Eigentlich ist das etwas seltsame Wort "Nebeneffekt" nicht angemessen für das, worüber ich einige Zeilen schreiben will: neuere deutsche Belletristik. Und Belletristik ist an sich ebenso kein schönes Wort. Viel schöner, jahrhundertelang bewährt ist das einfache Wort "Bücher".
Ich habe also seit Beginn der Pfingsferien drei neuere Bücher deutschsprachiger Autoren gelesen. Warum also die Überschrift? Nun ja, Hintergrund war das Ziel, mit einer 10. Klasse einen neuen deutschen Roman zu lesen. Da fiel mir natürlich das in der 12. Klasse im Literaturkurs gelesene "Agnes" von Peter Stamm ein, aber ich wollte einfach auch mal wieder etwas auf dem Laufenden sein. Mit diesem Vorsatz ging es in den Wittwer, und mit dem Roman "1979" von Christian Kracht wieder hinaus. Ein irritierender Roman über zwei ein deutsches Paar, von dem der Eine dauernd auf Drogen, der Andere ständig am Zweifeln - hauptsächlich aufgrund der Beziehung zwischen beiden - ist, weswegen sie es schaffen, die Ereignisse um die islamische Revolution nicht wirklich mitzubekommen. Einer der beiden stirbt schließlich an einem letzten Drogen-Cocktail in einem heruntergekommenen Teheraner Krankenhaus, der andere macht sich auf den Weg nach Tibet zu einem sagenumwobenen Berg, den man auf einer gewissen Weise umrunden soll, und landet schließlich in einem chinesischen Arbeitslager.
Etwas zu viel der pessimistischen Endzeitstimmung für die 10er, dachte ich mir.
Von Christian Kracht habe ich dann gestern seinen neuesten Roman "Ich bin bei Dir im Sonnenschein wie im Schatten" fertig gelesen. Äußerst interessant, aber eben auch nicht unbedingt etwas, das ich in der 10. Klasse unbedingt gerne gelesen hätte. Ebenfalls eine Fiktion, in der vor knapp 100 Jahren die SSR, die "Schweizer Sowjet Republik" gegründet wurde, die sich nun in einem seitdem andauernden Krieg mit dem faschictischen Deutschland und England befindet. Hauptfigur ist ein Militär-Kommisar, der sich in den Kriegswirren (und bei Kracht sind es wirklich "Wirren") zurecht finden muss und einige Erkenntnisse gewinnt und Überraschungen erlebt.
Dagegen eignet sich das dritte Buch, "Ruhm" von Daniel Kehlmann, doch um einiges besser für die Schule. "Ein Roman in neun Geschichten" lautet der Untertitel, und ich bin doch sehr gespannt, wie die Klasse auf die von meinem betreuenden Lehrer und mir überlegte Vorgehensweise reagieren wird. Ein Grundthema, das in allen neun Geschichten thematisiert wird, ist die moderne Kommunikation via Handy, E-Mail und Facebook. Die sehr synthetische erscheinende Konzeption dieses Romans hat mich gegen Ende doch mehr und mehr begeistert. Ein Buch, das Anspruch und Spaß am Lesen wirklich toll miteinander vereinbart.
Alle drei Bücher haben auf ihre Weise sehr viel Spaß gemacht. Es war ein Vergnügen sie zu lesen und haben gezeigt, dass es mehr als nur ein Nebeneffekt der Lektüresuche war! Ich sollte doch einfach mauch weiterhin wieder mehr lesen!
Gedanken, Kommentare, Meinungen zu Aktuellem & Vergangenem oder einfach nur etwas, was wert sein könnte von aller Welt gelesen werden zu können.
Samstag, 19. Juni 2010
Sonntag, 13. Juni 2010
WM 1
Meine Nachricht an das ZDF nach dem heutigen Spiel Deutschland gegen Australien, betreffend den Kommentator Béla Réthy:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Beschwerde richtet sich nicht gegen die Äußerung Ihrer Moderatorin ("innerer Reichaparteitag") - darüber wurde über Twitter schon zu Recht zu Genüge protestiert -, sondern bezieht sich auf den Kommentar während des Spiels von Béla Réthy.
Zunehmend ist mir und meinen Freunden, die mit mir das Spiel verfolgten, die Art einiger Kommentare negativ aufgefallen:
1) Warum muss betont werden, dass Spieler wie Mesut Özil eine "ausländische Note" [oder ähnlich] in das Spiel der deutschen Nationalmannschaft hinenbringen würden? Es bezog sich auf die technischen Fähigkeiten, im Gegensatz zu den "deutschen Tugenden". Mesut Özil, Sami Khedira, Sedar Tasci und andere haben das Fußaballspielen in Deutschland erlernt und spielen nun für diese Nationalmannschaft, weil sie sich bewusst dafür entschieden haben. Muss man denn immer noch das vermeintlich Besondere betonen, was im Sport - aber leider wohl noch nicht außerhalb diesem - schon zur Normalität geworden ist?
2) "Im Hünherstall von Durban gibt es weniger Vuvuela-Terror" [oder ähnlich].
Wollen Sie Ihre Zuschauer eigentlich für dumm verkaufen?
Müssen Sie auch noch diese unsägliche Stimmung gegen diese südafrikanische Form der Anfeuerung beim Fußball unterstützen? Das Wort "Terror" in diesem Zusammenhang ist völlig unverantwortlich gewählt und bei einem Journalisten, der mit seinen Aussagen Millionen von Menschen (und dabei vielen jungen) erreicht, nicht nachzuvollziehen!
Mit solchen platten und simplen Aussagen fördern Sie ebensolche Meinungen bei vielen Menschen, die Ihnen zusehen und -hören.
Und das kann nicht der Anspruch eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders wie des ZDF sein!
Mit freundlichen Grüßen"
"Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Beschwerde richtet sich nicht gegen die Äußerung Ihrer Moderatorin ("innerer Reichaparteitag") - darüber wurde über Twitter schon zu Recht zu Genüge protestiert -, sondern bezieht sich auf den Kommentar während des Spiels von Béla Réthy.
Zunehmend ist mir und meinen Freunden, die mit mir das Spiel verfolgten, die Art einiger Kommentare negativ aufgefallen:
1) Warum muss betont werden, dass Spieler wie Mesut Özil eine "ausländische Note" [oder ähnlich] in das Spiel der deutschen Nationalmannschaft hinenbringen würden? Es bezog sich auf die technischen Fähigkeiten, im Gegensatz zu den "deutschen Tugenden". Mesut Özil, Sami Khedira, Sedar Tasci und andere haben das Fußaballspielen in Deutschland erlernt und spielen nun für diese Nationalmannschaft, weil sie sich bewusst dafür entschieden haben. Muss man denn immer noch das vermeintlich Besondere betonen, was im Sport - aber leider wohl noch nicht außerhalb diesem - schon zur Normalität geworden ist?
2) "Im Hünherstall von Durban gibt es weniger Vuvuela-Terror" [oder ähnlich].
Wollen Sie Ihre Zuschauer eigentlich für dumm verkaufen?
Müssen Sie auch noch diese unsägliche Stimmung gegen diese südafrikanische Form der Anfeuerung beim Fußball unterstützen? Das Wort "Terror" in diesem Zusammenhang ist völlig unverantwortlich gewählt und bei einem Journalisten, der mit seinen Aussagen Millionen von Menschen (und dabei vielen jungen) erreicht, nicht nachzuvollziehen!
Mit solchen platten und simplen Aussagen fördern Sie ebensolche Meinungen bei vielen Menschen, die Ihnen zusehen und -hören.
Und das kann nicht der Anspruch eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders wie des ZDF sein!
Mit freundlichen Grüßen"
Freitag, 21. Mai 2010
Unwiderstehlich
Draußen ist es kalt, ungemütlich und nass. Es ist Mitte Mai. Drinnen entwickelt sich für über eine Stunde eine raumfüllende Wärme, und das liegt nicht nur daran, dass das Schocken an diesem Abend gut gefüllt ist. Die Ursache dieser Wärme, die sich in mir ausbreitet und sich in mir sichtlich wohlfühlt, ist ein Geschwisterpaar (Eva und Philipp Milner) aus Hamburg: Die Band Hundreds, deren gleichnamiges erstes Album in den letzten drei Wochen bei mir rauf und runter läuft, gaben ein wunderbares Konzert, das man sich am liebsten in eine kleine Dose packen lassen will, um es den Sommer über in seiner Hosentasche überall mit hinzunehmen!
Philipp sitzt das ganze Konzert über an einem Flügel, flankiert von Laptop und sonstigen technischen Gerätschaften, die ich nicht erkennen kann. Er ist maßgeblich für den klaren, oft rhythmisch sehr interessanten Sounds und Beats zuständig, die er oft mit dezenten Klängen seines Flügels untermalt.
Dass er nichts und seine Schwester insgesamt keine 30 Worte sagen, stört nicht im Entferntesten, da sie über eine überragende natürliche Bühnenpräsenz verfügt. Durch ihre Erscheinung und ihren wunderschönen Gesang wird man unweigerlich gefesselt und die schon erwähnte Wärme nistet sich wohlig ein.
Die Songs und Melodien sind größtenteils voller Melancholie, was gepaart mit dem unterlegten Beat ein wesentlicher Punkt für die Fesselungskunst der Musik von Hundreds ausmacht. Es ist eine melancholisch tänzerische Stimmung, die bewirkt, dass ich genüsslich lächeln in diese Atmosphäre förmlich hineinlegen und treiben lassen kann!
Ein herrlicher Abend mit einer tollen Band!
Philipp sitzt das ganze Konzert über an einem Flügel, flankiert von Laptop und sonstigen technischen Gerätschaften, die ich nicht erkennen kann. Er ist maßgeblich für den klaren, oft rhythmisch sehr interessanten Sounds und Beats zuständig, die er oft mit dezenten Klängen seines Flügels untermalt.
Dass er nichts und seine Schwester insgesamt keine 30 Worte sagen, stört nicht im Entferntesten, da sie über eine überragende natürliche Bühnenpräsenz verfügt. Durch ihre Erscheinung und ihren wunderschönen Gesang wird man unweigerlich gefesselt und die schon erwähnte Wärme nistet sich wohlig ein.
Die Songs und Melodien sind größtenteils voller Melancholie, was gepaart mit dem unterlegten Beat ein wesentlicher Punkt für die Fesselungskunst der Musik von Hundreds ausmacht. Es ist eine melancholisch tänzerische Stimmung, die bewirkt, dass ich genüsslich lächeln in diese Atmosphäre förmlich hineinlegen und treiben lassen kann!
Ein herrlicher Abend mit einer tollen Band!
Dienstag, 18. Mai 2010
Nationaler Notstand
Wenn gestern um ca. 11 Uhr landesweit Sirenen oder Kirchenglocken zu hören gewesen wären - mich hätte es nicht groß gewundert. Nationales Wehklagen, Trauer, Entsetzen von Flensburg bis Garmisch!!
Was war passiert?
Gab es ein schlimmes Gewaltverbrechen? Droht die Finanz- und Währungskrise sich nun endgültig bahnzubrechen, sodass das europäische Projekt ernsthaft zu kippen droht? Neue Enthüllungen bei Missbrauchsfällen?
Man könnte so etwas in dieser Art vermuten, wenn man folgende einzelne Aussagen hört und liest:
"Ich bin unendlich traurig."
"Das ist bitter und tragisch."
"Das ist natürlich für alle Beteiligten ein Schock."
"Ich bin schockiert. Das ist ganz bitter."
"Das ist eine absolute Katastrophe."
Es geht um die Verletzung von Michael Ballack, die eine Hyterie-Welle entfacht hat, die ich mir nicht habe vorstellen können. Die aufgelisteten Aussagen stammen von Theo Zwanziger (DFB-Präsident), Jupp Heynckes, Ralf Rangnick (beide Bundesliga-Trainer), Tobias Angerer (Skilangläufer) und Pierre Littbarski (ehem. Nationalspieler).
Der Gipfel war gestern die Ansetzung einer Extraausgabe der Sportschau um 20.15 Uhr in der ARD!
Hinzu kommen Gründungen von Facebook-Gruppen wie "82.000.000 gegen Boateng", bei deren unterstem Niveau ich mich wundere, dass die Gründer überhaupt wussten, wieviele Nullen denn eine Million hat!
Es geht um eine Verletzung eines Fußballers, die für ihn persönlich sicher in doppeltem Sinne extrem schmerzhaft ist. Aber rechtfertigt das eine Betroffenheits-Rhetorik in diesem Ausmaß?
Für mich zeigt dies, dass es mit der realistischen Wahrnehmung von wirklich wichtigen und existenziellen Problemen, die es aktuell rund um den Globus, in Europa und hier in Deutschland gibt, nicht weit her sein kann.
Andreas Bock vom Magazin "11 Freunde" hat einen sehr interessanten Artikel über den Umgang mit Kevin-Prince-Boateng veröffentlicht:
http://www.11freunde.de/international/129903/das_leben_des_anderen
P.S.:
Zum Sportlichen: Man hat den Eindruck, dass allein mit Michael Ballack Deutschland sschon so gut wie Weltmeister war. Hat die deutsche Mannschaft in den letzten Jahren mit Ballack einen Titel geholt?
P.P.S:
Ich hatte vorausgesagt, dass ich definitiv einen Beitrag zum Medien-Hype um die WM schreiben werde. Dass dieser nun so ausfällt, hätte ich, wie gesagt, nicht gedacht. Zum restlichen Gedöns um die WM ließe sich auch noch manches schreiben, wozu ich aber gerade einfach keine Lust habe!
Was war passiert?
Gab es ein schlimmes Gewaltverbrechen? Droht die Finanz- und Währungskrise sich nun endgültig bahnzubrechen, sodass das europäische Projekt ernsthaft zu kippen droht? Neue Enthüllungen bei Missbrauchsfällen?
Man könnte so etwas in dieser Art vermuten, wenn man folgende einzelne Aussagen hört und liest:
"Ich bin unendlich traurig."
"Das ist bitter und tragisch."
"Das ist natürlich für alle Beteiligten ein Schock."
"Ich bin schockiert. Das ist ganz bitter."
"Das ist eine absolute Katastrophe."
Es geht um die Verletzung von Michael Ballack, die eine Hyterie-Welle entfacht hat, die ich mir nicht habe vorstellen können. Die aufgelisteten Aussagen stammen von Theo Zwanziger (DFB-Präsident), Jupp Heynckes, Ralf Rangnick (beide Bundesliga-Trainer), Tobias Angerer (Skilangläufer) und Pierre Littbarski (ehem. Nationalspieler).
Der Gipfel war gestern die Ansetzung einer Extraausgabe der Sportschau um 20.15 Uhr in der ARD!
Hinzu kommen Gründungen von Facebook-Gruppen wie "82.000.000 gegen Boateng", bei deren unterstem Niveau ich mich wundere, dass die Gründer überhaupt wussten, wieviele Nullen denn eine Million hat!
Es geht um eine Verletzung eines Fußballers, die für ihn persönlich sicher in doppeltem Sinne extrem schmerzhaft ist. Aber rechtfertigt das eine Betroffenheits-Rhetorik in diesem Ausmaß?
Für mich zeigt dies, dass es mit der realistischen Wahrnehmung von wirklich wichtigen und existenziellen Problemen, die es aktuell rund um den Globus, in Europa und hier in Deutschland gibt, nicht weit her sein kann.
Andreas Bock vom Magazin "11 Freunde" hat einen sehr interessanten Artikel über den Umgang mit Kevin-Prince-Boateng veröffentlicht:
http://www.11freunde.de/international/129903/das_leben_des_anderen
P.S.:
Zum Sportlichen: Man hat den Eindruck, dass allein mit Michael Ballack Deutschland sschon so gut wie Weltmeister war. Hat die deutsche Mannschaft in den letzten Jahren mit Ballack einen Titel geholt?
P.P.S:
Ich hatte vorausgesagt, dass ich definitiv einen Beitrag zum Medien-Hype um die WM schreiben werde. Dass dieser nun so ausfällt, hätte ich, wie gesagt, nicht gedacht. Zum restlichen Gedöns um die WM ließe sich auch noch manches schreiben, wozu ich aber gerade einfach keine Lust habe!
Sonntag, 16. Mai 2010
Unsagbar
Eigentlich ist Schreiben über Musik sinnlos. Jegliche Worte über sie werden ihr nie auch nur ansatzweise gerecht werden. Ich glaube, Musik verändert die Menschen und die Welt in der sie sich bewegen. Es ist eine Kraft, die von ihr ausgehen kann, die so unbeschreiblich groß ist, dass sie einen überwältigen kann. Sie macht glücklich, traurig, fröhlich, nachdenklich und zaubert weiter jede mögliche Gefühlsregung binnen Sekunden in die Köpfe, Seelen und Herzen der Menschen hinein.
Am vergangenen Freitag spielte ich das erste Mal seit langer Zeit wieder in einem Orchester mit - zum ersten Mal in einem Sinfonieorchester. Die Woche, die gerade zu Ende ging, hatte einige Spuren hinterlassen. Spuren, die mich nachdenklich und traurig machten.
Doch dann treten einzelne Töne und komplette Melodien ineinandergreifend und sich überlagernd ein in diese Gedankenelt und überlagern alles, was sich dort seit geraumer Zeit angesammelt hat.
Und ein Lächeln huscht über das Gesicht; der Blick geht hoch in Richtung Kirche; und für einige Zeit ist alles vergessen.
Der Augenblick besteht nur aus diesen Klängen, die man nicht beschreiben kann.
Am vergangenen Freitag spielte ich das erste Mal seit langer Zeit wieder in einem Orchester mit - zum ersten Mal in einem Sinfonieorchester. Die Woche, die gerade zu Ende ging, hatte einige Spuren hinterlassen. Spuren, die mich nachdenklich und traurig machten.
Doch dann treten einzelne Töne und komplette Melodien ineinandergreifend und sich überlagernd ein in diese Gedankenelt und überlagern alles, was sich dort seit geraumer Zeit angesammelt hat.
Und ein Lächeln huscht über das Gesicht; der Blick geht hoch in Richtung Kirche; und für einige Zeit ist alles vergessen.
Der Augenblick besteht nur aus diesen Klängen, die man nicht beschreiben kann.
Freitag, 26. Februar 2010
Grenze erreicht?!
Heute vor einer Woche trafen sich vier Freunde in einer Kneipe, sahen sich bei einem Bier ein Fußballspiel an und erzählten sich die neuesten Neuigkeiten der letzten Zeit. Das klingt jetzt noch nicht sonderlich aufregend oder einzigartig. Wenn man aber einige zusätzliche Einzelheiten erfährt, war es schon ein besonderes Treffen. Im überdimensionalen Fernsehgerät fand gerade das von allen Medien und Freunden als "Spiel des Jahres" bezeichnete CL-Achtelfinal-Hinspiel Stuttgart gegen Barcelona statt. Nun wäre unser Ort des Aufenthalts normalerweise nicht irgendeine Eckkneipe in Stuttgart gewesen. Doch das Schreiben des Vereins für Bewegungsspiele mit dem üblichen Hinweis auf das Vorkaufsrecht seines Stammplatzes ließ bei uns ein deutliches Staunen entstehen: 41 € sollte die Teilnahme an diesem "Event" kosten.
Um es mit aller Deutlichkeit zu sagen: Hiermit ist eine Grenze überschritten worden!
Ich will jetzt an dieser Stelle nicht mit einer Aufzählung kommen, wo und wann wir diesen Verein in den letzten Jahren unterstützt haben - das märe müßig!
Aber wäre es nicht eine nette Geste, denen, die auch in weniger erfolgreichen Zeiten zu diesem Verein und in der Kurve stehen, die Karte zu einem fairen Preis anzubieten? Wäre es vielleicht nicht auch angebracht zu berücksichtigen, dass sich viele Schüler, Auszubildende oder Studenten diese Preise langsam nicht mehr leisten können? Will man wirklich englische Verhältnisse in den deutschen Stadien (für diejenigen, die diesen Begriff bei Wikipedia eingeben müssen - das war das frühere Wort für die heutigen "Arenen", was wiederum eine noch viel, viel ältere Bezeichnung für "Wettkampfstätte" ist...so alt, dass die Betonung auf "Kampf" lag)? Verhältnisse, in denen in einigen Jahren die Generation der 15- bis 25-Jährigen kaum mehr in den Stadien vertreten ist? Sondern nur noch zahlungs- und konsumwillige "Kunden", die natürlich bei einem oder zwei Stadionbesuchen pro Saison wahrscheinlich mehr Geld liegen lassen, als der Dauerkarteninhaber in der Kurve?
Ich denke, dass dies der Trend ist und schneller als befürchtet voranschreitet.
Schade! Fußball wird gemeinhin als "Volkssport" bezeichnet. Das wird bald ebenso Geschichte sein, wie das wunderbare Wort "Stadion".
P.S.: Vielleicht sollte man sich bei Zeiten einen unterklassigen Verein suchen und schon einmal beginnen die emotionale Bindung etwas zu stärken.
P.P.S.: Einen ähnlichen Artikel sehe ich schon zum Thema WM voraus, denn der mediale Hype und die Werbemaschine fangen sich langsam an warmzulaufen!
Um es mit aller Deutlichkeit zu sagen: Hiermit ist eine Grenze überschritten worden!
Ich will jetzt an dieser Stelle nicht mit einer Aufzählung kommen, wo und wann wir diesen Verein in den letzten Jahren unterstützt haben - das märe müßig!
Aber wäre es nicht eine nette Geste, denen, die auch in weniger erfolgreichen Zeiten zu diesem Verein und in der Kurve stehen, die Karte zu einem fairen Preis anzubieten? Wäre es vielleicht nicht auch angebracht zu berücksichtigen, dass sich viele Schüler, Auszubildende oder Studenten diese Preise langsam nicht mehr leisten können? Will man wirklich englische Verhältnisse in den deutschen Stadien (für diejenigen, die diesen Begriff bei Wikipedia eingeben müssen - das war das frühere Wort für die heutigen "Arenen", was wiederum eine noch viel, viel ältere Bezeichnung für "Wettkampfstätte" ist...so alt, dass die Betonung auf "Kampf" lag)? Verhältnisse, in denen in einigen Jahren die Generation der 15- bis 25-Jährigen kaum mehr in den Stadien vertreten ist? Sondern nur noch zahlungs- und konsumwillige "Kunden", die natürlich bei einem oder zwei Stadionbesuchen pro Saison wahrscheinlich mehr Geld liegen lassen, als der Dauerkarteninhaber in der Kurve?
Ich denke, dass dies der Trend ist und schneller als befürchtet voranschreitet.
Schade! Fußball wird gemeinhin als "Volkssport" bezeichnet. Das wird bald ebenso Geschichte sein, wie das wunderbare Wort "Stadion".
P.S.: Vielleicht sollte man sich bei Zeiten einen unterklassigen Verein suchen und schon einmal beginnen die emotionale Bindung etwas zu stärken.
P.P.S.: Einen ähnlichen Artikel sehe ich schon zum Thema WM voraus, denn der mediale Hype und die Werbemaschine fangen sich langsam an warmzulaufen!
Freitag, 19. Februar 2010
Ferien & Unterrichtsvorbereitung
Die ersten Ferien meines noch jungen Referendar-Daseins sind nun schon fast vorüber. Und eigentlich sollte ich an diesem verregneten Freitagabend an meinem Schreibtisch sitzen und die ersten Unterrichtsstunden vorbereiten. Nun ja, am Schreibtisch sitze ich immerhin schon einmal...
Es ist das alte Problem beim Vorbereiten von Geschichtsstunden: Entweder steht ein Thema an, zu dem man mit Glück vier Schlagwörter zusammenbekommt (so während des Praxissemesters vor einigen Jahren das Thema "Das alte Ägypten") oder man soll ein Thema unterrichten, das einen selber so interessiert, dass man ständig weitere Fachliteratur wälzt und immer mehr recherchiert, als sich endlich einmal auf die konkrete Unterrichtsplanung zu konzentrieren. Das Zweite ist nun konkret der Fall - das Thema: Nationalsozialismus im Allgemeinen und Judenverfolgung, Holocaust, die Person Hitlers sowie die NS-Ideologie im Besonderen.
So sitzt man also da, stöbert in Studienunterlagen, rennt in die Bib um Bücher auszuleihen und surft im Internet (das nun endlich wieder da ist) nach Reden, Texten und Bildern. Das Schulbuch hat man anfangs einmal durchgeblättert und für "etwas" zu wenig ausführlich erachtet!
So komme ich langsam zu dem Eindruck, dass ich mit dem vorhandenen Material und den Ideen eher ein Tutorium an der Uni halten könnte, anstatt wenige Schulstunden für die neunte Klasse.
So werde ich wohl demnächst wieder zum Schulbuch zurückkehren und mit einem weinenden Auge die vielen interessanten Bücher und Aufsätze auf einem meiner Umzugskartons ablegen. Die sollten übrigens auch mal ausgeräumt werden. Doch davor müsste ich nochmals zu IKEA. Und dafür müsste ich ein Auto organisieren.
Das alles sollte eigentlich in der ersten Ferienwoche geschehen. Doch manchmal muss man Prioritäten setzen und die Ferien sowie das Leben genießen! Und das mit der Unterrichtsvorbereitung wird noch. Ganz bestimmt!
Es ist das alte Problem beim Vorbereiten von Geschichtsstunden: Entweder steht ein Thema an, zu dem man mit Glück vier Schlagwörter zusammenbekommt (so während des Praxissemesters vor einigen Jahren das Thema "Das alte Ägypten") oder man soll ein Thema unterrichten, das einen selber so interessiert, dass man ständig weitere Fachliteratur wälzt und immer mehr recherchiert, als sich endlich einmal auf die konkrete Unterrichtsplanung zu konzentrieren. Das Zweite ist nun konkret der Fall - das Thema: Nationalsozialismus im Allgemeinen und Judenverfolgung, Holocaust, die Person Hitlers sowie die NS-Ideologie im Besonderen.
So sitzt man also da, stöbert in Studienunterlagen, rennt in die Bib um Bücher auszuleihen und surft im Internet (das nun endlich wieder da ist) nach Reden, Texten und Bildern. Das Schulbuch hat man anfangs einmal durchgeblättert und für "etwas" zu wenig ausführlich erachtet!
So komme ich langsam zu dem Eindruck, dass ich mit dem vorhandenen Material und den Ideen eher ein Tutorium an der Uni halten könnte, anstatt wenige Schulstunden für die neunte Klasse.
So werde ich wohl demnächst wieder zum Schulbuch zurückkehren und mit einem weinenden Auge die vielen interessanten Bücher und Aufsätze auf einem meiner Umzugskartons ablegen. Die sollten übrigens auch mal ausgeräumt werden. Doch davor müsste ich nochmals zu IKEA. Und dafür müsste ich ein Auto organisieren.
Das alles sollte eigentlich in der ersten Ferienwoche geschehen. Doch manchmal muss man Prioritäten setzen und die Ferien sowie das Leben genießen! Und das mit der Unterrichtsvorbereitung wird noch. Ganz bestimmt!
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