Am Mittwoch kam ich gegen halb sechs von der Bibliothek zur Haltestelle Charlottenplatz und wunderte mich über eine nicht zu übersehende Polizeipräsenz. Nicht etwa "normale" Streifenpolizisten, nein eher wie bei einem Fußballspiel. Da fiel mir ein, dass um 18 Uhr ja das Spiel VfB II gegen die Kickers auf der Waldau anstand. Kurz entschlossen nahm ich die nächste U-Bahn genau dorthin, um mir seit einer halben Ewigkeit mal wieder ein Spiel der "Amateure" anzuschauen.
Leider war kaum jemand da, den ich kannte, sodass ich das Spiel alleine verfolgte. In der Halbzeitpause habe ich dann doch noch jemand von uns getroffen, hab aber die bessere Sicht vorgezogen.
In der Vergangenheit war dieses Spiel - das Stadtderby - ein echtes Highlight und versetzte die Stadt in fiebrige Spannung. Nachdem die Kickers dann den Gang in die 3. Liga antreten mussten, reduziert sich dieses Derby auf deren erste gegen unsere zweite Mannschaft, was anfangs, vor ein paar Jahren, auch einigermaßen interessant und witzig war. Doch am Mittwoch war es wirklich ein Offenbarungseid der Blauen: Eine Fanszene, die völlig am Ende zu sein scheint und dabei sehr gut zur Verfassung der Mannschaft passt! Denn was die elf Kickers-Spieler auf dem Rasen boten, war wirklich unterirdisch, und zu Recht steht diese Mannschaft vor dem Gang in die Regionalliga!
Die mit A-Jugendlichen gespickte Zweite des VfB musste sich nicht wirklich anstrengen, um am Ende mit 3-0 als Sieger vom Platz unter dem Fernsehturm zu gehen. Highlight war ein Eigentor der Marke "Nimm Du ihn, ich hab ihn sicher". Abschlag von Ulreich, der Ball kommt am Rande des anderen Strafraums auf, VfB-Angreifer und Kickers-Verteidiger im Laufduell, der Torwart kommt raus, der Verteidiger köpft den Ball gekonnt am Torwart vorbei ins leere Gehäuse (das ist auch ein tolles Sportreporter-Wort!).
Die blauen Aufkleber, die man in letzter Zeit vermehrt in Stuttgart sieht ("WIR sind Stuttgart") können eigentlich nur Selbstironie sein.
Gedanken, Kommentare, Meinungen zu Aktuellem & Vergangenem oder einfach nur etwas, was wert sein könnte von aller Welt gelesen werden zu können.
Freitag, 3. April 2009
Sonntag, 22. März 2009
Wundertüte
Ja, die berühmte Wundertüte - wenn diesen Titel jemand verdient hat, dann der VfB!
Das 0-4 von Bremen noch im Hinterkopf, malte ich mir die vor mir liegenden 90 Minuten gegen Berlin wie folgt aus: Hertha kompakt in der Defensive, der VfB mehr Spielanteile, aber nicht zwingend genug durch den fünften Fehlpass im Spielaufbau kommt Berlin durch Voronin zum ersten Tor. Das würde den VfB nur noch lethargischer werden lassen, so dass in der 83. Minute das entscheidende 0-2 fallen würde.
Doch Pustekuchen. Das Wunderbare am Fußball ist eben seine Unberechenbarkeit. Die Abwehr meistens sicher (langsam gewöhnt man sich an Boulahrouz' Spielweise - die Nummer 4 auf dem Rücken tragend fühlt er sich wohl sehr der Spielweise eines Thomas Berthold verpflichtet: Souverän wirkend, aber immer gut für zwei Patzer und einen Elfmeter!), die Außen Hilbert und Gebhart flink und trickreich, die Schaltzentrale mit Hitzlsperger und Khedira souverän und im Sturm einmal mehr das meisterschafts-bewährte Sturmduo Cacau und Gomez.
Macht im Endeffekt einen völlig verdienten 2-0 Sieg. Man darf wirklich sehr gespannt sein, wo sich diese Mannschaft nach dem 34. Spieltag befindet. Noch neun Griffe in die Wundertüte, und wir wissen es.
Das 0-4 von Bremen noch im Hinterkopf, malte ich mir die vor mir liegenden 90 Minuten gegen Berlin wie folgt aus: Hertha kompakt in der Defensive, der VfB mehr Spielanteile, aber nicht zwingend genug durch den fünften Fehlpass im Spielaufbau kommt Berlin durch Voronin zum ersten Tor. Das würde den VfB nur noch lethargischer werden lassen, so dass in der 83. Minute das entscheidende 0-2 fallen würde.
Doch Pustekuchen. Das Wunderbare am Fußball ist eben seine Unberechenbarkeit. Die Abwehr meistens sicher (langsam gewöhnt man sich an Boulahrouz' Spielweise - die Nummer 4 auf dem Rücken tragend fühlt er sich wohl sehr der Spielweise eines Thomas Berthold verpflichtet: Souverän wirkend, aber immer gut für zwei Patzer und einen Elfmeter!), die Außen Hilbert und Gebhart flink und trickreich, die Schaltzentrale mit Hitzlsperger und Khedira souverän und im Sturm einmal mehr das meisterschafts-bewährte Sturmduo Cacau und Gomez.
Macht im Endeffekt einen völlig verdienten 2-0 Sieg. Man darf wirklich sehr gespannt sein, wo sich diese Mannschaft nach dem 34. Spieltag befindet. Noch neun Griffe in die Wundertüte, und wir wissen es.
Freitag, 20. März 2009
Früh- und Spätschicht
Manchmal habe ich das Gefühl, mit uns Studenten kann man machen, was dem jeweiligen Bildungspolitiker oder Hochschulrektor so einfällt. Doch auch abseits der großen Politik, die sich um die "Verwendung von Studiengebühren" kümmert, stößt man immer wieder auf Dinge, die man nicht verstehen muss.
Beim gestrigen Gang zu einer Sprechstunde, kam mir ein Aushang ins Blickfeld, auf dem stand, dass bei Lehramtsstudenten im Fach Germanistik ab Herbst die mündliche Examensprüfung aufgeteilt wird: eine halbe Stunde (Literatur) am Vormittag, eine halbe Stunde (Linguistik & Mediävistik) am Nachmittag.
Herzlichen Glückwunsch für diese grandiose Idee und viel Vergnügen beim Ausdenken für weitere wirklich überzeugende Erneuerungen des studentischen Alltags für die weiteren Studentenjahrgänge. Die dürfen sich schon jetzt freuen!
Beim gestrigen Gang zu einer Sprechstunde, kam mir ein Aushang ins Blickfeld, auf dem stand, dass bei Lehramtsstudenten im Fach Germanistik ab Herbst die mündliche Examensprüfung aufgeteilt wird: eine halbe Stunde (Literatur) am Vormittag, eine halbe Stunde (Linguistik & Mediävistik) am Nachmittag.
Herzlichen Glückwunsch für diese grandiose Idee und viel Vergnügen beim Ausdenken für weitere wirklich überzeugende Erneuerungen des studentischen Alltags für die weiteren Studentenjahrgänge. Die dürfen sich schon jetzt freuen!
Mittwoch, 18. März 2009
Alles ist erleuchtet
Schon lange wollte ich diesen Film sehen oder das Buch lesen: "Alles ist erleuchtet"
Gestern habe ich es endlich geschafft den Film anzuschauen - einfach wunderbar! Witzig und bewegend - beides aber auf eine ungemein sympathische Art.
Ein jüdischer Amerikaner, (Elijah Wood) bekommt von seiner kranken Großmutter ein Photo, auf dem sein verstorbener Großvater zusammen mit der Frau, mit deren Hilfe er am Ende des Krieges von der Ukraine in die USA kam. Da er ein leidenschaftlicher Sammler aller Dinge, die seine Familie betreffen, ist, will er herausfinden, wer diese Frau ist und reist daher in die alte Heimat seines Großvaters. Dort begleiten ihn ein ukrainischer alter Mann als Fahrer und dessen Enkel als Übersetzer, deren Geschäftsidee es ist, amerikanischen Juden bei ihrer Suche nach ehemaligen Familienmitgliedern zu helfen, bei der Suche nach dem kleinen Heimatstädtchen seines Großvaters.
Gestern habe ich es endlich geschafft den Film anzuschauen - einfach wunderbar! Witzig und bewegend - beides aber auf eine ungemein sympathische Art.
Ein jüdischer Amerikaner, (Elijah Wood) bekommt von seiner kranken Großmutter ein Photo, auf dem sein verstorbener Großvater zusammen mit der Frau, mit deren Hilfe er am Ende des Krieges von der Ukraine in die USA kam. Da er ein leidenschaftlicher Sammler aller Dinge, die seine Familie betreffen, ist, will er herausfinden, wer diese Frau ist und reist daher in die alte Heimat seines Großvaters. Dort begleiten ihn ein ukrainischer alter Mann als Fahrer und dessen Enkel als Übersetzer, deren Geschäftsidee es ist, amerikanischen Juden bei ihrer Suche nach ehemaligen Familienmitgliedern zu helfen, bei der Suche nach dem kleinen Heimatstädtchen seines Großvaters.
Mittwoch, 4. März 2009
Meinungsfreiheit?
Seit letztem Jahr läuft eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Journalisten Jens Weinreich und dem Deutschen Fußball-Bund.
Die Zusammenfassung dieser Angelegenheit ist am Beginn "dieses Interviews" zu lesen, Details finden sich am rechten Rand der Startseite des "Blogs "Indirekter Freistoß".
Passt dieses Verhalten zu dem sonst so betonten sozialen und gesellschaftlichen Engagement des größten Vereins Deutschlands?
Wohl eher nicht.
Und wieder schüttelt man ungläubig den Kopf!
Die Zusammenfassung dieser Angelegenheit ist am Beginn "dieses Interviews" zu lesen, Details finden sich am rechten Rand der Startseite des "Blogs "Indirekter Freistoß".
Passt dieses Verhalten zu dem sonst so betonten sozialen und gesellschaftlichen Engagement des größten Vereins Deutschlands?
Wohl eher nicht.
Und wieder schüttelt man ungläubig den Kopf!
Montag, 2. März 2009
Bildung als wichtigste Resource...
Zur Zeit gibt es mal wieder zahlreiche Meldungen und Vorschläge zum Thema Bildungspolitik, über die man nur noch den Kopf schütteln kann.
Ich will dazu gar nichts schreiben - es kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen:
"Schavan will Manager, Volk Numerus Clausus für angehende Lehrer "
"Studiengebühren nur für die Lehre?"
"400 Treffer bei Stichwort LEHRERMANGEL"
Ich will dazu gar nichts schreiben - es kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen:
"Schavan will Manager, Volk Numerus Clausus für angehende Lehrer "
"Studiengebühren nur für die Lehre?"
"400 Treffer bei Stichwort LEHRERMANGEL"
Donnerstag, 12. Februar 2009
Kino - dafür sind Filme gemacht
Mit diesem Werbeslogan wird in einigen Kinos für das Kino an sich geworben. Und ich muss sagen, dass ich mich in den letzten Wochen oft habe verführen lassen, für zwei Stunden in eine andere Welt einzutauchen und Bilder, Farben, Musik und natürlich die verschiedenen Geschichten auf mich wirken zu lassen.
Die ersten beiden Monate des Jahres sind meistens gespickt mit Filmen, in die es sich zu gehen lohnen scheint. Oft stelle ich allerdings folgenden Effekt fest: Man geht seit einiger Zeit mal wieder ins Kino und eine gte Vorschau reicht, um das Interesse für andere Filme wieder zu wecken, was eine Phase des häufigen Kinobesuchs nach sich zieht.
Ich will für die letzten Wintertage meine in diesem Jahr gesehenen Filme auflisten und mit kurzen Tipps kommentieren - keine Angst, der Inhalt wird nicht - wie es zur Zeit wohl üblich ist - komplett verraten.
- Vicky, Cristina, Barcelona
Wer mich kennt weiß, dass ich Filme von Woody Allen liebe. Seit wenigen Jahren spielt er nicht mehr selbst in seinen Filmen mit, sondern konzentriert sich ganz auf den Job des Regisseurs. Seine weibliche "Muse" ist Scarlett Johannsen (wer mich kennt weiß, dass...), die mit Allen das erste Mal in "Match Point" zusammenarbeitete. Danach folgte "Scoop" und nun also "Vicky, Cristina, Barcelona". Wie immer geht es bei einem Film von Woody Allen um Liebe - natürlich die tragische.
Der Film ist einfach toll. Er hat eine sehr interessante Stimmung, was an den Drehorten, Schauspielern und der Geschichte liegt. Besonders interessant ist Funktion des Erzählers, der den ganzen Film über die Story begleitet. Absolut sehenswert!
- Twilight
Ein weiterer Film, der mir die Sneak-Preview beschert hat. Das Problem ist, dass der Durchschnittsbesucher einer Sneak-Preview überhaupt nicht in die Zielgruppe dieses Films passt. Der Film basiert auf einer Roman-Tetralogie der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer. Es geht um ein 17-Jähriges Mädchen, das zu ihrem Vater - ein Polizist - in ein kleines Städtchen in Washington zieht und dort auf einen seltsamen, geheimnisvollen Klassenkameraden stößt. Der Film ist nicht schlecht gemacht, doch verliert er mit zunehmendem Alter einfach etwas an Faszination.
An dieser Stelle noch eine Bemerkung zu Rezensionen und Trailern. Warum wird in einem Trailer ein entscheidendes Detail der Geschichte verraten, ohne dessen der Film für jemanden, der den Roman noch nicht gelesen hatte, deutlich spannender gewesen wäre?
Empfehlenswert für die, die den Roman toll fanden oder mit einer 15-jährigen Cousine mal ins Kino wollen.
- Revolutionary Road
Der Film heißt in Deutschland "Zeiten des Aufruhrs", was der dämlichste Filmtitel seit langer Zeit ist und eher nach dem zweiten Teil von "Vom Winde Verweht" klingt, als nach einer gut gelungenen Beziehungs-Analyse.
Leonardo de Caprio und Kate Winslett spielen unter der Regie von Sam Mandes (American Beauty, Road To Perdition) ein Paar, das bei ihrem Zusammenkommen idealistische Träume hat, doch Jahre später feststellen muss, dass von diesen nicht mehr viel geblieben ist. Eindrucksvoll ist das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller und die Ahnung, die man während des Films bekommt, dass Mendes den Verlauf einer Beziehung darstellt, die sich so wohl nicht selten entwickelt.
Sehr empfehlenswert!
- Willkommen bei den Sch'tis
Eine französische Komödie zum Tränenlachen! Ich war etwas skeptisch, ob dieser Film in einer deutschen Übersetzung wirkt - ja, er tut es.
Ein französischer Postbeamte will an die Côte d'azur versetzt werden, wird aber - weil er etwas schummelt - für zwei Jahre in den Norden Frankreichs, in die Nähe von Lille versetzt. Er fährt allein, da seine Frau die entsetzlichsten Geschichten aus dem Norden gehört hat, und muss nun sehen, wie er mit den Sch'tis zurecht kommt.
Absolut empfehlenswert und wahnsinnig komisch!
- Die Klasse
Auch aus Frankreich und der französische Kandidat für den Auslands-Oscar. Ich hatte mir deutlich mehr versprochen und war dementsprechend enttäuscht. Es ist die Verfilmung eines autobiographischen Romans eines Lehrers, der an einer Schule einer Vorstadt von Paris unterrichtet. Der Autor spielt sich in diesem Film selbst, die Schüler werden ebenfalls von Schülern gespielt (die aber nicht sich selbst spielen). Vieles soll in Improvisation entstanden sein. Ich kann nicht genau sagen, was mich an dem Film gestört hat. Vielleicht funktioniert dieser nicht in einer Synchronisation, sondern eher in der Original-Fassung mit Untertiteln, jedenfalls fand ich ihn nicht authentisch. Und ich hatte mir die Probleme, die der Lehrer in der Klasse vorfand, doch etwas schlimmer vorgestellt (davon abgesehen hatte ich das Gefühl, dass er für die Hälfte der Probleme, die er mit der Klasse hatt, selbt verantwortlich war).
Zu lang und nicht wirklich empfehlenswert.
- Frost/Nixon
Der Film behandelt die Entstehung und die Durchführung der Interview-Reihe des britischen Talkshowmasters David Frost und dem zurückgetretenen US-Präsidenten Richard Nixon. Nixon wurde von seinem Nachfolger Ford für alles freigesprochen und hatte sich nie zu seinem kriminellen Verhalten im Zusammenhang mit der Watergate-Affäre geäußert.
Frost hat die Idee mit dem Interview anfangs deshalb, weil er sich hohe Quoten verspricht, Nixon lässt sich schließlich darauf ein, da sein Berater meint, Nixon könne ich mithilfe der Interviews gegen das journalistische Leichtgewicht Frost rehabilitieren - und noch eine nette Summe einstreichen.
Martin Sheen (David Frost) und Frank Langella (Richard Nixon) waren schon die Hauptdarsteller im gleichnamigen Theaterstück, das in London Erfolge feierte. Und auch auf der Leinwand spielen sie ihre Rollen meisterhaft. Ein interessanter, spannender und aufschlussreicher Film über das Innenleben und Verhalten Nixons, in dem das Interview teilweise eins zu eins nachgestellt ist.
Großartig - absolut empfehlenswert!
Die ersten beiden Monate des Jahres sind meistens gespickt mit Filmen, in die es sich zu gehen lohnen scheint. Oft stelle ich allerdings folgenden Effekt fest: Man geht seit einiger Zeit mal wieder ins Kino und eine gte Vorschau reicht, um das Interesse für andere Filme wieder zu wecken, was eine Phase des häufigen Kinobesuchs nach sich zieht.
Ich will für die letzten Wintertage meine in diesem Jahr gesehenen Filme auflisten und mit kurzen Tipps kommentieren - keine Angst, der Inhalt wird nicht - wie es zur Zeit wohl üblich ist - komplett verraten.
- Vicky, Cristina, Barcelona
Wer mich kennt weiß, dass ich Filme von Woody Allen liebe. Seit wenigen Jahren spielt er nicht mehr selbst in seinen Filmen mit, sondern konzentriert sich ganz auf den Job des Regisseurs. Seine weibliche "Muse" ist Scarlett Johannsen (wer mich kennt weiß, dass...), die mit Allen das erste Mal in "Match Point" zusammenarbeitete. Danach folgte "Scoop" und nun also "Vicky, Cristina, Barcelona". Wie immer geht es bei einem Film von Woody Allen um Liebe - natürlich die tragische.
Der Film ist einfach toll. Er hat eine sehr interessante Stimmung, was an den Drehorten, Schauspielern und der Geschichte liegt. Besonders interessant ist Funktion des Erzählers, der den ganzen Film über die Story begleitet. Absolut sehenswert!
- Twilight
Ein weiterer Film, der mir die Sneak-Preview beschert hat. Das Problem ist, dass der Durchschnittsbesucher einer Sneak-Preview überhaupt nicht in die Zielgruppe dieses Films passt. Der Film basiert auf einer Roman-Tetralogie der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer. Es geht um ein 17-Jähriges Mädchen, das zu ihrem Vater - ein Polizist - in ein kleines Städtchen in Washington zieht und dort auf einen seltsamen, geheimnisvollen Klassenkameraden stößt. Der Film ist nicht schlecht gemacht, doch verliert er mit zunehmendem Alter einfach etwas an Faszination.
An dieser Stelle noch eine Bemerkung zu Rezensionen und Trailern. Warum wird in einem Trailer ein entscheidendes Detail der Geschichte verraten, ohne dessen der Film für jemanden, der den Roman noch nicht gelesen hatte, deutlich spannender gewesen wäre?
Empfehlenswert für die, die den Roman toll fanden oder mit einer 15-jährigen Cousine mal ins Kino wollen.
- Revolutionary Road
Der Film heißt in Deutschland "Zeiten des Aufruhrs", was der dämlichste Filmtitel seit langer Zeit ist und eher nach dem zweiten Teil von "Vom Winde Verweht" klingt, als nach einer gut gelungenen Beziehungs-Analyse.
Leonardo de Caprio und Kate Winslett spielen unter der Regie von Sam Mandes (American Beauty, Road To Perdition) ein Paar, das bei ihrem Zusammenkommen idealistische Träume hat, doch Jahre später feststellen muss, dass von diesen nicht mehr viel geblieben ist. Eindrucksvoll ist das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller und die Ahnung, die man während des Films bekommt, dass Mendes den Verlauf einer Beziehung darstellt, die sich so wohl nicht selten entwickelt.
Sehr empfehlenswert!
- Willkommen bei den Sch'tis
Eine französische Komödie zum Tränenlachen! Ich war etwas skeptisch, ob dieser Film in einer deutschen Übersetzung wirkt - ja, er tut es.
Ein französischer Postbeamte will an die Côte d'azur versetzt werden, wird aber - weil er etwas schummelt - für zwei Jahre in den Norden Frankreichs, in die Nähe von Lille versetzt. Er fährt allein, da seine Frau die entsetzlichsten Geschichten aus dem Norden gehört hat, und muss nun sehen, wie er mit den Sch'tis zurecht kommt.
Absolut empfehlenswert und wahnsinnig komisch!
- Die Klasse
Auch aus Frankreich und der französische Kandidat für den Auslands-Oscar. Ich hatte mir deutlich mehr versprochen und war dementsprechend enttäuscht. Es ist die Verfilmung eines autobiographischen Romans eines Lehrers, der an einer Schule einer Vorstadt von Paris unterrichtet. Der Autor spielt sich in diesem Film selbst, die Schüler werden ebenfalls von Schülern gespielt (die aber nicht sich selbst spielen). Vieles soll in Improvisation entstanden sein. Ich kann nicht genau sagen, was mich an dem Film gestört hat. Vielleicht funktioniert dieser nicht in einer Synchronisation, sondern eher in der Original-Fassung mit Untertiteln, jedenfalls fand ich ihn nicht authentisch. Und ich hatte mir die Probleme, die der Lehrer in der Klasse vorfand, doch etwas schlimmer vorgestellt (davon abgesehen hatte ich das Gefühl, dass er für die Hälfte der Probleme, die er mit der Klasse hatt, selbt verantwortlich war).
Zu lang und nicht wirklich empfehlenswert.
- Frost/Nixon
Der Film behandelt die Entstehung und die Durchführung der Interview-Reihe des britischen Talkshowmasters David Frost und dem zurückgetretenen US-Präsidenten Richard Nixon. Nixon wurde von seinem Nachfolger Ford für alles freigesprochen und hatte sich nie zu seinem kriminellen Verhalten im Zusammenhang mit der Watergate-Affäre geäußert.
Frost hat die Idee mit dem Interview anfangs deshalb, weil er sich hohe Quoten verspricht, Nixon lässt sich schließlich darauf ein, da sein Berater meint, Nixon könne ich mithilfe der Interviews gegen das journalistische Leichtgewicht Frost rehabilitieren - und noch eine nette Summe einstreichen.
Martin Sheen (David Frost) und Frank Langella (Richard Nixon) waren schon die Hauptdarsteller im gleichnamigen Theaterstück, das in London Erfolge feierte. Und auch auf der Leinwand spielen sie ihre Rollen meisterhaft. Ein interessanter, spannender und aufschlussreicher Film über das Innenleben und Verhalten Nixons, in dem das Interview teilweise eins zu eins nachgestellt ist.
Großartig - absolut empfehlenswert!
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