Jetzt ist nicht Mittwoch. Jetzt ist früher ist Dienstag. Genauer gesagt Dienstagabend. Ich sitze daher auch nicht in der Regionalbahn nach Schorndorf, sondern daheim. Rechts neben mir blinkt der Fernsehturm unabänderlich. Er scheint sich zu einer Konstante in meinem Leben zu entwickeln. Er ist da, wenn ich aufwache und wenn ich heimkomme. Ein stabiler Anker, der vielen in dieser Stadt die richtige Richtung zeigt. Falls er eines Morgens einmal nicht mehr von der anderen Seite der Stadt zu mir herüberschauen sollte, dürfte das nicht nur für mich zu einem ernsthaften Problem werden.
Das Interessante am Schreiben eines Blogs ist, dass man manchmal nach sechs Zeilen eines Textes keinen blassen Schimmer mehr hat, a) wohin dieser Text führen könnte und b) mit welcher Intention man ihn eigentlich begonnen hat. Nun schreibe ich zum Glück keinen thematisch ausgerichteten Blog (Politik, Fußball, Mode...gibt es alles schon zu Genüge und kenn ich mich auch nicht überall gleich gut aus), sodass es im Prinzip auch völlig egal ist, über was ich schreibe. Da ich auch nicht weiß, wer hier regelmäßig mitließt, hat das Ganze mehr oder weniger Tagebuchcharakter.
Mittlerweile hat sich die erste Zeile dieses Eintrags überholt. Es ist Mittwoch, eine Woche später. Ich sitze in der Regionalbahn. Falls ich je nochmals auf den Gedanken kommen sollte, Journalist zu werden, ist das der letzte praktische Beweis, dass ich die Finger davon lassen sollte. Ich hatte mir das von Klasse 7 bis 11 wirklich überlegt, aber mehr als ein Artikel über Fredi Bobic in der Schülerzeitung Pegasus, die von uns als einer mit hoch fliegenden Idealen augestatteten Gruppe 7.-Klässler am Renninger Gymnasium wieder aufgelegt wurde und es sogar in die SDR3-Sendung Club Radio schaffte (was wir der Tatsache verdankten, dass der Vater eines guten Freundes Trainer der SDR-Frauen-Volleyballmannschaft war), einem Bericht über die Karl-May-Ausstellung im Ludwigsburger Landratsamt während meines einwöchigen Berufspraktikum bei der Ludwigsburger Kreiszeitung in Klasse 10 und einem Leitartikel (böse Zungen würden Grußwort sagen) Klasse 12 beim Versuch der nächsten Schülergeneration, die Schülerzeitung wieder aufleben zu lassen, reichte es nicht. Erstens wäre ich wohl dezent mit der Termineinhaltung der zu schreibenden Texte überfordert und zweitens hätte ich ständig die Befürchtung, dass meine Texte zu belanglos seien. Daher ist dieser Blog vielleicht der später Versuch, diesen früheren Berufstraum zu bewältigen, mit dem unschätzbaren Vorteil, dass ich Termine verstreichen lassen kann, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen, und meine Texte eine Belanglosigkeit ausstrahlen können, dass es eine wahre Freude ist.
Gedanken, Kommentare, Meinungen zu Aktuellem & Vergangenem oder einfach nur etwas, was wert sein könnte von aller Welt gelesen werden zu können.
Mittwoch, 28. März 2012
Mittwoch, 14. März 2012
Glück
Es ist nun schon drei oder sogar vier Jahre her, als wir mit Hawelka einen Auftritt im Feuilleton hatten. Eine wunderbare Live-Musik-Bar mit alten Zeitungen an den Wänden, trashigem Schick und einer tollen Bühne. Geführt wurde das Feuilleton von äußerst engagierten Leuten mit Liebe zur Musik abseits der Luftlinie ca. einen Kilometer entfernten Großhallen. Es war ein Samstag. Bands wie wir spielen nicht oft samstags (noch nicht...). Aber ein Wintereinbruch und die Tatsache, dass es der Samstag nach Neujahr war, bescherte uns ein Besucheransturm von vier Gästen, die a) nicht mit uns Musikern liiert und b) nicht zur Bar gehörten.
Jede Band wird diese Abende kennen, wenn man felsenfest davon überzeugt ist, dass man doch ein paar Zuhörer mehr verdient hätte. Ironischerweise sind oft solche Auftritte von einer Losgelöstheit gekennzeichnet, die zu erstaunlichen Musik- und Ansage-Ergebnissen führt.
Vor zwei Tagen ging es vermutlich der Band Die Türen ebenso. Montagabend, Club Manufaktur in Schorndorf. Gleichzeitig ein in der Stuttgarter Zeitung etwas größer angekündigtes, mystisches weibliches Elektropopduo (vermutlich aus Skandinavien...mystische Elektropopduos kommen – gender-unabhängig – meistens aus Skandinavien!) im Schocken und drei ehemalige Chefredakteure der Titanic in den Wagenhallen. Dazu eine 35 minütige Gondelfahrt mit der S-Bahn nach Schorndorf und schon führen die Wege von gerade mal geschätzten 50 Musikinteressierten zum Konzert dieser Band. Dieser wunderbaren Band. Man kann nur allen sagen, die sich für ein Alternativprogramm entschieden haben. Selber schuld!
Dieser Band gelang das, was ich neulich in einem Gespräch mit einer guten Freundin über Glück sagte: Momente des Glücks habe ich oft bei Musik. So wie am Montagabend, vor dem Mischpult stehend, in einer wunderschönen Location, dieser Band lauschend, die es auf eine bei einer deutschen Band noch nie gesehenen unprätentiösen Art und Weise schafft, einen mitreisenden Indie-Rock zu spielen, der von grandiosen, ironischen Songzeilen durchwoben ist und der mich seelig lächelnd alleine vor dem Mischpult zum Tanzen brachte und unter anderem z.B. diese Textzeile in meinen Kopf brannte:
„Ich will keinen Mindestlohn,
ich will Mindesliebe.“
Da ist jedes weitere Wort unangebracht!
Jede Band wird diese Abende kennen, wenn man felsenfest davon überzeugt ist, dass man doch ein paar Zuhörer mehr verdient hätte. Ironischerweise sind oft solche Auftritte von einer Losgelöstheit gekennzeichnet, die zu erstaunlichen Musik- und Ansage-Ergebnissen führt.
Vor zwei Tagen ging es vermutlich der Band Die Türen ebenso. Montagabend, Club Manufaktur in Schorndorf. Gleichzeitig ein in der Stuttgarter Zeitung etwas größer angekündigtes, mystisches weibliches Elektropopduo (vermutlich aus Skandinavien...mystische Elektropopduos kommen – gender-unabhängig – meistens aus Skandinavien!) im Schocken und drei ehemalige Chefredakteure der Titanic in den Wagenhallen. Dazu eine 35 minütige Gondelfahrt mit der S-Bahn nach Schorndorf und schon führen die Wege von gerade mal geschätzten 50 Musikinteressierten zum Konzert dieser Band. Dieser wunderbaren Band. Man kann nur allen sagen, die sich für ein Alternativprogramm entschieden haben. Selber schuld!
Dieser Band gelang das, was ich neulich in einem Gespräch mit einer guten Freundin über Glück sagte: Momente des Glücks habe ich oft bei Musik. So wie am Montagabend, vor dem Mischpult stehend, in einer wunderschönen Location, dieser Band lauschend, die es auf eine bei einer deutschen Band noch nie gesehenen unprätentiösen Art und Weise schafft, einen mitreisenden Indie-Rock zu spielen, der von grandiosen, ironischen Songzeilen durchwoben ist und der mich seelig lächelnd alleine vor dem Mischpult zum Tanzen brachte und unter anderem z.B. diese Textzeile in meinen Kopf brannte:
„Ich will keinen Mindestlohn,
ich will Mindesliebe.“
Da ist jedes weitere Wort unangebracht!
Freitag, 9. März 2012
Mittwoch geschrieben - ehrlich!!
Da ist es also schon da, das gefürchtete Problem jeden Schreibers, ob unbedeutender Blogger oder ambitionierter Romanautor – was schreibe ich?
Meistens folgt eine selbstironisch aber oft verbittert klingende Beschreibung des Prozesses: Autor sitzt am Schreibtisch, vor sich das leere Blatt Papier, er weiß nicht, was er schreiben soll, wie der Handlungsfaden – soweit vorhanden und nicht bewusst oder unbewusst weggelassen – weitergespinnt werden soll bzw. was das Thema der nun mal wöchentlich zu schreibenden Kolumne sein soll. Und wenn darüber drei Spalten geschrieben wurde, hat man – welch überraschender Effekt – den Text beisammen. Auch auf anderen Gebieten wird ähnlich verfahren. Harald Schmidt gestaltet seit Jahren eine variierende Anzahl seiner Shows.
Heute morgen ist aber einfach nicht mehr drin. Punkt. Das muss man einfach auch mal akzeptieren und sollte nicht den Fehler begehen, einen Text künstlich zu verlängern. Es sollte im Prinzip eine Absichtserklärung von Autoren geben, die damit geloben, jede künstliche zeilenverlängernde Maßnahmen auszusetzen. Ein Text sollte die Selbstbestimmung über seine Länge nicht in die Hände von profilsüchtigen, egozentrischen Schreibern abgeben. Auch wenn es schwer fällt, solch einen Text hilflos daliegen zu sehen und die Hoffnung immer latent über ihm schwebt, dass man seine Existenz noch einige Zeilen verlängern kann. Nur um ganz wenige! Aber man sollte einsehen, wenn der Punkt erreicht ist, an dem es einfach nicht mehr weiter geht. Schade. Es sollte nicht sein.
Maschinen aus.
Meistens folgt eine selbstironisch aber oft verbittert klingende Beschreibung des Prozesses: Autor sitzt am Schreibtisch, vor sich das leere Blatt Papier, er weiß nicht, was er schreiben soll, wie der Handlungsfaden – soweit vorhanden und nicht bewusst oder unbewusst weggelassen – weitergespinnt werden soll bzw. was das Thema der nun mal wöchentlich zu schreibenden Kolumne sein soll. Und wenn darüber drei Spalten geschrieben wurde, hat man – welch überraschender Effekt – den Text beisammen. Auch auf anderen Gebieten wird ähnlich verfahren. Harald Schmidt gestaltet seit Jahren eine variierende Anzahl seiner Shows.
Heute morgen ist aber einfach nicht mehr drin. Punkt. Das muss man einfach auch mal akzeptieren und sollte nicht den Fehler begehen, einen Text künstlich zu verlängern. Es sollte im Prinzip eine Absichtserklärung von Autoren geben, die damit geloben, jede künstliche zeilenverlängernde Maßnahmen auszusetzen. Ein Text sollte die Selbstbestimmung über seine Länge nicht in die Hände von profilsüchtigen, egozentrischen Schreibern abgeben. Auch wenn es schwer fällt, solch einen Text hilflos daliegen zu sehen und die Hoffnung immer latent über ihm schwebt, dass man seine Existenz noch einige Zeilen verlängern kann. Nur um ganz wenige! Aber man sollte einsehen, wenn der Punkt erreicht ist, an dem es einfach nicht mehr weiter geht. Schade. Es sollte nicht sein.
Maschinen aus.
Mittwoch, 29. Februar 2012
Die war's!
Kaum ist mein kleines Blog- bzw. Schreibprojekt ehrgeizig ins digitale Leben gerufen worden, ruhte es auch schon für nun drei Wochen. Höhere Mächte waren am Werk – die Ärztin machte nach ca. einer Minute der Behandlung entzündete Nebenhöhlen dafür verantwortlich, verschrieb ein Antibiotikum, irgendwelche Gelkapseln, ein Nasenspray und mehrere Tage Bettruhe. Was die Erforschung und Entwicklung von Antibiotika angeht, kommt man doch immer wieder ins Staunen: Ganze drei Tabletten – in einer Verpackung für acht – befanden sich in der Schachtel. Laut Ärztin solle die Wirkung zehn Tage andauern. Die angebliche Wirkung der Gelkapsel hatte ich daheim schon wieder vergessen und das Nasenspray (eine Kochsalzlösung zum Befreien der Nase) liegt nun unausgepackt in meinem langsam stattlich ausgestatteten Medizinfach (für potentielle Einbrecher: nichts Weltbewegendes und meistens nur Reste!).
Das war der zweite Mittwoch, den ich ziemlich malad zu 90 Prozent im Bett verbrachte und wechselweise vor mich hin fror oder schwitzte.
Der dritte Mittwoch – Faschingsferien. Seit einigen Jahren mache ich mir irgendwie immer weniger aus dieser Zeit. Früher schon deutlich mehr – klar, eine von der Gesellschaft befeuerte „Jahreszeit“, in der per se viel alkoholische Getränke zu sich genommen werden (wie soll man auch sonst einen Großteil der Veranstaltungen ertragen) ist für einen pubertierenden Jungen durchaus von einigem Interesse. Und es ist sicher auch nicht so, als würde vor allem der Straßenkarneval (-fasnet, -fasching) nicht doch auch wirklich eine lustige Angelegenheit sein.
Dieses Jahr ist mir durch die nebenhöhlenentzündungsbedingte Auszeit am Faschingswochenende und durch das immer noch nicht vorhandene Internet (übrigens der Grund für das zweite Ausfallen dieser noch nicht allzu traditionellen Textreihe) und durch das damit erzwungene Mehr an Radiohören bewusst geworden, dass diese Zeit auch, wenn nicht vor allem eine Zeit der schlechten Musik ist! Einer Zeit – in dieser Hinsicht zum höchsten Glück sehr kurzen – , in der dreimal (!!), vom Intendanten hoffentlich nicht ungestraft gelassen, „Hol das Lasso raus“ auf einem öffentlich-rechtlichen Sender läuft (und ich höre kein SWR4), kann ich einfach immer weniger abgewinnen!
Nun also der zweite Text am vierten Mittwoch. Immerhin. Es hätte auch schon nach dem ersten einfach sang- und klanglos im Sand verlaufen können.
P.S.: Hängt bitte endlich die Werbeplakate für das Filmspektakel des Jahres ab: „Die Rache der Wanderhuren“! Die drei Mal, in denen ich bei deren Anblick einfach nur lachen musste, sind inzwischen lange vorbei!
Das war der zweite Mittwoch, den ich ziemlich malad zu 90 Prozent im Bett verbrachte und wechselweise vor mich hin fror oder schwitzte.
Der dritte Mittwoch – Faschingsferien. Seit einigen Jahren mache ich mir irgendwie immer weniger aus dieser Zeit. Früher schon deutlich mehr – klar, eine von der Gesellschaft befeuerte „Jahreszeit“, in der per se viel alkoholische Getränke zu sich genommen werden (wie soll man auch sonst einen Großteil der Veranstaltungen ertragen) ist für einen pubertierenden Jungen durchaus von einigem Interesse. Und es ist sicher auch nicht so, als würde vor allem der Straßenkarneval (-fasnet, -fasching) nicht doch auch wirklich eine lustige Angelegenheit sein.
Dieses Jahr ist mir durch die nebenhöhlenentzündungsbedingte Auszeit am Faschingswochenende und durch das immer noch nicht vorhandene Internet (übrigens der Grund für das zweite Ausfallen dieser noch nicht allzu traditionellen Textreihe) und durch das damit erzwungene Mehr an Radiohören bewusst geworden, dass diese Zeit auch, wenn nicht vor allem eine Zeit der schlechten Musik ist! Einer Zeit – in dieser Hinsicht zum höchsten Glück sehr kurzen – , in der dreimal (!!), vom Intendanten hoffentlich nicht ungestraft gelassen, „Hol das Lasso raus“ auf einem öffentlich-rechtlichen Sender läuft (und ich höre kein SWR4), kann ich einfach immer weniger abgewinnen!
Nun also der zweite Text am vierten Mittwoch. Immerhin. Es hätte auch schon nach dem ersten einfach sang- und klanglos im Sand verlaufen können.
P.S.: Hängt bitte endlich die Werbeplakate für das Filmspektakel des Jahres ab: „Die Rache der Wanderhuren“! Die drei Mal, in denen ich bei deren Anblick einfach nur lachen musste, sind inzwischen lange vorbei!
Mittwoch, 8. Februar 2012
Mittwochstexte
Den guten Vorsatz, dass ich mehr für meinen Blog schreibe, habe ich in der Nacht zum neuen Jahr schon gar nicht mehr gefasst. Trotzdem denke ich neben allen Terminen immer wieder daran. Und es kann dann schon mal vorkommen, dass ich durch die Posts der letzten fünf Jahre scrolle und überrascht bei dem ein oder anderen Eintrag hängen bleibe.
Nun also ein weiterer Versuch der Reanimation. Und zwar – Obacht – derer nachhaltigen!!
Dazu habe ich mir Folgendes überlegt: Jeden Mittwoch werde ich auf der morgendlichen Fahrt vom Hauptbahnhof Stuttgart nach Schorndorf einen Text schreiben und ihn, wenn möglich, direkt nach der Ankunft bloggen (durch unvorhergesehene Massen-Kopie-Aktionen kann sich das in Einzelfällen auf die Mittagspause verschieben).
Die Fahrt dauert ca. 23 Minuten. Nichts darf danach hinzugefügt werden, nicht geändert werden.
Warum ausgerechnet der Mittwoch? Nun, erstens ein ganz pragmatischer Grund: An diesem Tag habe ich keine Zugbegleitung meines geschätzten Kollegen Hermann. Zeitens finde ich die Regeln doch ziemlich reizvoll. Es entsteht ein gewisser Druck, auch wirklich etwas zu schreiben. Ohne diese vollmündige Ankündigung, wäre es wohl niemandem aufgefallen, ich hätte zwei Wochen an einem Tag etwas geschrieben und dann ziemlich wahrscheinlich wieder damit aufgehört.
Der Mittwoch ist an sich auch ein oft vernachlässigter Tag! Wogegen der Montag immerhin durch das millionenfache „Oh nein, schon wieder Montag“ (und das oft schon am Sonntag) in vieler Munde ist und der Donnerstag bei vielen schon der langsame Einstieg in das bevorstehende Wochenende bedeutet, fristet der Mittwoch ein eher tristet Dasein zwischen den Welten respektive Wochenenden (ganz so verzweifelt bin allerdings auch ich nicht, dass ich an dem Außenseiter der Wochentage schlechthin, dem Dienstag, schreibe).
Da es sich dem Namen nach um die Mitte der Woche handelt, noch ein paar Gedanken zur Mitte an sich. Was ich nächste Woche definitiv nicht mehr machen werde, ist, in der Zugmitte einzusteigen! Viel zu viel los für diese Uhrzeit. Da werde ich doch die bisherige Angewohnheit, ganz vorne meinen Platz einzunehmen, beibehalten. Man nennt die Mitte oft golden. Die Parteien wollen Wahlen – wenigstens in den Nullerjahren – in der Mitte gewinnen. In der Mitte mancher Menschen ist man gut aufgehoben. Die Mitte kann aber auch langweilig sein, z.B. in der Bundesliga, in der die Mitte der Tabelle oft als Niemandsland bezeichnet wird. In der Mitte kann man es sich auch allzu bequem machen, immer die Meinung annehmen, die gerade vom Rand sich nach innen bewegt.
Wie auch immer. Ich bin selber gespannt, ob und wie lange ich diese selbst auferlegten Regeln durchhalten werde. Und welche Texte dabei entstehen werden.
Nun also ein weiterer Versuch der Reanimation. Und zwar – Obacht – derer nachhaltigen!!
Dazu habe ich mir Folgendes überlegt: Jeden Mittwoch werde ich auf der morgendlichen Fahrt vom Hauptbahnhof Stuttgart nach Schorndorf einen Text schreiben und ihn, wenn möglich, direkt nach der Ankunft bloggen (durch unvorhergesehene Massen-Kopie-Aktionen kann sich das in Einzelfällen auf die Mittagspause verschieben).
Die Fahrt dauert ca. 23 Minuten. Nichts darf danach hinzugefügt werden, nicht geändert werden.
Warum ausgerechnet der Mittwoch? Nun, erstens ein ganz pragmatischer Grund: An diesem Tag habe ich keine Zugbegleitung meines geschätzten Kollegen Hermann. Zeitens finde ich die Regeln doch ziemlich reizvoll. Es entsteht ein gewisser Druck, auch wirklich etwas zu schreiben. Ohne diese vollmündige Ankündigung, wäre es wohl niemandem aufgefallen, ich hätte zwei Wochen an einem Tag etwas geschrieben und dann ziemlich wahrscheinlich wieder damit aufgehört.
Der Mittwoch ist an sich auch ein oft vernachlässigter Tag! Wogegen der Montag immerhin durch das millionenfache „Oh nein, schon wieder Montag“ (und das oft schon am Sonntag) in vieler Munde ist und der Donnerstag bei vielen schon der langsame Einstieg in das bevorstehende Wochenende bedeutet, fristet der Mittwoch ein eher tristet Dasein zwischen den Welten respektive Wochenenden (ganz so verzweifelt bin allerdings auch ich nicht, dass ich an dem Außenseiter der Wochentage schlechthin, dem Dienstag, schreibe).
Da es sich dem Namen nach um die Mitte der Woche handelt, noch ein paar Gedanken zur Mitte an sich. Was ich nächste Woche definitiv nicht mehr machen werde, ist, in der Zugmitte einzusteigen! Viel zu viel los für diese Uhrzeit. Da werde ich doch die bisherige Angewohnheit, ganz vorne meinen Platz einzunehmen, beibehalten. Man nennt die Mitte oft golden. Die Parteien wollen Wahlen – wenigstens in den Nullerjahren – in der Mitte gewinnen. In der Mitte mancher Menschen ist man gut aufgehoben. Die Mitte kann aber auch langweilig sein, z.B. in der Bundesliga, in der die Mitte der Tabelle oft als Niemandsland bezeichnet wird. In der Mitte kann man es sich auch allzu bequem machen, immer die Meinung annehmen, die gerade vom Rand sich nach innen bewegt.
Wie auch immer. Ich bin selber gespannt, ob und wie lange ich diese selbst auferlegten Regeln durchhalten werde. Und welche Texte dabei entstehen werden.
Montag, 3. Oktober 2011
Aufgabe
Die halbe Generation vergeben, die andere verloren,
zwischen vermeintlicher Gewissheit und gewisser Beliebigkeit,
haben die Einen geschworen, suchen die Anderen die Freiheit.
Fragen, immer wieder diese Fragen -
was wird aus uns, wo sind wir, wer bist Du?
Ist unsere Generation nicht eine von Hinterbliebenen,
da anscheinend schon erwachsen und daher zu alt um zu den von jugendlichem Übermut Getriebenen zu gehören
scheinen wir allen, nur nicht uns.
Wollten nicht genau wir in diesen Tagen losziehen um
Lösungen zu finden oder wenigstens Antworten zu erraten?
Stattdessen verrenne ich mich im dritten Teil der Aufgabe,
ich schreibe alles hin -
doch es gibt keine Punkte für den falschen Weg und
was bleibt ist Angst vor der Herausgabe.
zwischen vermeintlicher Gewissheit und gewisser Beliebigkeit,
haben die Einen geschworen, suchen die Anderen die Freiheit.
Fragen, immer wieder diese Fragen -
was wird aus uns, wo sind wir, wer bist Du?
Ist unsere Generation nicht eine von Hinterbliebenen,
da anscheinend schon erwachsen und daher zu alt um zu den von jugendlichem Übermut Getriebenen zu gehören
scheinen wir allen, nur nicht uns.
Wollten nicht genau wir in diesen Tagen losziehen um
Lösungen zu finden oder wenigstens Antworten zu erraten?
Stattdessen verrenne ich mich im dritten Teil der Aufgabe,
ich schreibe alles hin -
doch es gibt keine Punkte für den falschen Weg und
was bleibt ist Angst vor der Herausgabe.
Samstag, 1. Oktober 2011
Einfach weg
Plötzlich ist da wieder diese wunderbare Melodie und ich bin weg...
...irgendwo, abwechselnd an einem weißen, langen Sandstrand, den faszienierendsten Sonnenuntergang beobachtend oder in einem Auto sitzend und irgendwohin fahrend. Vielleicht nach Süden, vielleicht nach Norden. Völlig egal wo oder wohin - in diesem Augenblick bin ich genau dort! Der Wind umweht meine nackten Füße und die Spätsommersonne, die niemals sonst im Jahr so wunderbar golden warm scheint, blendet mich durch das geöffnete Fenster und das Blau des Himmels leuchtet fröhlich. In diesem Moment ist alles weit weg: Alltag, Sorgen, Kummer, Ärger. Wenn es eine annähernde Ewigkeit gibt, dann in solchen Momenten, in denen man nicht glaubt, dass mit dem nächsten Zwinkern alles schon wieder vorbei sein kann. Doch solche Gedanken sind weit weg in dieser Sommerabendluft...
...plötzlich ist es still und ich schließe das Zimmerfenster, denn der Wind wird zu kalt an den Füßen.
...irgendwo, abwechselnd an einem weißen, langen Sandstrand, den faszienierendsten Sonnenuntergang beobachtend oder in einem Auto sitzend und irgendwohin fahrend. Vielleicht nach Süden, vielleicht nach Norden. Völlig egal wo oder wohin - in diesem Augenblick bin ich genau dort! Der Wind umweht meine nackten Füße und die Spätsommersonne, die niemals sonst im Jahr so wunderbar golden warm scheint, blendet mich durch das geöffnete Fenster und das Blau des Himmels leuchtet fröhlich. In diesem Moment ist alles weit weg: Alltag, Sorgen, Kummer, Ärger. Wenn es eine annähernde Ewigkeit gibt, dann in solchen Momenten, in denen man nicht glaubt, dass mit dem nächsten Zwinkern alles schon wieder vorbei sein kann. Doch solche Gedanken sind weit weg in dieser Sommerabendluft...
...plötzlich ist es still und ich schließe das Zimmerfenster, denn der Wind wird zu kalt an den Füßen.
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