Es ist nun schon drei oder sogar vier Jahre her, als wir mit Hawelka einen Auftritt im Feuilleton hatten. Eine wunderbare Live-Musik-Bar mit alten Zeitungen an den Wänden, trashigem Schick und einer tollen Bühne. Geführt wurde das Feuilleton von äußerst engagierten Leuten mit Liebe zur Musik abseits der Luftlinie ca. einen Kilometer entfernten Großhallen. Es war ein Samstag. Bands wie wir spielen nicht oft samstags (noch nicht...). Aber ein Wintereinbruch und die Tatsache, dass es der Samstag nach Neujahr war, bescherte uns ein Besucheransturm von vier Gästen, die a) nicht mit uns Musikern liiert und b) nicht zur Bar gehörten.
Jede Band wird diese Abende kennen, wenn man felsenfest davon überzeugt ist, dass man doch ein paar Zuhörer mehr verdient hätte. Ironischerweise sind oft solche Auftritte von einer Losgelöstheit gekennzeichnet, die zu erstaunlichen Musik- und Ansage-Ergebnissen führt.
Vor zwei Tagen ging es vermutlich der Band Die Türen ebenso. Montagabend, Club Manufaktur in Schorndorf. Gleichzeitig ein in der Stuttgarter Zeitung etwas größer angekündigtes, mystisches weibliches Elektropopduo (vermutlich aus Skandinavien...mystische Elektropopduos kommen – gender-unabhängig – meistens aus Skandinavien!) im Schocken und drei ehemalige Chefredakteure der Titanic in den Wagenhallen. Dazu eine 35 minütige Gondelfahrt mit der S-Bahn nach Schorndorf und schon führen die Wege von gerade mal geschätzten 50 Musikinteressierten zum Konzert dieser Band. Dieser wunderbaren Band. Man kann nur allen sagen, die sich für ein Alternativprogramm entschieden haben. Selber schuld!
Dieser Band gelang das, was ich neulich in einem Gespräch mit einer guten Freundin über Glück sagte: Momente des Glücks habe ich oft bei Musik. So wie am Montagabend, vor dem Mischpult stehend, in einer wunderschönen Location, dieser Band lauschend, die es auf eine bei einer deutschen Band noch nie gesehenen unprätentiösen Art und Weise schafft, einen mitreisenden Indie-Rock zu spielen, der von grandiosen, ironischen Songzeilen durchwoben ist und der mich seelig lächelnd alleine vor dem Mischpult zum Tanzen brachte und unter anderem z.B. diese Textzeile in meinen Kopf brannte:
„Ich will keinen Mindestlohn,
ich will Mindesliebe.“
Da ist jedes weitere Wort unangebracht!
Gedanken, Kommentare, Meinungen zu Aktuellem & Vergangenem oder einfach nur etwas, was wert sein könnte von aller Welt gelesen werden zu können.
Mittwoch, 14. März 2012
Freitag, 9. März 2012
Mittwoch geschrieben - ehrlich!!
Da ist es also schon da, das gefürchtete Problem jeden Schreibers, ob unbedeutender Blogger oder ambitionierter Romanautor – was schreibe ich?
Meistens folgt eine selbstironisch aber oft verbittert klingende Beschreibung des Prozesses: Autor sitzt am Schreibtisch, vor sich das leere Blatt Papier, er weiß nicht, was er schreiben soll, wie der Handlungsfaden – soweit vorhanden und nicht bewusst oder unbewusst weggelassen – weitergespinnt werden soll bzw. was das Thema der nun mal wöchentlich zu schreibenden Kolumne sein soll. Und wenn darüber drei Spalten geschrieben wurde, hat man – welch überraschender Effekt – den Text beisammen. Auch auf anderen Gebieten wird ähnlich verfahren. Harald Schmidt gestaltet seit Jahren eine variierende Anzahl seiner Shows.
Heute morgen ist aber einfach nicht mehr drin. Punkt. Das muss man einfach auch mal akzeptieren und sollte nicht den Fehler begehen, einen Text künstlich zu verlängern. Es sollte im Prinzip eine Absichtserklärung von Autoren geben, die damit geloben, jede künstliche zeilenverlängernde Maßnahmen auszusetzen. Ein Text sollte die Selbstbestimmung über seine Länge nicht in die Hände von profilsüchtigen, egozentrischen Schreibern abgeben. Auch wenn es schwer fällt, solch einen Text hilflos daliegen zu sehen und die Hoffnung immer latent über ihm schwebt, dass man seine Existenz noch einige Zeilen verlängern kann. Nur um ganz wenige! Aber man sollte einsehen, wenn der Punkt erreicht ist, an dem es einfach nicht mehr weiter geht. Schade. Es sollte nicht sein.
Maschinen aus.
Meistens folgt eine selbstironisch aber oft verbittert klingende Beschreibung des Prozesses: Autor sitzt am Schreibtisch, vor sich das leere Blatt Papier, er weiß nicht, was er schreiben soll, wie der Handlungsfaden – soweit vorhanden und nicht bewusst oder unbewusst weggelassen – weitergespinnt werden soll bzw. was das Thema der nun mal wöchentlich zu schreibenden Kolumne sein soll. Und wenn darüber drei Spalten geschrieben wurde, hat man – welch überraschender Effekt – den Text beisammen. Auch auf anderen Gebieten wird ähnlich verfahren. Harald Schmidt gestaltet seit Jahren eine variierende Anzahl seiner Shows.
Heute morgen ist aber einfach nicht mehr drin. Punkt. Das muss man einfach auch mal akzeptieren und sollte nicht den Fehler begehen, einen Text künstlich zu verlängern. Es sollte im Prinzip eine Absichtserklärung von Autoren geben, die damit geloben, jede künstliche zeilenverlängernde Maßnahmen auszusetzen. Ein Text sollte die Selbstbestimmung über seine Länge nicht in die Hände von profilsüchtigen, egozentrischen Schreibern abgeben. Auch wenn es schwer fällt, solch einen Text hilflos daliegen zu sehen und die Hoffnung immer latent über ihm schwebt, dass man seine Existenz noch einige Zeilen verlängern kann. Nur um ganz wenige! Aber man sollte einsehen, wenn der Punkt erreicht ist, an dem es einfach nicht mehr weiter geht. Schade. Es sollte nicht sein.
Maschinen aus.
Mittwoch, 29. Februar 2012
Die war's!
Kaum ist mein kleines Blog- bzw. Schreibprojekt ehrgeizig ins digitale Leben gerufen worden, ruhte es auch schon für nun drei Wochen. Höhere Mächte waren am Werk – die Ärztin machte nach ca. einer Minute der Behandlung entzündete Nebenhöhlen dafür verantwortlich, verschrieb ein Antibiotikum, irgendwelche Gelkapseln, ein Nasenspray und mehrere Tage Bettruhe. Was die Erforschung und Entwicklung von Antibiotika angeht, kommt man doch immer wieder ins Staunen: Ganze drei Tabletten – in einer Verpackung für acht – befanden sich in der Schachtel. Laut Ärztin solle die Wirkung zehn Tage andauern. Die angebliche Wirkung der Gelkapsel hatte ich daheim schon wieder vergessen und das Nasenspray (eine Kochsalzlösung zum Befreien der Nase) liegt nun unausgepackt in meinem langsam stattlich ausgestatteten Medizinfach (für potentielle Einbrecher: nichts Weltbewegendes und meistens nur Reste!).
Das war der zweite Mittwoch, den ich ziemlich malad zu 90 Prozent im Bett verbrachte und wechselweise vor mich hin fror oder schwitzte.
Der dritte Mittwoch – Faschingsferien. Seit einigen Jahren mache ich mir irgendwie immer weniger aus dieser Zeit. Früher schon deutlich mehr – klar, eine von der Gesellschaft befeuerte „Jahreszeit“, in der per se viel alkoholische Getränke zu sich genommen werden (wie soll man auch sonst einen Großteil der Veranstaltungen ertragen) ist für einen pubertierenden Jungen durchaus von einigem Interesse. Und es ist sicher auch nicht so, als würde vor allem der Straßenkarneval (-fasnet, -fasching) nicht doch auch wirklich eine lustige Angelegenheit sein.
Dieses Jahr ist mir durch die nebenhöhlenentzündungsbedingte Auszeit am Faschingswochenende und durch das immer noch nicht vorhandene Internet (übrigens der Grund für das zweite Ausfallen dieser noch nicht allzu traditionellen Textreihe) und durch das damit erzwungene Mehr an Radiohören bewusst geworden, dass diese Zeit auch, wenn nicht vor allem eine Zeit der schlechten Musik ist! Einer Zeit – in dieser Hinsicht zum höchsten Glück sehr kurzen – , in der dreimal (!!), vom Intendanten hoffentlich nicht ungestraft gelassen, „Hol das Lasso raus“ auf einem öffentlich-rechtlichen Sender läuft (und ich höre kein SWR4), kann ich einfach immer weniger abgewinnen!
Nun also der zweite Text am vierten Mittwoch. Immerhin. Es hätte auch schon nach dem ersten einfach sang- und klanglos im Sand verlaufen können.
P.S.: Hängt bitte endlich die Werbeplakate für das Filmspektakel des Jahres ab: „Die Rache der Wanderhuren“! Die drei Mal, in denen ich bei deren Anblick einfach nur lachen musste, sind inzwischen lange vorbei!
Das war der zweite Mittwoch, den ich ziemlich malad zu 90 Prozent im Bett verbrachte und wechselweise vor mich hin fror oder schwitzte.
Der dritte Mittwoch – Faschingsferien. Seit einigen Jahren mache ich mir irgendwie immer weniger aus dieser Zeit. Früher schon deutlich mehr – klar, eine von der Gesellschaft befeuerte „Jahreszeit“, in der per se viel alkoholische Getränke zu sich genommen werden (wie soll man auch sonst einen Großteil der Veranstaltungen ertragen) ist für einen pubertierenden Jungen durchaus von einigem Interesse. Und es ist sicher auch nicht so, als würde vor allem der Straßenkarneval (-fasnet, -fasching) nicht doch auch wirklich eine lustige Angelegenheit sein.
Dieses Jahr ist mir durch die nebenhöhlenentzündungsbedingte Auszeit am Faschingswochenende und durch das immer noch nicht vorhandene Internet (übrigens der Grund für das zweite Ausfallen dieser noch nicht allzu traditionellen Textreihe) und durch das damit erzwungene Mehr an Radiohören bewusst geworden, dass diese Zeit auch, wenn nicht vor allem eine Zeit der schlechten Musik ist! Einer Zeit – in dieser Hinsicht zum höchsten Glück sehr kurzen – , in der dreimal (!!), vom Intendanten hoffentlich nicht ungestraft gelassen, „Hol das Lasso raus“ auf einem öffentlich-rechtlichen Sender läuft (und ich höre kein SWR4), kann ich einfach immer weniger abgewinnen!
Nun also der zweite Text am vierten Mittwoch. Immerhin. Es hätte auch schon nach dem ersten einfach sang- und klanglos im Sand verlaufen können.
P.S.: Hängt bitte endlich die Werbeplakate für das Filmspektakel des Jahres ab: „Die Rache der Wanderhuren“! Die drei Mal, in denen ich bei deren Anblick einfach nur lachen musste, sind inzwischen lange vorbei!
Mittwoch, 8. Februar 2012
Mittwochstexte
Den guten Vorsatz, dass ich mehr für meinen Blog schreibe, habe ich in der Nacht zum neuen Jahr schon gar nicht mehr gefasst. Trotzdem denke ich neben allen Terminen immer wieder daran. Und es kann dann schon mal vorkommen, dass ich durch die Posts der letzten fünf Jahre scrolle und überrascht bei dem ein oder anderen Eintrag hängen bleibe.
Nun also ein weiterer Versuch der Reanimation. Und zwar – Obacht – derer nachhaltigen!!
Dazu habe ich mir Folgendes überlegt: Jeden Mittwoch werde ich auf der morgendlichen Fahrt vom Hauptbahnhof Stuttgart nach Schorndorf einen Text schreiben und ihn, wenn möglich, direkt nach der Ankunft bloggen (durch unvorhergesehene Massen-Kopie-Aktionen kann sich das in Einzelfällen auf die Mittagspause verschieben).
Die Fahrt dauert ca. 23 Minuten. Nichts darf danach hinzugefügt werden, nicht geändert werden.
Warum ausgerechnet der Mittwoch? Nun, erstens ein ganz pragmatischer Grund: An diesem Tag habe ich keine Zugbegleitung meines geschätzten Kollegen Hermann. Zeitens finde ich die Regeln doch ziemlich reizvoll. Es entsteht ein gewisser Druck, auch wirklich etwas zu schreiben. Ohne diese vollmündige Ankündigung, wäre es wohl niemandem aufgefallen, ich hätte zwei Wochen an einem Tag etwas geschrieben und dann ziemlich wahrscheinlich wieder damit aufgehört.
Der Mittwoch ist an sich auch ein oft vernachlässigter Tag! Wogegen der Montag immerhin durch das millionenfache „Oh nein, schon wieder Montag“ (und das oft schon am Sonntag) in vieler Munde ist und der Donnerstag bei vielen schon der langsame Einstieg in das bevorstehende Wochenende bedeutet, fristet der Mittwoch ein eher tristet Dasein zwischen den Welten respektive Wochenenden (ganz so verzweifelt bin allerdings auch ich nicht, dass ich an dem Außenseiter der Wochentage schlechthin, dem Dienstag, schreibe).
Da es sich dem Namen nach um die Mitte der Woche handelt, noch ein paar Gedanken zur Mitte an sich. Was ich nächste Woche definitiv nicht mehr machen werde, ist, in der Zugmitte einzusteigen! Viel zu viel los für diese Uhrzeit. Da werde ich doch die bisherige Angewohnheit, ganz vorne meinen Platz einzunehmen, beibehalten. Man nennt die Mitte oft golden. Die Parteien wollen Wahlen – wenigstens in den Nullerjahren – in der Mitte gewinnen. In der Mitte mancher Menschen ist man gut aufgehoben. Die Mitte kann aber auch langweilig sein, z.B. in der Bundesliga, in der die Mitte der Tabelle oft als Niemandsland bezeichnet wird. In der Mitte kann man es sich auch allzu bequem machen, immer die Meinung annehmen, die gerade vom Rand sich nach innen bewegt.
Wie auch immer. Ich bin selber gespannt, ob und wie lange ich diese selbst auferlegten Regeln durchhalten werde. Und welche Texte dabei entstehen werden.
Nun also ein weiterer Versuch der Reanimation. Und zwar – Obacht – derer nachhaltigen!!
Dazu habe ich mir Folgendes überlegt: Jeden Mittwoch werde ich auf der morgendlichen Fahrt vom Hauptbahnhof Stuttgart nach Schorndorf einen Text schreiben und ihn, wenn möglich, direkt nach der Ankunft bloggen (durch unvorhergesehene Massen-Kopie-Aktionen kann sich das in Einzelfällen auf die Mittagspause verschieben).
Die Fahrt dauert ca. 23 Minuten. Nichts darf danach hinzugefügt werden, nicht geändert werden.
Warum ausgerechnet der Mittwoch? Nun, erstens ein ganz pragmatischer Grund: An diesem Tag habe ich keine Zugbegleitung meines geschätzten Kollegen Hermann. Zeitens finde ich die Regeln doch ziemlich reizvoll. Es entsteht ein gewisser Druck, auch wirklich etwas zu schreiben. Ohne diese vollmündige Ankündigung, wäre es wohl niemandem aufgefallen, ich hätte zwei Wochen an einem Tag etwas geschrieben und dann ziemlich wahrscheinlich wieder damit aufgehört.
Der Mittwoch ist an sich auch ein oft vernachlässigter Tag! Wogegen der Montag immerhin durch das millionenfache „Oh nein, schon wieder Montag“ (und das oft schon am Sonntag) in vieler Munde ist und der Donnerstag bei vielen schon der langsame Einstieg in das bevorstehende Wochenende bedeutet, fristet der Mittwoch ein eher tristet Dasein zwischen den Welten respektive Wochenenden (ganz so verzweifelt bin allerdings auch ich nicht, dass ich an dem Außenseiter der Wochentage schlechthin, dem Dienstag, schreibe).
Da es sich dem Namen nach um die Mitte der Woche handelt, noch ein paar Gedanken zur Mitte an sich. Was ich nächste Woche definitiv nicht mehr machen werde, ist, in der Zugmitte einzusteigen! Viel zu viel los für diese Uhrzeit. Da werde ich doch die bisherige Angewohnheit, ganz vorne meinen Platz einzunehmen, beibehalten. Man nennt die Mitte oft golden. Die Parteien wollen Wahlen – wenigstens in den Nullerjahren – in der Mitte gewinnen. In der Mitte mancher Menschen ist man gut aufgehoben. Die Mitte kann aber auch langweilig sein, z.B. in der Bundesliga, in der die Mitte der Tabelle oft als Niemandsland bezeichnet wird. In der Mitte kann man es sich auch allzu bequem machen, immer die Meinung annehmen, die gerade vom Rand sich nach innen bewegt.
Wie auch immer. Ich bin selber gespannt, ob und wie lange ich diese selbst auferlegten Regeln durchhalten werde. Und welche Texte dabei entstehen werden.
Montag, 3. Oktober 2011
Aufgabe
Die halbe Generation vergeben, die andere verloren,
zwischen vermeintlicher Gewissheit und gewisser Beliebigkeit,
haben die Einen geschworen, suchen die Anderen die Freiheit.
Fragen, immer wieder diese Fragen -
was wird aus uns, wo sind wir, wer bist Du?
Ist unsere Generation nicht eine von Hinterbliebenen,
da anscheinend schon erwachsen und daher zu alt um zu den von jugendlichem Übermut Getriebenen zu gehören
scheinen wir allen, nur nicht uns.
Wollten nicht genau wir in diesen Tagen losziehen um
Lösungen zu finden oder wenigstens Antworten zu erraten?
Stattdessen verrenne ich mich im dritten Teil der Aufgabe,
ich schreibe alles hin -
doch es gibt keine Punkte für den falschen Weg und
was bleibt ist Angst vor der Herausgabe.
zwischen vermeintlicher Gewissheit und gewisser Beliebigkeit,
haben die Einen geschworen, suchen die Anderen die Freiheit.
Fragen, immer wieder diese Fragen -
was wird aus uns, wo sind wir, wer bist Du?
Ist unsere Generation nicht eine von Hinterbliebenen,
da anscheinend schon erwachsen und daher zu alt um zu den von jugendlichem Übermut Getriebenen zu gehören
scheinen wir allen, nur nicht uns.
Wollten nicht genau wir in diesen Tagen losziehen um
Lösungen zu finden oder wenigstens Antworten zu erraten?
Stattdessen verrenne ich mich im dritten Teil der Aufgabe,
ich schreibe alles hin -
doch es gibt keine Punkte für den falschen Weg und
was bleibt ist Angst vor der Herausgabe.
Samstag, 1. Oktober 2011
Einfach weg
Plötzlich ist da wieder diese wunderbare Melodie und ich bin weg...
...irgendwo, abwechselnd an einem weißen, langen Sandstrand, den faszienierendsten Sonnenuntergang beobachtend oder in einem Auto sitzend und irgendwohin fahrend. Vielleicht nach Süden, vielleicht nach Norden. Völlig egal wo oder wohin - in diesem Augenblick bin ich genau dort! Der Wind umweht meine nackten Füße und die Spätsommersonne, die niemals sonst im Jahr so wunderbar golden warm scheint, blendet mich durch das geöffnete Fenster und das Blau des Himmels leuchtet fröhlich. In diesem Moment ist alles weit weg: Alltag, Sorgen, Kummer, Ärger. Wenn es eine annähernde Ewigkeit gibt, dann in solchen Momenten, in denen man nicht glaubt, dass mit dem nächsten Zwinkern alles schon wieder vorbei sein kann. Doch solche Gedanken sind weit weg in dieser Sommerabendluft...
...plötzlich ist es still und ich schließe das Zimmerfenster, denn der Wind wird zu kalt an den Füßen.
...irgendwo, abwechselnd an einem weißen, langen Sandstrand, den faszienierendsten Sonnenuntergang beobachtend oder in einem Auto sitzend und irgendwohin fahrend. Vielleicht nach Süden, vielleicht nach Norden. Völlig egal wo oder wohin - in diesem Augenblick bin ich genau dort! Der Wind umweht meine nackten Füße und die Spätsommersonne, die niemals sonst im Jahr so wunderbar golden warm scheint, blendet mich durch das geöffnete Fenster und das Blau des Himmels leuchtet fröhlich. In diesem Moment ist alles weit weg: Alltag, Sorgen, Kummer, Ärger. Wenn es eine annähernde Ewigkeit gibt, dann in solchen Momenten, in denen man nicht glaubt, dass mit dem nächsten Zwinkern alles schon wieder vorbei sein kann. Doch solche Gedanken sind weit weg in dieser Sommerabendluft...
...plötzlich ist es still und ich schließe das Zimmerfenster, denn der Wind wird zu kalt an den Füßen.
Donnerstag, 22. September 2011
Mein literarischer Sommer
Eigentlich war es Zufall. Kein reiner oder purer, sondern ganz normaler (was ist eigentlich der Unterschied? Ob der Begriff "reiner" bzw. "purer" Zufall evtl. auf die angeblich unbefleckte Empfängnis zurückgeht?)!
Jedenfalls ging ich an einem heißen Sommertag mal wieder erfolgreich mit vier Büchern aus dem Oxfam-Buchladen und stellte nach ein paar Tagen begeistert fest, dass zwei davon sich im Prinzip ziemlich ähneln. Nämlich "Fleich ist nicht mein Gemüse. Eine Landjugend mit Musik" von "Heinz Strunk" und "Der BFC war schuld am Mauerbau. Ein stolzer Sohn des Proletariats erzählt" von "Andreas Gläser". Beim Kauf war mir das wirklich nicht bewusst, umso mehr die Freude einige Tage später.
Im Prinzip sind beide Bücher autobiographische Rückblicke auf die 80er- und 90er Jahre von zwei fast gleichaltrigen Autoren (Strunk geboren 1962, Gläser 1965). Das Interessante ist allerdings, dass Strunk eine westdeutsche Perspektive, Gläser dagegen eine ostdeutsche einnimmt. Zu den beiden Büchern gleich mehr.
Wenige Wochen später beim nächsten Besuch des - übrigens sehr zu empfehlenden - Buchladens sah ich zwei weitere Bücher, die thematisch durchaus zu den beiden erstgenannten zu passen schienen: "Livealbum" von "Benjamin von Stuckrad-Barre" sowie "Russendisko" von "Wjadimir Kaminer".
Damit war mein literarischer Sommer klar umrissen. Ich war sehr gespannt auf diese vier Bücher, die zum Teil die Zeit meiner eigenen Kindheit und Jugendzeit aus ihren ganz eigenen Perspektiven zum Thema hatten.
Die höchste Identifikation konnte ich gleich mit dem Buch von Heinz Strunk aufbringen, und zwar deshalb, da der Fokus seiner Erzählung - die Erlebnisse, die er als Anfang Zwanzigjähriger in einer Tanzkapelle im Hinterland von Harburg machte - mich doch teilweise an meine Erfahrungen bei Auftritten des Musikvereins auf Dorffesten erinnerten. Von außen betrachtet eine Spur lachhaft (vor allem, wenn man es so beschreibt wie Strunk), aber zum Zeitpunkt des Erlebens doch vor allem spaßig! Strunk schreibt meistens herrlich ironisch und macht dabei vor sich selbst und seiner Rolle in dieser Zeit keinen Halt. Von der Fokussierung auf die Tanzkapelle abgesehen präsentiert das Buch einen herrlichen Blick auf ein ziemlich typisches (westdeutsches) kleinstädtisches Leben in den letzten beiden Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts (oh Mann, wie klingt das nach einer Amazon-Buchbeschreibung!!).
Interessant wird dieser Blick wirklich im Vergleich mit dem Buch von Andreas Gläser, "Der BFC war schuld am Mauerbau". Hier bedarf es evtl. die ein oder andere Erklärung. Der "BFC" ist der Berliner Fußballverein "BFC Dynamo Berlin", der unter Fußballfans eigentlich nur als "Stasi- bzw. Mielke-Verein" bekannt ist, da er sehr lange von Erich Mielke, dem Leiter der Staatssicherheit so gefördert wurde, dass die Meisterschaft nur noch reine Formsache war. Der Titel, den Gläser gewählt hat, gibt allerdings schon die Richtung des Buches vor: Blanke, teilweise provozierende Ironie! Denn wie der geneigte Guido-Knopp-Fernseh-Historiker bzw. die geneigte Guido-Knopp-Fernseh-Historikerin weiß, ist die Mauer im Jahre 1961 erbaut, der BFC aber erst im Jahre 1966 gegründet worden!
So kokettiert Gläser in seinen autobiographischen Geschichten, die nicht so chronologisch zusammenhängend erzählt werden wie bei Strunk, immer wieder mit diesem Stempel, der dem Club aufgedrückt wird ebenso wie mit seiner ostdeutschen Herkunft im wiedervereinigten Berlin. Das Buch wirkt irgendwie deutlich böser und direkter -ich hatte das Gefühl, dass Gläser bewusst viele literarische Schläge in die Fresse ansetzt.
Das dritte Buch in meiner persönlichen Lesereihe war "Livealbum" von Stuckrad-Barre, von dem evtl. das Buch "Soloalbum" bekannt ist (oder zumindest die Verfilmung). Mit ihm verbinde ich die ein oder andere schemenhafte Erinnerung an Fernsehauftritte, die er um die Jahrtausendwende aufgrund seiner plötzlichen Popularität bestritt, und in denen er mir mit meiner damaligen noch vorhandenen kulturellen Leichtgläubigkeit ziemlich unsympathisch war. In "Livealbum" schreibt er von den Erlenissen auf seiner ersten Lesereise, was für mich kurz gesagt unglaublich amüsant war. Stuckrad-Barre schreibt über sich als im Showbusiness unerfahrenen aber in ihm auf jeden Fall triumphieren wollenden jungen Autor, der einerseits die Regeln einhalten, aber gleichzeitig auf sie scheißen will.
Zum Schluss "Russendisco" von Wladimir Kaminer, der hier - ebenfalls autobiographisch - änhlich wie Gläser verschiedene Episoden seines Lebens als russich-jüdischer Emigrant in Berlin von der Wendezeit bis ins neue Jahrtausend schreibt. Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch als das schwächste der vier empfinde, weil es sprachlich ganz puristisch daherkommt, weil ich mich in dem Geschilderten am wenigsten wiederfinden kann oder weil die kurzen Erlebnisse und Anekdoten meist etwas langweilig sind.
Ich denke, dass jede(r) irgendwann einmal mehr oder weniger heftig dem gedanken nachhängt, dass man doch gern ein paar Jahre früher geboren wäre, um dieses historische Ereignis oder jene gesellschaftliche Entwicklung bewusster mitbekommen zu haben (gut, die Generation meiner Eltern definitiv nicht!). Mir geht es so mit dem Mauerfall und allen dazugehörigen Entwicklungen. Eines haben vor allem die ersten beiden Bücher bewirkt: Die Gewissheit, dass damals nicht alle Deutschen in der Nacht vom 9. November 1989 auf der mauer tanzten und dass die Empfindungen der Kindheit und der Jugendzeit im Prinzip doch immer relativ gleich sind - egal in welchem Jahrzehnt.
Jedenfalls ging ich an einem heißen Sommertag mal wieder erfolgreich mit vier Büchern aus dem Oxfam-Buchladen und stellte nach ein paar Tagen begeistert fest, dass zwei davon sich im Prinzip ziemlich ähneln. Nämlich "Fleich ist nicht mein Gemüse. Eine Landjugend mit Musik" von "Heinz Strunk" und "Der BFC war schuld am Mauerbau. Ein stolzer Sohn des Proletariats erzählt" von "Andreas Gläser". Beim Kauf war mir das wirklich nicht bewusst, umso mehr die Freude einige Tage später.
Im Prinzip sind beide Bücher autobiographische Rückblicke auf die 80er- und 90er Jahre von zwei fast gleichaltrigen Autoren (Strunk geboren 1962, Gläser 1965). Das Interessante ist allerdings, dass Strunk eine westdeutsche Perspektive, Gläser dagegen eine ostdeutsche einnimmt. Zu den beiden Büchern gleich mehr.
Wenige Wochen später beim nächsten Besuch des - übrigens sehr zu empfehlenden - Buchladens sah ich zwei weitere Bücher, die thematisch durchaus zu den beiden erstgenannten zu passen schienen: "Livealbum" von "Benjamin von Stuckrad-Barre" sowie "Russendisko" von "Wjadimir Kaminer".
Damit war mein literarischer Sommer klar umrissen. Ich war sehr gespannt auf diese vier Bücher, die zum Teil die Zeit meiner eigenen Kindheit und Jugendzeit aus ihren ganz eigenen Perspektiven zum Thema hatten.
Die höchste Identifikation konnte ich gleich mit dem Buch von Heinz Strunk aufbringen, und zwar deshalb, da der Fokus seiner Erzählung - die Erlebnisse, die er als Anfang Zwanzigjähriger in einer Tanzkapelle im Hinterland von Harburg machte - mich doch teilweise an meine Erfahrungen bei Auftritten des Musikvereins auf Dorffesten erinnerten. Von außen betrachtet eine Spur lachhaft (vor allem, wenn man es so beschreibt wie Strunk), aber zum Zeitpunkt des Erlebens doch vor allem spaßig! Strunk schreibt meistens herrlich ironisch und macht dabei vor sich selbst und seiner Rolle in dieser Zeit keinen Halt. Von der Fokussierung auf die Tanzkapelle abgesehen präsentiert das Buch einen herrlichen Blick auf ein ziemlich typisches (westdeutsches) kleinstädtisches Leben in den letzten beiden Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts (oh Mann, wie klingt das nach einer Amazon-Buchbeschreibung!!).
Interessant wird dieser Blick wirklich im Vergleich mit dem Buch von Andreas Gläser, "Der BFC war schuld am Mauerbau". Hier bedarf es evtl. die ein oder andere Erklärung. Der "BFC" ist der Berliner Fußballverein "BFC Dynamo Berlin", der unter Fußballfans eigentlich nur als "Stasi- bzw. Mielke-Verein" bekannt ist, da er sehr lange von Erich Mielke, dem Leiter der Staatssicherheit so gefördert wurde, dass die Meisterschaft nur noch reine Formsache war. Der Titel, den Gläser gewählt hat, gibt allerdings schon die Richtung des Buches vor: Blanke, teilweise provozierende Ironie! Denn wie der geneigte Guido-Knopp-Fernseh-Historiker bzw. die geneigte Guido-Knopp-Fernseh-Historikerin weiß, ist die Mauer im Jahre 1961 erbaut, der BFC aber erst im Jahre 1966 gegründet worden!
So kokettiert Gläser in seinen autobiographischen Geschichten, die nicht so chronologisch zusammenhängend erzählt werden wie bei Strunk, immer wieder mit diesem Stempel, der dem Club aufgedrückt wird ebenso wie mit seiner ostdeutschen Herkunft im wiedervereinigten Berlin. Das Buch wirkt irgendwie deutlich böser und direkter -ich hatte das Gefühl, dass Gläser bewusst viele literarische Schläge in die Fresse ansetzt.
Das dritte Buch in meiner persönlichen Lesereihe war "Livealbum" von Stuckrad-Barre, von dem evtl. das Buch "Soloalbum" bekannt ist (oder zumindest die Verfilmung). Mit ihm verbinde ich die ein oder andere schemenhafte Erinnerung an Fernsehauftritte, die er um die Jahrtausendwende aufgrund seiner plötzlichen Popularität bestritt, und in denen er mir mit meiner damaligen noch vorhandenen kulturellen Leichtgläubigkeit ziemlich unsympathisch war. In "Livealbum" schreibt er von den Erlenissen auf seiner ersten Lesereise, was für mich kurz gesagt unglaublich amüsant war. Stuckrad-Barre schreibt über sich als im Showbusiness unerfahrenen aber in ihm auf jeden Fall triumphieren wollenden jungen Autor, der einerseits die Regeln einhalten, aber gleichzeitig auf sie scheißen will.
Zum Schluss "Russendisco" von Wladimir Kaminer, der hier - ebenfalls autobiographisch - änhlich wie Gläser verschiedene Episoden seines Lebens als russich-jüdischer Emigrant in Berlin von der Wendezeit bis ins neue Jahrtausend schreibt. Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch als das schwächste der vier empfinde, weil es sprachlich ganz puristisch daherkommt, weil ich mich in dem Geschilderten am wenigsten wiederfinden kann oder weil die kurzen Erlebnisse und Anekdoten meist etwas langweilig sind.
Ich denke, dass jede(r) irgendwann einmal mehr oder weniger heftig dem gedanken nachhängt, dass man doch gern ein paar Jahre früher geboren wäre, um dieses historische Ereignis oder jene gesellschaftliche Entwicklung bewusster mitbekommen zu haben (gut, die Generation meiner Eltern definitiv nicht!). Mir geht es so mit dem Mauerfall und allen dazugehörigen Entwicklungen. Eines haben vor allem die ersten beiden Bücher bewirkt: Die Gewissheit, dass damals nicht alle Deutschen in der Nacht vom 9. November 1989 auf der mauer tanzten und dass die Empfindungen der Kindheit und der Jugendzeit im Prinzip doch immer relativ gleich sind - egal in welchem Jahrzehnt.
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