet Ihr euch jetzt fragen. Ich wusste das auch lange nicht. Die Szene war folgende:
Ich war am ersten Tag in meinem Zimmerchen - in Konzentration, beim...s.o. - als plötzlich Jemand zur Wohnungstür reinkam. "HEY STEVE!"
"HEY STEVE!"
"HEY STEVE!"...kam es aus zwei anderen Zimmern. Kurz danach von der Stimme, die zur Tür hereinkam ein lang gezogenes und lautes "BOOORIIIIS JEEELZIN".
Was am Anfang erstauntes Kopfschütteln bei mir auslöste, lies mich in Zukunft immer schmunzeln. Es ist eine Parole, die einfach so geschrien wird, um zu sehen, wer da ist. Und Boris Jelzin? Tja, das ist der Spitzname der aus der Ukraine stammenden Mitbewohnerin.
Mir wuchs diese WG ziemlich schnell ans Herz. Und wäre beim Abschied nicht das Spieltags-Gribbeln wegen der Fahrt nach Leverkusen so stark gewesen, wäre mir der Abschied noch schwerer gefallen.
Es war einfach toll: Stunden über die weltpolitische Lage und andere banale Dinge diskutiert, zusammen gekocht & gegessen und vor allem ganz viel Spaß gehabt.
Ich freue mich schon darauf, bald die knarrenden Holzstufen hochzsteigen, zu klingen und ein kräftiges "HEY STEVE" der WG entgegenzurufen!

Montag, 26. Februar 2007

2 Filme



Nach den Träumereien wieder harte, unnachgiebige Filmkritiken:

1. Der gute Hirte (The Good Shepard)
Wieder einmal ein politischer Film. Es geht um die Anfänge der CIA. Matt Damon spielt einen Agenten (Edward Wilson) Anfang der 60er Jahre, der bei der Planung und Durchführung der Cuba-Invasion beteiligt war und aufgrund des "Schweinebucht-Fiaskos", wie alle Beteiligten des Planungsstabs, unter Verdacht des Verrats der Informationen an die Russen steht. Es beginnt die Suche nach dem eigentlichen Verräter, die immer wieder von Wilsons Erinnerungen an seinen Werdegang, seine Tätigkeit bei der Spionage während des Zweiten Weltkriegs und seine Rolle beim Aufbau der CIA, unterbrochen wird.
Der Film verzichtet auf Agenten-Action à la James Bond und jeder, der etwas in diese Richtung erwartet, wird enttäuscht sein. "Der gute Hirte" kommt jedoch hervorragend ohne diese etwas realitätsferne Action aus. Die Reduzierung auf das Wesentliche, ist genau seine Stärke. Man bekommt eindrucksvoll dargestellt, in was für einem psychischen Spannungsverhältnis Edward Wilson steckt. Niemand kann sich auf Irgendjemanden verlassen. Gefühle und Freundschaften haben in diesem knallharten Geschäft nichts zu suchen. Kühl wird berechnet, wer es wert ist, dass man ihn am Leben erhält, oder ob es nicht doch für alle besser ist, dass er stirbt.
Man blickt in die Welt der nicht offiziell existierenden Beamten, der Schattenmänner und Doppelagenten. Dass man manchmal nicht genau versteht, wer jetzt mit wem und was zusammenhängt, verdeutlicht die Absicht des Filmes, den Zuschauer ganz in diese Welt eintauchen zu lassen.
Insgesamt ein spannender Film, der einen fast drei Stunden mitreist und beeindruckt aus dem Kino entlässt!

2. Paris je t' taime
18 Kurzfilme von verschiedenen Regisseuren mit jeweils einer Länge von fünf Minuten über die schönste Stadt der Welt. Tolle Geschichten über Liebe, Trauer, Hoffnung, Trostlosigkeit, Träume, Realität und alle anderen Bereiche des Lebens. Lustig, verspielt, phantasievoll, zum Schmunzeln, zum Rätseln, zum Nachdenken!
Ich habe ein oder zwei Kritiken gelesen, in denen stand, dass nicht alle der Kurzgeschichten das gleiche Niveau erreichen. Das denke ich nicht. Es gibt welche, die haben mir besser gefallen als andere, aber jede einzelne hatte ihren eigenen Charme und ihre individuelle Aussagekraft!
Kurzweiliges Kino mit richtig tollen Geschichten aus dem Leben über das Leben!

Samstag, 17. Februar 2007

Träume auf einer Zugfahrt

Die Landschaft, die vorbeifliegt, liegt verborgen in der Finsternis. Man kann nur die einzelnen Lichter der Ortschaften sehen. Mal mehr, mal weniger. Meine Gedanken schweifen in die Ferne, die ich nicht sehen kann...
Ziele könnten sich bald erfüllen, Träume könnten vielleicht Realität werden...
Dinge werden eine Einheit, von denen man es nicht gedacht hätte...

...Latein & VfB...

...Ziele & Träume!